"Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime"
Der Fall Estibaliz Carranza: Die mordende Eislady von Wien
Veröffentlicht:
von Claudia FrickelKarolin Kandler und Jule Gölsdorf sind einem eiskalten Mord auf der Spur.
Bild: REUTERS/Leonhard Foeger, Kabel Eins, Adobe Stock (5)
Sie erschießt zwei ihrer Partner, zerstückelt die Leichen und betoniert sie unter ihrem Wiener Eissalon ein: Estibaliz Carranza wird später als "Eislady" bekannt. Erst ein Wasserrohrbruch führt die Polizei auf ihre Spur. "Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime" beleuchtet den spektakulären Fall.

In Folge 2 untersuchen Karolin Kandler und Jule Gölsdorf den Fall der "Eislady"
Gruselfund im Keller unter der Eisdiele: Einbetonierte Leichenteile
Die "Schleckeria" im Wiener Bezirk Meidling ist eine ganz normale Eisdiele. Doch das ändert sich im Juni 2011. Im Gebäude mit mehreren anderen Geschäften und Wohnungen gibt es einen Wasserrohrbruch. Einer der Mieter muss deshalb Reparaturarbeiten im Keller durchführen. Die Handwerker brechen ein Abteil auf, das mit einem Vorhängeschloss versperrt ist und offiziell niemandem gehört.
Doch darin stoßen sie auf mehrere Überraschungen. Sie finden eine Pistole sowie drei Tiefkühltruhen, Maurertröge und Blumentöpfe - alle mit Beton gefüllt. Das Schockierendste: Aus einem der Töpfe ragt ein Unterschenkel heraus, mitsamt Fuß. Aber wo ist der Rest der sterblichen Überreste?
Die Polizei entdeckt weitere Leichenteile in dem Beton und beginnt vorsichtig mit der Bergung. Am Anfang sieht es nur nach einem Toten aus - doch dann findet das Landeskriminalamt Wien einen zweiten Schädel.
Im Beton sind also zwei Leichen versteckt, beides Männer. Beide wurden laut Obduktion durch Kopfschüsse mit einer Pistole getötet, Kaliber 22. Offenbar liegen sie schon längere Zeit in ihrem finsteren Grab.
Das macht es in Kombination mit dem Beton unmöglich, den Todeszeitpunkt zu bestimmen, erklärt Gerichtsmediziner Thomas Kamphausen in der True-Crime-Serie "Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime":
Das Einbetonieren führt zu einer Konservierung der Leichenteile.
Einen Tag nach der Entdeckung der Betonfässer und des Unterschenkels ist Estibaliz Carranza nicht mehr auffindbar. Die Frau wohnt in dem Haus und betreibt die Eisdiele Schleckeria. Doch nun leert sie Konto und Bankschließfach, nimmt Reisepass und Sparbuch mit und macht sich auf und davon.
Drei Tage später wird die 32-Jährige in Italien festgenommen. Ein Straßenkünstler hat sie bei sich aufgenommen - und ruft dann die Polizei. Die Ermittler:innen wissen da schon, dass einer der Toten Holger H. ist - Carranzas Ex-Mann.
Der war drei Jahre vorher spurlos verschwunden. Seine Frau hatte allen erzählt, dass der Hare-Krishna-Anhänger sich einer Sekte in Indien angeschlossen hat. Niemand sucht ihn.
Ein DNA-Test enthüllt die Identität des zweiten Toten: Ihr Lebensgefährte Manfred H. - der war seit einem halben Jahr ebenfalls verschwunden. Hat die zierliche Estibaliz Carranza die Männer getötet, zerstückelt und im Keller versteckt? Ab jetzt wird sie in der Öffentlichkeit als die "Eislady" bekannt.
Die Verbrechen der Eislady von Wien
Nach ihrer Festnahme stellt sich heraus, dass Estibaliz Carranza schwanger ist - von ihrem neuen Freund. Dann gesteht sie die beiden Morde: Sie hat zuerst ihren Ehemann aus nächster Nähe erschossen, später auch ihren neuen Lebensgefährten.
Die erste Leiche lässt sie drei Tage in der Wohnung liegen. Dann will sie den Körper verbrennen, genau dort. Doch das klappt nicht - darum holt sie sich im Baumarkt eine Kettensäge und eine Betonmischung. Dann macht sie sich an ihr gruseliges Werk.
Bei ihrem zweiten Mord geht sie zwar ähnlich vor, aber dieses Mal plant die Eislady alles im Voraus. Sie kleidet das Bett mit Folie aus. Carsten Schütte hat als Fallanalytiker jahrelang für das LKA Niedersachen gearbeitet und weiß, wie Täter:innen ticken. Er sagt:
Wenn ich es noch mal tue, versuche ich, meinen Modus operandi zu optimieren.
Doch anders als ihr Ehemann wird der Lebensgefährte nach seinem Verschwinden vermisst. Eines Tages steht sogar die Polizei vor der Tür. Doch die Mörderin kann gerade noch den Kopf aus der Schlinge ziehen. Ein halbes Jahr später bringt ein Wasserrohrbruch ihre Verbrechen ans Tageslicht.
Welches Motiv die Eislady hatte, wie sie genau vorgeht und wie eine Gerichtspsychiaterin die verurteilte Mörderin später beurteilt, siehst du in der zweiten Folge von "Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime"
"Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime" immer freitags
Warum morden Frauen - und wie? Das steht im Zentrum einer neuen True-Crime-Reihe auf Kabel Eins. Die beiden ":newstime"-Nachrichten-Moderatorinnen und Podcasterinnen Karolin Kandler und Jule Gölsdorf analysieren gemeinsam mit Expert:innen verschiedene Fälle und untersuchen die spezifischen Aspekte weiblicher Kriminalität.
"Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime" läuft seit 13. Februar immer freitags um 20:15 Uhr auf Kabel Eins. Außerdem kannst du die Folgen live auf Joyn streamen und später jederzeit abrufen.
Die True-Crime-Serie "Weiblich. Tödlich. Sisters in Crime" jetzt streamen
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