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Vom Handwerker zum Kinostar

"Danowski"-Darsteller Milan Peschel: Darum hält er sich von Social Media lieber fern

Veröffentlicht:

von teleschau

Schauspieler Milan Peschel ist aus der deutschen Kino- und TV-Landschaft kaum noch wegzudenken.

Bild: 2023 Getty Images/John Phillips


Magischer Zoohändler, verzweifelter Krebskranker, Soldat im Zweiten Weltkrieg: Milan Peschel ist der Allrounder in der deutschen Kino- und TV-Landschaft. Jetzt kehrt der in Ost-Berlin geborene Darsteller als schnauzbärtiger Kommissar Danowski zurück auf den Bildschirm.

"Columbo wird von anderen oft unterschätzt. Das ist bei Danowski ganz ähnlich." Das sagte Milan Peschel kürzlich in einem Interview mit der Agentur teleschau, als er nach Parallelen zwischen seiner Krimifigur und dem legendären TV-Ermittler aus den 1970er-Jahren gefragt wurde. Nach 2019 ist der Schauspieler am 11. Mai um 20:15 Uhr zum zweiten Mal als Kommissar Adam Danowski zu sehen.

In "Danowski - Neunauge" bekommt er es mit einer Serie spektakulärer Leichenfunde in Schulkellern zu tun. Und mit dem naseweisen Fallanalytiker Martin Gaitner (Sebastian Bezzel), der dem schnauzbärtigen Ermittler zunehmend den Nerv raubt. Dabei ist Danowski sonst die Kollegialität in Person. Konkurrenzdenken ist ihm fremd. Damit kann sich auch Milan Peschel gut identifizieren. "Mich interessiert Freundlichkeit, Respekt", betont er im teleschau-Interview. "Beides will ich selbst von anderen. Deshalb versuche ich auch, beides anderen zu geben."

Streame "Danowski - Neunauge" am 11. Mai um 20:15 Uhr auf Joyn


"Kontrollverlust ist eine gute Sache"

Und noch etwas ist Milan Peschel wichtig: das Lachen. Der am 1. Januar 1968 als Sohn eines Lehrers und einer Modejournalistin in Ost-Berlin geborene Darsteller wurde einst nach seiner idealen Familie befragt. In einem Interview mit dem NDR erinnerte er sich: "Da habe ich eigentlich alle meine komödiantischen Vorbilder mit reingepackt. Charlie Chaplin, die Marx Brothers und Buster Keaton, glaube ich, auch." Auch die Austernprinzessin aus einem gleichnamigen Stummfilm von 1919 hätte er gerne dabei.

"Lachen ist Kontrollverlust. Und Kontrollverlust ist eine gute Sache", sagte Peschel dazu im teleschau-Interview. Schon in der Schulzeit sei er daran interessiert gewesen, "dass die anderen eine gute Zeit haben". Aus diesem Grund sei er auch kein Freund von Selbstoptimierung. Das sei "eine Art von Kontrolle, zu der wir aufgefordert werden". Lachen hingegen "ist eine Form von Widerstand". Es lasse gerne die Gesichtszüge entgleisen. "Und dadurch ist man auch nicht mehr so leicht kontrollierbar."

Vom Handwerker zum Kinostar: Milan Peschels ungewöhnlicher Werdegang

Bevor er sich seinem Talent als Mime widmete, lernte Milan Peschel zunächst etwas Handfestes: Er absolvierte von 1984 bis 1986 eine Ausbildung als Theatertischler an der Deutschen Staatsoper Berlin. Anschließend arbeitete er bis 1991 als Bühnentechniker an der Volksbühne Berlin. Erst dann besuchte er von 1991 bis 1995 die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin.

Später war er elf Jahre lang Ensemblemitglied an der Volksbühne Berlin und trat auch in anderen Theatern auf. Seine erste TV-Rolle hatte er 2004 im TV-Film "Stauffenberg" als Oberstleutnant Karl Pridun. Schon 2005 hatte Milan Peschel eine Kino-Hauptrolle im Film "Netto". Darin ist er als frustrierter Ex-Ehemann zu sehen, dem sein Sohn wieder auf die Sprünge hilft.

Zahlreiche Kino- und TV-Auftritte folgten. Für seine Hauptrolle als tumorkranker Vaters im TV-Drama "Halt auf freier Strecke" (2011) wurde Peschel mit dem Bayerischen Filmpreis 2011 und dem Deutschen Filmpreis 2012 ausgezeichnet. Ein Jahr zuvor glänzte er in der "Tatort"-Episode "Weil sie böse sind" als Vater eines autistischen Sohnes, der zu einer Verzweiflungstat getrieben wird. Darin sowie im selben Jahr im Kinofilm "Rubbeldiekatz", spielte er an der Seite von Matthias Schweighöfer. Die beiden sind auch privat befreundet. Im kostenlosen Stream auf Joyn ist Milan Peschel aktuell mit der Komödie "Irre sind männlich" vertreten.

Im Herbst geht es weiter mit "Doppelhaushälfte"

Auch in mehreren Kinder- und Jugendfilmen zeigte Milan Peschel schon seine Vielseitigkeit. Etwa in "Timm Thaler und das verkaufte Lachen" (2017), "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer" oder in bisher vier Filmen der Kinoreihe "Die Schule der magischen Tiere". Darin ist er jeweils als Zoohändler Mr. Mortimer Morrison zu sehen.

Auch 2026 ist der Berliner schwer beschäftigt. Zuletzt hatte er eine Nebenrolle im Kinofilm "Extrawurst" mit Hape Kerkeling. Ab Herbst kommt die fünfte Staffel der ZDF-Serie "Doppelhaushälfte" ins Fernsehen. Als mürrischer Ex-Polizist Andi Knuppe wird er sich wieder mit der migrantischen Patchwork-Familie im Nebenhaus zanken.


Viel Trubel gibt's in der Komödie "Irren ist männlich" mit Milan Peschel


"Langfristig ist Optimismus die einzige Lösung", findet Milan Peschel

Milan Peschel ist mit Magdalena Musial verheiratet. 1999 und 2001 wurden die Kinder Stasys und Sofia geboren. Vielleicht auch wegen seines Nachwuchses blickt der Darsteller zuversichtlich nach vorne, trotz der zahlreichen Krisenherde auf der Welt. Im teleschau-Interview räumt er zwar ein: "Um etwas zu verändern, muss man kurzfristig ein Pessimist sein. Sonst fängt man gar nicht damit an." Langfristig aber sei "Optimismus die einzige Lösung".

Von Plattformen wie Facebook und Co. hält er sich eher fern. "Die sozialen Medien haben nichts Soziales", so Peschel. Überhaupt habe er kein Interesse, sich selbst zu verkaufen. Dabei ist er jenseits der Schauspielerei auch als Maler erfolgreich. "Ende der 1980er-Jahre habe ich mit dem Malen angefangen, einfach so aus Langeweile. Und es ging immer weiter, wurde immer größer", erklärt er, fast verwundert. Zurzeit laufe eine Ausstellung in Hattingen bei Bochum, "und in Berlin habe ich außerdem eine Ausstellung zusammen mit meiner Frau".

"Danowski - Neunauge" läuft am Montag, 11. Mai, um 20.15 Uhr im ZDF. Zur selben Zeit ist der Krimi im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


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