Interview mit Reporterin Silke Burmeister
Cillian Murphy: Von Hollywood zurück nach Birmingham
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von Silke BurmeisterCillian Murphy spielt Tommy in dem Film "Peaky Blinders: The Immortal Man".
Bild: Robert Viglasky/Netflix
Am Sonntag ist wieder Oscar-Nacht: Hollywoods größter Abend. Hollywood-Expertin Silke Burmeister hat Cillian Murphy getroffen, der den begehrten Preis 2024 gewann.
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Vor ein paar Tagen war ich bei einer virtuellen Pressekonferenz mit Oscar-Gewinner Cillian Murphy dabei. Er promotet nämlich gerade seinen neuen Film "Peaky Blinders: The Immortal Man". Und als ich ihn sah, schoss mir sofort ein Moment von vor genau zwei Jahren durch den Kopf. Damals war ich im Press Room vom Dolby Theatre, als der irische Schauspieler den Oscar als Bester Hauptdarsteller für "Oppenheimer" gewonnen hat.
Der Press Room ist der Ort, an dem Gewinner:innen direkt nach ihrer Dankesrede von der Bühne reinkommen. Damals stellte sich Cillian auf ein kleines Podest - direkt vor unserer Nase - und beantwortete unsere Fragen.
In all den Jahren als Hollywood-Reporterin habe ich einige irische Kollegen von ihm getroffen, zum Beispiel Colin Farrell oder Jamie Dornan. Aber Cillian hatte ich bisher nie live gesehen. Seine Filme, ja, die kannte ich - unter anderem "28 Days Later", "Inception" und "A Quiet Place Part II". Und jetzt stand er plötzlich nur zwei Meter entfernt, kleiner als gedacht - offiziell 1,72 m laut Internetangaben - und mit einem frisch gewonnenen, goldenen Award. Der stand ihm richtig gut.
"Ich bin ein bisschen benommen," sagte er uns. Es war total süß anzusehen, wie sehr er sich freute, und dass er selbst kaum fassen konnte, einen Oscar in den Händen zu halten.
Der Oscar kam für seine Rolle als Physiker J. Robert Oppenheimer im gleichnamigen Film "Oppenheimer" von Christopher Nolan, mit dem Murphy bereits für "Inception" und die "The Dark Knight Trilogy" zusammengearbeitet hatte. Doch mit "Oppenheimer" war er erstmals Nolans Leading Man.
Der neue Oscar-Gewinner fügte hinzu:
"Ich bin sehr überwältigt, sehr geehrt und unglaublich dankbar. Ich bin heute ein sehr stolzer Ire, der hier steht."
Auch bei der virtuellen Pressekonferenz letzte Woche merkte man sofort, dass Cillian Murphy niemandem die Show stehlen will. Er lässt den anderen Schauspielern genauso viel Raum zum Antworten - wenn nicht sogar noch mehr. Dabei wirkt er unglaublich bescheiden und so, als würde er die Schauspielerei einfach für das lieben, was sie ist: eine Kunstform - und nicht wegen des Fame. Nicht verwunderlich, dass er von der Metropole London zurück nach Irland gezogen ist, in ein kleines Küstenstädtchen.
In der damaligen Oscar-Nacht ging es auch um die große Frage: Mit welcher Rolle möchte Cillian Murphy einmal in Erinnerung bleiben? Er antwortete: "Ich wäre völlig zufrieden, wenn die Leute sich nur wegen dieser Rolle an mich erinnern würden."
Für viele Fans gibt es aber nur eine Figur, die man nicht vergisst: Tommy Shelby aus der "Peaky Blinders". Die britische Serie startete 2013 und lief über sechs Staffeln bis 2022. Sie erzählt die Geschichte einer Gangsterfamilie im Birmingham der Nachkriegszeit. Tommy Shelby wurde zu einer der ikonischsten Serienfiguren der letzten Jahre und machte den irischen Schauspieler weltweit bekannt.
Und nun, zwei Jahre nach dem Oscar-Gewinn, kehrt der irische Schauspieler zu genau dieser Rolle zurück. Diesmal im Kino - Mantel, Zigarette und legendärer Undercut sind natürlich wieder dabei, by order of the Peaky Blinders.
In der Pressekonferenz zur Film-Promo erzählte der 49-Jährige, wie ungewöhnlich es ist, eine Rolle über so viele Jahre zu begleiten: "Der Luxus daran ist, dass die ganze Recherche längst erledigt ist, weißt du was ich meine? Nach 13 Jahren kennst du die Figur in- und auswendig, du hast mit ihr gelebt und bist mit ihr gealtert. So etwas werde ich nie wieder erleben, und genau deshalb ist es eine ganz besondere, erfüllende Erfahrung."
Eine Hit-Serie ins Kino zu bringen, birgt allerdings auch Risiken:
"Ein Film muss sich rechtfertigen können, gerade wenn die Serie schon so erfolgreich war,” erklärt Murphy. “Letztlich entscheidet alles das Drehbuch. Das zentrale Thema der Serie war immer Familie. Und wenn wir mit dem Film daran anknüpfen und die Story zu einer Vater-Sohn-Erzählung machen und Duke als Sohn so vorstellen, wussten wir, wir sind auf dem richtigen Weg."
"Peaky Blinders: The Immortal Man" spielt 1940 während des Birmingham Blitz, einem Bombenangriff der deutschen Luftwaffe auf die Stadt. Der berühmte Gangsterboss Tommy Shelby, älter, aber genauso clever wie eh und je, kehrt aus dem Exil zurück, um seinen Sohn Duke aus den Fängen einer Nazi-Verschwörung zu befreien.
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Neuzugang Barry Keoghan: Für den Peaky-Fan geht ein Traum in Erfüllung
Der irische Schauspieler Barry Keoghan, bekannt aus "Saltburn" und "The Banshees of Inisherin", spielt Duke, Tommys Sohn. Als waschechter "Peaky Blinders"-Fan inklusive trendy "Peaky-Cut" klingt es fast so, als hätte der 33-Jährige die Rolle schon seit Jahren verdient.
"Ich habe nie gedacht, dass ich mal ein Teil von "Peaky Blinders" werde," sagte Barry während der Pressekonferenz. "Ich habe immer wieder Steven Knight ["Peaky Blinders"-Creator und Autor] gefragt, wie ich dort reinkommen kann. Ich habe den berühmten Haarschnitt sogar privat über zehn Jahre getragen, und viele dachten sowieso, ich spiele schon mit," fügte er mit einem verschmitzten Lächeln hinzu.
Sein erster Moment am Set mit Cillian Murphy war dann entsprechend surreal: "Es war verrückt. Ich erinnere mich noch an den Screen-Test. Cillian war als Tommy Shelby gekleidet, und ich sah ihn zum ersten Mal live. Ich stand einfach da und er schaute mich an, so nach dem Motto: Du bist neu hier! Und ich dachte nur: Wow. Das ist einfach ikonisch!"
Neben Barry Keoghan bringt der Film weitere starke Neuzugänge mit: Rebecca Ferguson (bekannt aus der Serie "Silo"), Tim Roth und Stephen Graham, den viele zuletzt in der Netflix-Serie "Adolescence" gesehen haben.
Während Hollywood an diesem Sonntag wieder neue Oscars verteilt, hat Cillian Murphy längst bewiesen, dass er mehr kann als nur die goldene Statue zu gewinnen. Tommy Shelby sei Dank - denn mit dieser Rolle hat er sich auch einen festen Platz in den Herzen seiner Fans gesichert.
"Peaky Blinders: The Immortal Man" seit 12. März jetzt im Kino.
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