Wo sind die Herrchen?

"Kommissar Rex": Was machten die Kommissare nach der Kult-Serie?

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von Christian Vock

Tobias Moretti, Gedeon Burkhard und Alexander Pschill legten nach "Kommissar Rex" nochmal richtig los.

Bild: IMAGO / SKATA, IMAGO / Everett Collection, IMAGO / Rudolf Gigler


Knapp 20 Jahre lang ermittelte der beliebte Schäferhund ab 1994 in der österreichischen Serie "Kommissar Rex". Dabei sah er mehrere "Herrchen" kommen und gehen. Das wurde aus Tobias Moretti und seinen Nachfolgern nach dem Ende der Erfolgsserie.


Lust auf ein Wiedersehen mit "Kommissar Rex"?


Lassie, Fury, Flipper - TV-Serien um außergewöhnliche Tiere waren lange Zeit eine Domäne Hollywoods. Umso größer waren die Augen, als 1994 mit "Kommissar Rex" plötzlich ein tierischer Ermittler aus Österreich auf den Fernsehbildschirmen auftauchte und seinen menschlichen Kommissars-Kollegen zur Hand ging. In 20 Jahren, 214 Folgen und 18 Staffeln kamen insgesamt 5 verschiedene Hunde sowie 6 Kommissare zum Einsatz und für manchen von Rex’ "Herrchen" war die Serie ein gutes Karriere-Sprungbrett.

Tobias Moretti

Sprungbrett "Kommissar Rex": Tobias Moretti gelang nach seiner Zeit als Kriminalinspektor Richard Moser eine imposante Karriere.

Bild: picture alliance / United Archives


Die vierte Folge der vierten Staffel wurde Tobias Moretti zum Verhängnis. Ein Serienmörder erschoss den Kommissar, als der seinen treuen Begleiter Rex retten wollte. Rex überlebte, für Moretti war dies nach vier Jahren "Kommissar Rex" aber zwangsläufig das Ende - und der Beginn einer zweiten Karriere. Zwar hatte Moretti schon vor und neben "Kommissar Rex" verschiedene Rollen in Filmen, Serien und auf der Theaterbühne, zum Beispiel in der Mini-Serie "Die Piefke-Saga" oder im Kinofilm "Workaholic", so richtig los ging es in Morettis Karriere allerdings erst nach "Kommissar Rex".

1999 spielte Moretti neben Martina Gedeck in dem Drama "Deine besten Jahre" von Star-Regisseur Dominik Graf einen untreuen Ehemann. Eine komplett andere Rolle hatte Moretti dann zwei Jahre später. In der Realverfilmung "Der Tanz mit dem Teufel" spielte der Österreicher den Polizisten Georg Kufbach, der die LKA-Sonderkommission im Entführungsfall des Industriellensohns Richard Oetker leitet. Ein Wiedersehen mit Martina Gedeck gab es dann 2002, als er mit ihr zusammen in "1809 Andreas Hofer - Die Freiheit des Adlers" als Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer zu sehen war.

Wie wandelbar Moretti ist, zeigte der Schauspieler auch im weitern Verlauf seiner Karriere. In der Henning-Mankell-Verfilmung "Die Rückkehr des Tanzlehrers" spielte er 2004 den Kommissar Stefan Lindman, in der TV-Mini-Serie "Speer und er" (2005) Adolf Hitler und 2008 im Kinoklamauk "1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" von Til Schweiger den Schwarzen Ritter. In "Therapie für einen Vampir" lag Moretti 2014 dann als Graf Geza von Közsnöm auf der Couch von Sigmund Freud und zuletzt sah man Moretti in der improvisierten TV-Mini-Serie "Die Hochzeit" - zusammen mit seiner Nichte Josephine Bloéb.

Während seiner Zeit vor Film- und Fernsehkameras stand Moretti immer wieder auch auf der Theaterbühne, etwa am Wiener Burgtheater, bei den Münchner Kammerspielen oder am Münchner Residenztheater. Dort konnte man ihn zum Beispiel in Shakespeares "Troilus und Cressida", in Arthur Schnitzlers "Das weite Land" oder in Goethes "Faust - Der Tragödie erster Teil" als Heinrich Faust sehen.

Steckbrief Tobias Moretti

  • Geboren am 11. Juli 1959 als Tobias Bloéb

  • Geburtsort: Gries am Brenner

  • Erste Filmrolle in "Der Fluch" (1988)

Gedeon Burkhard

Nach Morettis Ausstieg wurde Gedeon Burkhard alias Alexander Brandtner Rex' neues Herrchen.

Bild: United Archives


Nach Tobias Moretti wurde der deutsche Schauspieler Gedeon Burkhard das neue Herrchen von Polizeihund Rex. Von 1998 bis 2001 spielte er 45 Folgen lang den Kriminalinspektor Alex Brandtner, allerdings war das nicht seine erste Begegnung mit "Kommissar Rex". Bereits 1995 begegnete Burkhardt seinem späteren Vorgänger Moretti, als er in der ersten Staffel in der Folge "Amok" den Mehrfachmörder Stefan Lanz spielte. Im Nachhinein betrachtet eine kuriose Konstellation. Wesentlich weniger dramatisch, vor allem aber lebend verließ Burkhard seinen Polizeiposten bei "Kommissar Rex" und öffnete so die Tür für andere Rollen.

Zunächst spielte Burkhard Anfang der 2000er-Jahre in verschiedenen Fernsehfilmen- und Serien mit, darunter "Firefighter - Inferno in Oregon", "Der Wunschbaum" oder "SOKO Leipzig". 2007 stieg Burkhard als Kriminalhauptkommissar Chris Ritter für zwei Staffeln bei der Erfolgsserie "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei" ein, starb aber nach 22 Folgen den Serientod. 2009 wurde es dann international in Burkhards Karriere, denn zusammen mit anderen deutschsprachigen Schauspielern wie Christioph Waltz, Diane Kruger oder Daniel Brühl spielte der Münchener in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" mit.

Nach einer Reihe weiterer Kino- und TV-Filmen und Serien wie "Kokowääh 2" oder "Inga Lindström" wurde Burkhard 2017 für sieben Folgen in den Fernsehserien "Um Himmels Willen" und 2020 für zwölf Folgen in "Blutige Anfänger" sesshaft. 2024 wagte sich Burkhard dann an eine ganz andere Art von Fernsehen heran. In dem TV-Experiment "Licht aus" verbrachte er mit anderen Promis wie Pietro Lombardi, Jeannine Michaelsen oder Luna Schweiger für sechs Folgen lang in völliger Dunkelheit.

Steckbrief Gedeon Burkhard

  • Geboren am 3. Juli 1969 als Daniel Gedeon Burkhard

  • Geburtsort: München

  • Erste Filmrolle im Fernsehfilm "...und ab geht die Post! Briefträgergeschichten von gestern" (1981)

Alexander Pschill

Nach Gedeon Burkhard übernahm Alexander Pschill als Marc Hoffmann, hier mit seiner Kollegin Niki Herzog (Elke Winkens) und Rex.

Bild: United Archives


Völlig grußlos verabschiedete sich Burkhard 2001 aus "Kommissar Rex" und so ging Rex’ Halsband ohne weitere Erklärungen an seinen Nachfolger Alexander Pschill. Auch der Wiener Pschill hatte bereits "Kommissar Rex"-Erfahrung, spielte er doch in der zweiten Folge der zweiten Staffel in einer Nebenrolle einen erpresserischen Automechaniker. Zwei Jahre lang war Pschill dann als Kriminalinspektor Marc Hoffmann an der Seite der ebenfalls neuen Kollegin Niki Herzog (Elke Winkens) zu sehen, ehe die Serie 2004 in eine dreijährige Pause geschickt wurde.

Nach dem Ende seiner Rolle bei "Kommissar Rex" ging es auch für Pschill vor allem mit verschiedenen TV-Filmen und -Serien weiter, bis er 2009 in der österreichischen Comedy-Serie "Die Lottosieger" 30 Folgen lang als Dr. Rüdiger Rössler zu sehen war. In der Kriminalserie "Janus" spielte Pschill dann 2013 den forensischen Psychologen Leo Benedikt, seit 2022 steht der Wiener bei der Krimiserie "SOKO Linz" als Rechtsmediziner Dr. Richard Vitek am Obduktionstisch.

Steckbrief Alexander Pschill

  • Geboren am 13. Juni 1970

  • Geburtsort: Wien

  • Erste Filmrolle in "Temptation" (1990)

"Die Italiener"

Schauspieler Kaspar Capparoni (als Commissario Lorenzo Fabbri) mit dem Schäferhund, der den Kommissar Rex spielt, im April 2010 in Rom, Italien.

Bild: picture alliance / dpa


2004 wurde Rex für drei Jahre ins Körbchen geschickt, ehe er seine neue Heimat in Italien fand. Kriminalkommissar Lorenzo Fabbri (Kaspar Capparoni) brachte Rex nach Rom, starb in Staffel 14 allerdings durch eine Autobombe. Danach spielte Capparoni vor allem in italienischen Fernsehserien, aber auch in einer Folge "Rosamunde Pilcher" mit.

Capparonis Nachfolger wurde Ettore Bassi als Kommissar Davide Rivera, der nach seinem Ende 2013 in Fernsehserien wie "Fuoriclasse", "The Red Door" oder "Noi siamo leggenda" zu sehen war. 2015 schickte dann der italienische Schauspieler Francesco Arca (als Kommissar Marco Terzani) "Kommissar Rex" in Rente. Italienischen Film- und Serienfans ist Arca danach durch seine Rollen im James-Bond-Film "Spectre" oder in Serien wie "4 estrellas" ein Begriff.

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