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"Das Ende ist eingepreist"

Hubertus Meyer-Burckhardt: Warum ihn die Krebsdiagnose glücklicher gemacht hat

Veröffentlicht:

von Lars-Ole Grap

Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt machte 2019 seine Krebsdiagnose öffentlich.

Bild: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt


Im Jahr 2017 veränderte ein regulärer Arztbesuch das Leben von Hubertus Meyer-Burckhardt grundlegend. Bei einer Routineuntersuchung erhielt der langjährige "NDR Talk Show"-Moderator die Diagnose Krebs.


Geh noch einmal mit Hubertus Meyer-Burckhardt auf "Zeitreise"


Hubertus Meyer-Burckhardt: Darum nennt er seine Tumoren "Kafka" und "Shaw"

2017 werden bei einer Routineuntersuchung zwei Karzinome beim langjährigen NDR-Moderator Meyer-Burckhardt entdeckt. Zwei Jahre später geht er im November 2019 an die Öffentlichkeit. Die Umstände der Diagnose selbst hat er seither mehrfach erzählt, unter anderem bei "Markus Lanz" im ZDF: Er stand mit seiner Frau vor einer Kirche in Berlin, es war zugleich ihr Geburtstag und die Beerdigung einer engen Freundin. In diesem Moment kam der Anruf mit dem Befund.

Den entscheidenden Rat gab ihm, wie er dem Hessischen Rundfunk erzählte, seine Frau, die Journalistin Dorothee Röhrig: Gegen etwas Namenloses lasse sich schlecht kämpfen. Also benannte er die beiden Tumore - angelehnt an zwei Autoren, die er verehrt: Franz Kafka und George Bernard Shaw. Seither, sagt er, seien "Kafka" und "Shaw" unter Kontrolle. "Der Krebs ist nicht das Entscheidende", sagt er damals gegenüber der "Welt". Die beiden Geschwulste seien zudem klein und, wie er es formulierte, "glücklicherweise sehr faul" - sprich: langsam wachsend.


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Hubertus Meyer-Burckhardt: So hat die Krebsdiagnose seine Sicht aufs Leben verändert

Neben Adel Tawil und Olaf Scholz sprach Hubertus Meyer-Burckhardt bei "Markus Lanz" offen über seine Gefühlswelt nach der Diagnose: Er empfinde im Moment das größte Glück seines Lebens. Die Krankheit habe ihn freier gemacht, als hätte der Gedanke an die eigene Endlichkeit inneren Ballast gelöst.

Eine einfache Liebeserklärung an das Leben ist es dennoch nicht. Der beliebte NDR-Moderator gab offen zu, wie oft ihn die Endlichkeit dieses Glücks traurig macht. "Das Ende ist eingepreist", sagte er. Mit der Präzision eines Sprachprofi beschrieb er das unauflösbare Dilemma: Der Vorteil am Krebs sei, dass man ständig ans Leben denke, der Nachteil, dass man ständig ans Sterben denke - wie Yin und Yang, aus dem man nicht herauskomme. Irgendwann gewinne ohnehin der Tod.

Hubertus Meyer-Burckhardt: Krebsdiagnose als Weckruf - heute spricht er offen über Endlichkeit

Die Diagnose sei für ihn wie ein Weckruf gewesen, sagte er der "Welt". Er habe in seinem Leben allerdings durchaus auch Zeit "verplempert", wie er bei Lanz erzählte. Auch über den eigenen Tod sprach er dort offen: So soll seine Beerdigung im Wald stattfinden, seiner "bevorzugten Landschaftsform". Seine engsten Freunde sollen an einer langen Tafel zusammenkommen und drei Songs von Rod Stewart anstimmen. Während sie singen, verabschiedet er sich auf seine ganz eigene Weise: "Ich bin dann auf Wolke Sieben und gleite langsam weg, und die Freunde hauen sich einen hinter die Binde."

Literarisch verarbeitet hat er das Thema Endlichkeit auch in seiner 2025 erschienenen Autobiografie "Die Sonne scheint immer. Für die Wolken kann ich nichts.", in der er unter anderem erzählt, was ihm seine Großmutter über das Leben beigebracht hat. Beruflich ist er dem NDR treu geblieben: Seit 2008 moderiert er wieder gemeinsam mit Barbara Schöneberger die "NDR Talk Show".

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