"Morden im Norden"-Star

Sven Martinek spricht offen über seine Alkohol- und Drogen-Exzesse: "Ich war schon heftig unterwegs"

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von Julia W.

Sven Martinek spricht offen über seine Alkohol- und Drogen-Vergangenheit.

Bild: Imago Images / BREUEL-BILD


"Morden im Norden"-Star Sven Martinek hat in der NDR-Talkshow "DAS!" offen über seine Alkohol- und Drogen-Exzesse gesprochen – und den entscheidenden Moment, der sein Leben veränderte.

Wenn Schauspieler aus Erfolgsserien eingeladen werden, geht es gewöhnlich um ein paar heitere Anekdoten vom Set. Beim Besuch von Sven Martinek und Ingo Naujoks in der NDR-Sendung "DAS!" war es jedoch anders: Martinek, der in "Morden im Norden" seit Jahren den Fernsehkommissar gibt, öffnete ein Kapitel, das bislang kaum jemand kannte.


"Morden im Norden" - montags, 18:50 Uhr, Das Erste


Seit 2006 stehen die beiden Darsteller als Duo bei "Morden im Norden" vor der Kamera. Aus der langen Zusammenarbeit sei längst Vertrauen geworden, betonte Martinek laut "Focus": "Wir arbeiten jetzt seit 14 Jahren zusammen. Das Tolle ist, dass es bei uns überhaupt keine Eifersucht oder Neid gibt – wir ergänzen uns einfach super." Auch Naujoks erzählte von den "tollen Gespräche", die zu einer tiefen Verbundenheit hinter den Kulissen führten.

"Ich war schon heftig unterwegs"

Dann sprach Martinek über ein dunkles Kapitel aus seiner Vergangenheit. "Ich war schon heftig unterwegs, was Alkohol und Drogen und all diese ganzen Sachen anging", sagte er – ein Lebensstil, der ihn beinahe aus der Bahn geworfen hätte.

Vor rund sechs Jahren habe er sich selbst die rote Karte gezeigt: "Wenn ich so weitermache, bin ich irgendwann nicht mehr da oder liege in irgendeiner Klinik. Ab jetzt gibt’s einen Cut, ab jetzt muss ich mein Leben verändern und bewusst leben, verantwortungsvoll leben."

Der Neuanfang bedeutete für ihn auch, sich seiner Rolle als Vater zu stellen. 16 Jahre lang herrschte zu seiner Tochter, der Moderatorin Esther Sedlaczek, Funkstille - aus Angst vor Ablehnung hatte er Kontakte gemieden.

Erst ehrliche Briefe an alle Kinder durchbrachen das Eis. "Je ehrlicher man ist, desto mehr offene Arme bekommt man", erklärte Martinek – ein Satz wie ein persönliches Credo.

Naujoks über seinen Kollegen: "War mega stolz"

Naujoks, der den Wandel miterlebt hat, reagierte mit Respekt: "Ich war mega stolz auf den Mann an meiner Seite. Es hat mir gezeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn man sie wirklich will."

Heute coacht Martinek gemeinsam mit seiner Partnerin andere Menschen und spricht von neu entdeckter Verantwortung. Aber die Jahre des Schweigens, gesteht er, arbeiten weiter in ihm – und erinnern daran, dass auch Helden aus dem Vorabendkrimi verletzlich sind.


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