Die Karriere des Schauspielers
Panikattacken! "Die Toten vom Bodensee"-Star Robert Stadlober bekam die Schattenseiten des Ruhms zu spüren
Aktualisiert:
von teleschauSchon 30 Jahre im Showbiz: Robert Stadlobers Karriere begann buchstäblich verrückt und führte in die erste Schauspielerriege.
Bild: 2025 Getty Images/Matthias Nareyek
Rebell, Rowdy, Rabauke. Robert Stadlober pflegte in 30 Jahren Karriere vor allem ein wildes Image. Nach seinem raketenhaften Durchbruch ließ es der Schauspieler zuletzt ruhiger angehen - ein bisschen jedenfalls.
Robert Stadlober kannst du heute um 20:15 Uhr im ZDF sehen
Robert Stadlober: Lieber Schauspiel statt Schule
"Ich war schon als Kind Punk", sagte Stadlober in einem Interview mit dem österreichischen "Kurier". Er rebellierte auch gegen seine Mutter, mit der er als siebenjähriges Scheidungskind nebst Schwester nach Berlin zog. Als die Mutter ihm seine frühen Ausflüge ins Showbusiness verbieten wollte, schmiss er einfach die Schule und zog daheim aus. Von Zehlendorf nach Kreuzberg. Da war Stadlober gerade 16 Jahre alt. Durchsetzen konnte er sich seit jeher.
Mit elf Jahren hatte er seinen ersten Job als Synchronsprecher. Er lieh in "Flintstones - Die Familie Feuerstein" dem Geröllheimer-Sprössling Bamm Bamm seine Stimme. Aber Stadlober wollte mehr, er wollte vor die Kamera. Er schickte eigenhändig Fotos und Infos an Schauspielagenturen. Mit Erfolg: 1995, im Alter von 13 Jahren, debütierte Stadlober in dem TV-Krimi "Ausweglos". Nicht als Statist, sondern in der wichtigen Nebenrolle eines entführten Kindes.
Der Jungschauspieler und sein Ehrgeiz kamen gut an bei den TV-Macher:innen. Auftritte in weiteren Filmen wie "Nach uns die Sintflut" oder "Die Todesgrippe von Köln" - den kannst du auf Joyn sehen! - und erste Einsätze in Serien folgten. 1996 debütierte er in "Alarm für Cobra 11" (1996), war dann in einer "Schimanski"-Folge zu sehen und spielte 1999 in "Polizeiruf 110" einen jugendlichen Mörder.
Als Schauspieler ist Stadlober ungemein wandlungsfähig. Er spielte Gute und Böse, drehte Dramen, Historienfilme und Komödien. Er spielte Täter und Opfer. In der viel gelobten sechsteiligen Serie "Hundertdreizehn" spielte er im letzten Jahr einen der Ermittler, der Licht ins Dunkel um einen katastrophalen Omnibus-Unfall bringen will.
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Mit "Crazy" kam der Durchbruch
Dann kamen "Sonnenallee" und vor allem "Crazy" - und es wurde richtig verrückt. Die Rolle als Plattenliebhaber "Wuschel" in der Komödie über Musikfans in der DDR der 70er-Jahre machte ihn 1999 bekannt. Als er ein Jahr später in der Biografie-Verfilmung von Benjamin Lebert die Rolle des halbseitig gelähmten Benny spielte, wurde er berühmt - und zwar über Nacht.
Im Interview mit dem "Kurier" schilderte Stadlober, wie er das damals erlebte: "Es war wahnsinnig schön. Und verrückt. Auf der Promo-Tour sind wir mit dem VW-Bus durch ganz Deutschland gefahren; überall wurden wir von den kreischenden Mädchen beinahe erdrückt. Es ging zu wie bei den Backstreet Boys. Die sind dem Bus hinterhergerannt, teilweise mussten wir viermal im Kreis ums Hotel fahren, damit die uns nicht verfolgen können. Trotzdem sind nachts Fans bei uns ins Hotel eingestiegen. Da haben wir halt die Minibar aufgemacht und uns eine coole Nacht gemacht. Es war die Superlative einer Pubertät."
Stadlober war gerade mal 18 und der Shooting-Star der deutschen Schauspielszene.
Die Schattenseiten des Ruhms: Panikattacken
Aber Ruhm und Erfolg hatten auch früh Schattenseiten. Er litt an Panikattacken und Agoraphobie, einer Angst vor öffentlichen Orten. Innerlich wankend markierte er nach außen den starken jungen Max, was ihm den Ruf des Nachwuchsrebellen einbrachte. Stadlober zog Konsequenzen, verließ Berlin und siedelte, wegen einer Freundin, nach Barcelona über. Er widmete sich neben dem Schauspiel verstärkt der Musik (er spielt Geige, Gitarre, Trompete), gründete Bands und ein Indie-Label, ging auf Tour.
Als er in einem Interview mit der Agentur "teleschau" auf seine Sturm- und Drangzeit zurückblickte, meinte Robert Stadlober: "Mit Anfang 20 war ich Nihilist und drehte mich vor allem um mich selbst. Eigentlich war ich überzeugt davon, dass ich keine 30 werde." Heute aber mache ihm das Leben "viel mehr Spaß als früher. Und das liegt vor allem an den anderen Menschen."
Damit sind vor allem seine Frau und seine beiden Töchter gemeint. 2015 wurde er erstmals Vater. Details wie Geburtstage oder Namen rückt er nicht heraus. Auch wie die Mutter der Kinder heißt, ist nicht bekannt. Bekannt ist lediglich, dass sie und Robert Stadlober verheiratet sind. Die Familie lebt seit Jahren in Wien.
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