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Interview zum Talk-Jubiläum

"Kölner Treff"-Moderatorin Susan Link: Dieser Abschied tat richtig weh

Veröffentlicht:

von teleschau - Eric Leimann

Susan Link spricht zum 50. Jubiläum des "Kölner Treff" über ihre Vergangenheit.

Bild: IMAGO IMAGES/Stephan Wallocha


Seit 2017 moderiert Susan Link den "Kölner Treff".  Inzwischen ist Köln für die gebürtige Thüringerin zur Heimat geworden. Als Teenager musste sie ihre Heimat kurz nach der Wende verlassen. Warum ihr dieser Abschied schwerfiel, verrät sie zum 50. Geburtstag der WDR-Talkshow.

Am Freitag, 18. September, feiert der "Kölner Treff" seinen runden Geburtstag: Um 20:15 Uhr läuft die große Jubiläumsausgabe. Um 22:30 Uhr folgt eine Doku über 50 Jahre NRW-Talk. Seit dem Sendestart 1976 haben sich viele berühmte Gastgeber:innen die Klinke in die Hand gegeben. Dieter Thoma und Alfred Biolek zu Beginn, später Elke Heidenreich, dann über 17 Jahre lang Bettina Böttinger. Seit Oktober 2023 führen Susan Link und Micky Beisenherz als festes Duo durch die Sendung, nachdem sie zuvor schon im Wechsel mit Böttinger moderiert hatten.

Im Interview mit der Agentur "teleschau" spricht Susan Link über Vielfalt, Klischees und die Kraft des Zuhörens.

Im Livestream mit dem "Kölner Treff" Geburtstag feiern!


Susan Link: So kam sie zum "Kölner Treff"

Link stieg 2017 in die Sendung ein. Ihre eigene Biografie verbindet Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Geboren wurde sie 1976 als Susan Schwarzbach in Pößneck, aufgewachsen ist sie im nahen Triptis. Kurz nach dem Mauerfall zog die Familie nach Wuppertal, wo Link später Germanistik studierte und ihr Volontariat bei Radio Wuppertal begann.

Über Radio NRW und das ARD-Morgenmagazin, das sie seit 2012 moderiert, führte ihr Weg schließlich zum WDR - und mit einem zweijährigen Zwischenspiel beim MDR-Talk "Riverboat" auch noch einmal zurück in den Osten. Heute lebt Susan Link mit ihrem Mann, dem TV-Manager Wolfgang Link, und dem gemeinsamen Sohn in Köln.

Micky Beisenherz und Susan Link moderieren die Sendung "Kölner Treff".

Bild: WDR/Melanie Grande


Ein Umzug, der wehtat

Wer als Teenager aus dem ländlichen Thüringen ins bevölkerungsreichste Bundesland zieht, entwickelt zwangsläufig einen geschärften Blick auf das, was NRW ausmacht. Susan Link beschreibt es so: "NRW ist tatsächlich ein Bundesland mit sehr unterschiedlichen Regionen und mit einer großen Vielfalt an Landschaften und Mentalitäten. Fast jede Autobahnabfahrt ist eine neue Stadt, denn es leben schließlich fast 18 Millionen Menschen hier." Für Link ist genau diese Vielfalt die eigentliche Identität des Landes, nicht ihr Widerspruch.

Doch der Umzug aus Thüringen kam für Susan Link damals mitten in der Pubertät - zu einem Zeitpunkt, an dem Veränderung besonders schwerfällt. Sie erinnert sich, dass sie sich nicht einmal richtig von ihrer alten Schule verabschiedete, sondern den Umzug zunächst verdrängte. Ihre Erklärung dafür ist unprätentiös und trotzdem universell: "In der Pubertät zieht niemand gerne um. In diesem Alter hält man sich gerne an dem fest, was man hat und kennt." Dass die Familie am neuen Ort zusammenblieb, half ihr, sich schneller einzuleben, als sie selbst erwartet hatte.

Hier kümmern sich die Menschen umeinander.

Susan Link über ihre Wahlheimat Köln

Auch mit den gängigen Klischees über die Menschen in Nordrhein-Westfalen geht sie gelassen um. Der oberflächliche Rheinländer, der raue Ruhrpottler, der stur wirkende Ostwestfale ... Für Susan Link ist an vielen dieser Klischees etwas dran. Über ihre Wahlheimat Köln sagt sie: "Ich lebe seit 18 Jahren in Köln und finde: Hier kümmern sich die Menschen umeinander - und das finde ich alles andere als oberflächlich."

Die Doku zum "Kölner Treff" läuft im Anschluss an die Sendung


Ihre zweijährige Zeit als "Riverboat"-Moderatorin in Leipzig beschreibt Link rückblickend auch als eine Auseinandersetzung mit der eigenen ostdeutschen Geschichte. Einer Geschichte der Brüche, wie sie sagt, die sich bis in die Generation ihrer eigenen Kindheit hinein spürbar auswirkte.

So hat sich der "Kölner Treff" verändert

Für die Talkshow selbst hat sich in den vergangenen 50 Jahren viel verändert: neue Themen, neue Kanäle, ein Publikum, das die Sendung heute auch bei Instagram und YouTube verfolgt. Eins ist für Susan Link jedoch gleich geblieben: die Neugier auf Menschen und ihre Geschichten.

Den anhaltenden Erfolg bringt sie auf einen einfachen Nenner: "Die Menschen suchen Tiefe und Menschlichkeit in den Medien." Wer das erkenne und passende Inhalte biete, werde auch künftig sein Publikum finden. Für Susan Link liegt darin die Zukunft des "Kölner Treffs".


"Kölner Treff": Immer freitags um 22 Uhr im WDR


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