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"Marie Brand und die verlorenen Kinder" im ZDF: Beruht der Film auf einer wahren Begebenheit?

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von teleschau

Marie Brand und Jürgen Simmel ermitteln im neuen Fall im Umfeld eines Kinderhorts.

Bild: ZDF und Martin Valentin Menke


In "Marie Brand und die verlorenen Kinder" werden die Kommissarin und ihr Kollege Simmel mit einer besonderen Form der gefährlichen Körperverletzung gegen die Schwächsten der Gesellschaft konfrontiert. Wie viel Wahrheit steckt in der Geschichte?


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Darum geht es in "Marie Brand und die verlorenen Kinder"

Margit Gehringer wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie war die Leiterin eines Kinderhorts. Aufgrund der Aussage ihrer Nachbarin über einen lautstarken Streit nehmen Marie Brand (Mariele Millowitsch) und ihr Kollege Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) zunächst den Ehemann der Toten ins Visier. Doch dann ergibt sich eine neue Spur, die in die Vergangenheit Gehringers führt.

Ein gefeierter Arzt mit umstrittener Vergangenheit

Vor vielen Jahren arbeitete Gehringer in einer psychiatrischen Einrichtung für Kinder und Jugendliche. Ihr damaliger Kollege, der Kinderpsychiater Dr. Bernd Jakobi (Christian Erdmann), ist mittlerweile ein gefeierter Autor von Ratgeber-Büchern für Eltern. Gehringer hatte erst kurz vor ihrem Tod eine seiner Lesungen besucht.

Zwei Schwestern hatten Jakobi vor einer Weile verklagt. Sie werfen ihm vor, sie als Kinder mit sogenannten Neuroleptika ruhiggestellt zu haben, die starke Nebenwirkungen haben. Und das, obwohl es medizinisch nicht indiziert, also gar nicht nötig gewesen sei. Bis heute leiden sie körperlich wie psychisch unter den Nachwirkungen der Medikamente. Aus Mangel an Beweisen wurde das Verfahren gegen Jakobi eingestellt. Wollte Gehringer diese Beweise liefern und musste deswegen sterben? Hat sie ihn erpresst und gedroht, seinen Ruf zu schädigen?

Ist ein wahrer Fall der Hintergrund?

Neuroleptika gehören wie Antidepressiva zur Gruppe der Psychopharmaka. Sie werden auch Antipsychotika genannt. Eines dieser Neuroleptika heißt Pipamperon und wird eingesetzt bei Halluzinationen, Wahn, Stimmungsschwankungen und zur Beruhigung.

Seit 2025 läuft in Deutschland ein Verfahren gegen einen deutschen Kinderpsychiater und Bestsellerautor, der Ähnlichkeiten zu Dr. Jakobi in "Marie Brand und die verlorenen Kinder" aufweist. Ihm wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, weil er Kindern Pipamperon gegeben habe, obwohl es nicht indiziert war. Er streitet das ab und versichert, dass es immer indiziert gewesen sei.

Vielleicht sind die Parallelen aber auch Zufall. Sicher ist aber, dass immer wieder Mediziner:innen in der Kritik stehen, vorschnell oder ohne ausreichende Indikation Erwachsenen und Kindern Psychopharmaka wie Antidepressiva und Beruhigungsmittel zu verschreiben, obwohl eine Psychotherapie langfristig laut Studien oft effektiver ist. Der so spannend wie unterhaltsam inszenierte ZDF-Krimi behandelt also ein ernstes gesellschaftliches Thema und trägt im besten Falle zu dessen Aufklärung bei.

Ein bisschen Leichtigkeit muss sein

"Marie Brand"-Kenner:innen wissen, dass selbst bei ernsten Themen wie diesem immer noch Raum für ein wenig Leichtigkeit ist. Dafür sorgt erneut Kommissar Simmel. Hinnerk Schönemann spielt ihn als hervorragenden Ermittler, der aber immer wieder ein bisschen treudoof und tollpatschig daherkommt. Genau diese Diskrepanz macht die Figur so liebenswert. In "Marie Brand und die verlorenen Kinder" findet sich Simmel plötzlich in der Vaterrolle wieder, denn seine neue Freundin ist Mutter eines zwölfjährigen Jungen. Der will von Muttis Neuem allerdings nichts wissen. Und so muss sich Simmel etwas überlegen, um bei dem Teenie und damit auch dessen Mutter zu punkten ...

Wenn du wissen möchtest, ob Simmel Erfolg hat und vor allem auch, wer hinter dem Mord an Margit Gehringer steckt, dann sieh dir "Marie Brand und die verlorenen Kinder" am Mittwoch, 7. Januar, um 20:15 Uhr, im ZDF-Livestream bei Joyn an.


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