"Erbärmlich"
"Liebling Kreuzberg"-Star Michael Kausch: Warum er als Rentner arbeitet
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von teleschauMichael Kausch wurde mit Serien wie "Liebling Kreuzberg" und "Die Schwarzwaldklinik" bekannt. Der Schauspielerei ist er bis heute treu geblieben.
Bild: IMAGO / Horst Galuschka
In den 80er-Jahren war Michael Kausch ein vielbeschäftigter Schauspieler und eines der Gesichter der Serien "Liebling Kreuzberg" und "Die Schwarzwaldklinik". Heute ist er eigentlich in Rente. Aber ganz aufhören mit dem Schauspielern will und kann er nicht.
Wenn am Freitag, 16. Oktober, um 20:15 Uhr im der ARD-Livestream auf Joyn die vierte Folge von "Kanzlei Liebling Kreuzberg" läuft, wird Michael Kausch im Cast fehlen. Viele Fans der Original-Serie "Liebling Kreuzberg" aber werden an ihn denken. Denn in der Originalserie gehörte Kausch drei Staffeln lang, von Februar 1986 bis April 1990, zum festen Ensemble und spielte den Kanzleipartner von Robert Liebling (Manfred Krug). Darüber hinaus zählte er als Dr. Engel von 1986 bis 1988 zum Hauptcast der Erfolgsserie "Die Schwarzwaldklinik" (ZDF).
Danach musste er nach einem schweren Unfall 1990 eine Zwangspause einlegen, wodurch seine erfolgreiche Karriere einen Bruch erlitt. Trotzdem blickt er ohne Groll auf das Unglück von einst. Dunkler wird seine Miene nur, wenn er über seine gesetzliche Rente spricht, die er seit über 13 Jahren bezieht. Die nämlich sei "sehr, sehr erbärmlich", wie er in einem Interview mit "T-Online" sagte.
Aber Aufgeben - das war für ihn noch nie eine Option und ist es auch heute nicht. Kausch steht immer noch auf der Bühne und vor der Kamera.
Am Freitag: Sieh die neue Folge von "Kanzlei Liebling Kreuzberg" im ARD-Livestream auf Joyn

Ein Meisterstück - Kanzlei Liebling Kreuzberg (4)
Michael Kausch überlebte einen Sturz aus dem dritten Stock
Am Tag, der alles auf den Kopf stellte, nahm Kausch an einem Schauspielworkshop in einer Weddinger Fabriketage teil. Dabei stürzte er durch ein bodentiefes Fenster aus dem dritten Stock und fiel fast 15 Meter tief. Er lag eine Woche im Koma, hatte einen Milzriss, ein Schädelhirntrauma und zehn gebrochene Rippen. "Es ist wirklich kaum zu glauben, dass ich das überhaupt überlebt habe", sagte Kausch im Interview. Die Reha dauerte ein Jahr. Er saß monatelang im Rollstuhl, musste das Sprechen und das Laufen neu lernen. "Das volle Programm", sagte er im Interview.
Trotzdem bezeichnet er den Tag als Glückstag. "Ich empfinde den Fenstersturz im Endeffekt als positiv. Wenn das nicht passiert wäre, hätte ich meine jetzige Frau nicht kennengelernt - und inzwischen sind wir seit 24 Jahren verheiratet." Das Paar lebt in Titisee-Neustadt. Aus einer früheren Ehe mit Schauspielerin Susanna Capurso hat er einen gemeinsamen Sohn, Matteo.
Michael Kausch kämpfte sich ins Schauspiel zurück. "Ich musste. Ich habe nichts anderes gelernt, ich konnte nichts anderes und es war auch immer mein Traumberuf. Es war keine Option, zu wechseln", erläuterte er gegenüber "T-Online". Aber die Rollen wurden weniger. Auch, weil nach dem Mauerfall die Kollegen aus dem Osten den Markt enger machten. Und mit weniger Rollen wurden auch die Honorare schmaler.
So kommt Michael Kausch trotz niedriger gesetzlicher Rente zurecht
Als er seine gesetzliche Rente beantragte, starrte er ungläubig auf den Bescheid. "Die gesetzliche Rente ist wirklich sehr, sehr erbärmlich. Davon kann ich kaum leben", sagte er. Den genauen Betrag wollte er nicht nennen. "Darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. Unschöner Schauspieler-Aberglaube."
Aber sorgen muss man sich wohl nicht. "Seit 'Liebling Kreuzberg'-Zeiten war ich in der Pensionskasse der freien Mitarbeiter. Daraus habe ich schon eine ganz beachtliche Rente. Dann gibt es noch eine kleine Rente von der Bühnengenossenschaft und vor allen Dingen auch noch die Verletzten-Rente, die ich seit dem Unfall beziehe. Das ist auch ein ganz beträchtlicher Teil. Weil ich zu dem Zeitpunkt, als der Unfall passierte, doch sehr gut verdient habe, war die Rente auch dementsprechend hoch."
Er drehte weiter, immer weiter, allein zwischen 2019 und 2023 zehn Projekte von bislang insgesamt 80 in seiner Karriere, die 1979 mit der Miniserie "Der eiserne Gustav" begann. Zudem spielte er auch Theater, zuletzt in "Pfarrer Braun und der Tod des Schneewittchens" in Fürth.
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Unverwüstlich: Michael Kausch dreht auch mit Ende 70 weiter
Eigentlich, so sagte er im "T-Online"-Interview im letzten Jahr, habe er die Schauspielerei etwas hinten angestellt. Er wolle an seinem ersten Roman arbeiten, sagte er. Bislang wurde der noch nicht veröffentlicht. Dafür stand Kausch, der Unverwüstliche, wieder vor der Kamera. Er spielte bei "Aktenzeichen XY ... ungelöst" mit und drehte zwei Spielfilme. "Die Traumlande" von Regisseur Huân Vu und mit Anna Thalbach und Falk Rockstroh in weiteren Rollen wurde schon 2023 abgeschlossen und befindet sich in der Postproduktion.
Zuletzt drehte Kausch eine Episode der Miniserie "Tamim" im Rahmen der Nachwuchsreihe "Debüt im Dritten". Die romantische Komödie über die turbulente Beziehung des syrisch-deutschen Elektroingenieurs Tamim und seiner feministischen Freundin Laura ist abgedreht. Einen Sendetermin gibt es noch nicht.
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