Linda Zervakis

Wie ein deutsches Start-up die Raumfahrtindustrie aufmischen will – mit einer cleveren Idee

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von Claudia Frickel

Die Rocket Factory Augsburg ist eins der führenden Start-Ups für die Entwicklung von Raketen.

Bild: ProSieben


Mit Autoteilen, Serienproduktion und 3D-Druck will die Firma RocketFactory Augsburg Raketen billiger bauen. Linda Zervakis findet heraus, ob diese Idee die Raumfahrt wirklich auf den Kopf stellen könnte.

Mit Auspuffteilen aus dem Auto zur Rakete

Raketen zu entwickeln und zu bauen, ist komplex und teuer. Viele Bauteile sind Spezialanfertigungen, oft wird jede Rakete individuell gebaut – selbst die einzelnen Stufen sind Unikate.

Genau das will die RocketFactory Augsburg (RFA) anders machen: Das Start-up setzt auf vorhandene Technik – und modelt sie um, sodass sie zu den Anforderungen im All passt. Die Firma nutzt dafür Standardkomponenten aus der Autoindustrie und aus dem Maschinenbau. Die "komplexe, teure Über‑Ingenieurkunst bei Raketen" sei damit Geschichte, so RFA selbstbewusst.

Wir nutzen Dinge, die es in der Industrie sowieso schon gibt, und verbauen sie in Raketen.

Jörn Spurmann, Mitgründer der Rocket Factory Augsburg

Ein Beispiel dafür sind Auspuffsysteme von Autos, die bei RFA zu Leitungen modifiziert werden. Ein Hersteller aus der Gegend produziert sie für die Firma, wie Mitgründer Jörn Spurmann Reporterin Linda Zervakis erzählt. Das ist nur eine Stellschraube, um Kosten zu sparen. Triebwerksteile entstehen zudem im 3D-Druck, die Satelliten sind kleiner, und viele Komponenten sollen in Serie gefertigt werden.

Raumfahrt wird für Kunden bezahlbar und man kann mit weniger Geld sinnvolle Dinge tun.

Jörn Spurmann, Mitgründer der Rocket Factory Augsburg

Das Ziel: Kleine Satelliten schneller ins All bringen – und viel billiger

Mit seiner kleinen Rakete "RFA One" will das Start-up künftig Kleinsatelliten ins All befördern, schneller und billiger als bisher. Dabei tritt es gegen übermächtige Konkurrenz an, unter anderem von Elon Musk – mit einem Kampfpreis: Nur 3 bis 5 Millionen Euro könnte ein Start kosten.

Zum Vergleich: Der französische Anbieter Arianespace verlangt für den Start seiner großen Ariane-6-Raketen um die 100 Millionen Euro, bei kleinen Vega-Modellen werden 40 Millionen Euro fällig. Mit Musks SpaceX geht es billiger: Rund 55 Millionen Euro kostet ein Start.

Ex-CCO Spurmann hat das 2018 gegründete Unternehmen zwar inzwischen verlassen, aber RFA tüftelt mit seinen 300 Mitarbeiter:innen weiterhin an den Raketen.

Für ihre neue Reportage "LINDA ZERVAKIS. Made in Germany – zurück an die Weltspitze?" besucht die Reporterin die Augsburger Firma – und sieht zu, wie aus Autoteilen Raketenkomponenten werden. Du kannst einen Blick in die Werkhallen des Start-ups werfen und siehst bei einem Triebwerkstest der besonderen Raketen zu.

Linda Zervakis recherchiert für ihre Reportage darüber hinaus, an welchen Innovationen in Deutschland derzeit noch gefeilt wird – von lasergetriebener Fusionsenergie bis Batterierecycling. Den Beitrag kannst du kostenlos auf Joyn streamen.



Hier siehst du alle Folgen von "LINDA ZERVAKIS."


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