Fakten-Check
"Monster: Lizzie Borden": War sie wirklich lesbisch?
Veröffentlicht:
von Nicola SchillerLizzie (Ella Beatty, l.) und Bridget (Vicky Krieps, r.): Eine LGBTQIA+-Romanze im 19. Jahrundert?
Bild: Vexels_stock.adobe.com; 2026 Netflix, Inc.
Eine unterdrückte Tochter, eine rebellische Haushälterin, eine verbotene Liebe? Wie sehr orientiert sich die neue Serie an der Realität? Wir machen den Fakten-Check.
Die Wahrheit hinter der queeren Liebesgeschichte
Die Serie "Monster: Lizzie Borden" erzählt den berühmten "Jahrhundertfall" aus dem Jahr 1892 - natürlich mit einer Menge fiktionaler Zuspitzung: Die stille, von ihren Eltern unterdrückte Lizzie (Ella Biatty) beginnt eine Affäre mit der selbstbewussten irisch-deutschen Haushälterin Bridget Sullivan (Vicky Krieps). Bridget verkörpert dabei all das, was Lizzie selbst fehlt: Sie ist eine unabhängige meinungsstarke Frau, die selbstbewusst durch das Leben geht und sich nicht in die damals geltenden gesellschaftlichen Schubladen stecken lässt.
In der Serie wird Bridget wird nicht nur zu Lizzies engster Bezugsperson, sondern auch zu der wichtigsten Figur in der Entwicklung der späteren Morde. Denn es ist die Haushälterin, die Lizzie auf die Idee bringt, sich endgültig gegen ihren Vater Andrew (Charlie Hunnam) und ihre Stiefmutter Abby (Rebecca Hall) zu wehren.
Doch wie viel davon entspricht der Realität? War Lizzie Borden wirklich lesbisch - oder war dieser Handlungsstrang pure Fiktion?
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Gab es Bridget Sullivan wirklich?
Ja, die Haushälterin ist keine fiktionale Erfindung. Bridget Sullivan ist eine irische Einwanderin, die um 1886 in die USA kam und zunächst in Newport, Rhode Island lebte. Zum Zeitpunkt des Doppelmordes wohnt und arbeitet die 26-Jährige Junggesellin fast drei Jahre im Haus der Bordens.
Im Prozess war Sullivan eine der wichtigsten Zeug:innen, da sie die einzige war, die sich zum Tatzeitpunkt mit Lizzie im Haus aufgehalten hatte.
Mehr zum Prozess kannst du hier nachlesen: "Monster: Lizzie Borden": Um diesen rätselhaften True-Crime-Fall geht's in der neuen Staffel
True-Crime-Expertinnen im Talk
Die lesbische Lizzie: Fakt oder Fiktion?
Fest steht, die Storyline rund um Lizzies sexuelle Orientierung ist keine Erfindung der "Monster"-Macher:innen.
Die Theorie der heimlichen Affäre wurde 1984 bereits im Roman "Lizzie" von Ed McBains aufgegriffen. In dem Buch entdecken Lizzies Eltern die Beziehung, die Situation eskaliert und endet schließlich in den berühmten Axt-Morden.
In den Prozessakten und den überlieferten zeitgenössischen Berichten gibt es offenbar keinen Hinweis darauf, dass eine Beziehung zwischen Lizzie und Bridget bekannt war oder jemals als Motiv diskutiert wurde. Auch die Staatsanwaltschaft führte keine Affäre als Erklärung für die Morde an.
Die lesbische Lizzie ist demnach wohl vor allem eine moderne Interpretation einer historischen Figur.
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