"Tatort: Sashimi Spezial" mit Odenthal und Stern
Auto gegen Radfahrer im "Tatort": Leben Fahrradfahrer heute gefährlicher als früher?
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von teleschauJohanna Stern (Lisa Bitter, 2. v. r.) undercover bei den Fahrradkurieren Lissi (Rabea Lüthi, l.) und Eddi (Leonard Kunz, 2. v. l.). Kommissarin Odenthal (Ulrike Folkerts, r.) ermittelt.
Bild: SWR/Benoît Linder
Im "Tatort: Sashimi Spezial" lernten Lena Odenthal und Johanna Stern das Fahrradkurier-Kollektiv Velopunks kennen. Einer der "Rider" wurde totgefahren. Im Rahmen des Klassenkampf-Krimis ging es auch um die Frage: Wie gefährlich ist Radfahren?
In einer Trauerzeremonie der Velopunks für den überfahrenen Kollegen heißt es im Krimi: "Die Straße gehört denen, die ihre eigene Kraft einsetzen, um vorwärtszukommen. Die an ein anderes Miteinander glauben. Wenn ihr uns vom Rad holt, stehen wir wieder auf." Später zerstören die Velopunks eine Reihe von Autos, die Geh- und Fahrradwege blockieren. Die Botschaft im Sonntagskrimi von "Tatort"-Veteran Stefan Dähnert ("Tatort: Lenas Tante") ist spätestens dann klar: Hier geht es um den Klassen- und Wertekampf Fahrrad gegen Auto. Impliziert wird, dass Autofahrer nicht nur der Umwelt schaden, sondern auch die Straße aggressiv als eigenes Revier betrachten. Ist es wirklich so gefährlich, heute Fahrrad zu fahren?
Wovon erzählt der Krimi?
Lena Odenthal (Ulrike Volkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) stehen vor der Aufgabe, den Tod eines Mitglieds des linksidealistisch geprägten Fahrradkurier-Kollektivs Velopunks aufzuklären, das offenbar überfahren wurde. Kurz zuvor hatte der junge Mann angekündigt, sich wegen Drogenhandels selbst anzuzeigen. Um mehr zu erfahren, schleust sich Johanna Stern undercover als Fahrerin in die Gruppe ein. Dabei gewinnt sie das Vertrauen der Wortführer:innen Theo (Camill Jammal) und Zoe (Antje Traue). Bald stellt sich die Frage, womit die Truppe neben ihrem regulären Kuriergeschäft tatsächlich ihr Geld verdient - zumal dieses offenbar nicht ausreicht, um die versprochenen fairen Löhne zu zahlen. Doch welche Rolle spielen der zwielichtige Logistikunternehmer Benjamin Menz (Robert Stadlober) sowie Polizeidirektor Breising (Bernd Hölscher) im Geflecht aus Idealismus und möglichen Straftaten?
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Wie viele Menschen sterben in Deutschland bei Verkehrsunfällen?
Seit Beginn der Statistik in den 1950er‑Jahren ist die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland massiv gesunken - vom fünfstelligen Bereich auf heute unter 3.000 pro Jahr. Einen traurigen Rekord stellte man 1970 in Westdeutschland auf: 21.300 Verkehrstote gab es damals. Seitdem hat sich viel getan: Gurtpflicht, Airbags, Crash-Tests, strengere Ahndung von Verkehrsvergehen wie Alkoholmissbrauch und zuletzt Assistenzsysteme. Was jedoch auffällt: Während die Zahl toter Autofahrer:innen in der Jahres-Statistik weiter zurückgeht, blieb die Zahl getöteter Radfahrer:innen und auch Fußgänger:innen zuletzt konstant oder stieg sogar an.
So viele Radfahrer:innen sterben pro Jahr in Deutschland
2024 kamen in Deutschland 441 Radfahrer:innen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Damit stellte diese Gruppe etwa jeden sechsten Verkehrstoten. Ähnlich hoch war die Zahl der getöteten Fußgänger:innen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Rund zwei Drittel der Todesopfer entfielen auf andere Verkehrsteilnehmende, also vor allem auf motorisierte. Auffällig ist, dass die Zahl der getöteten Radfahrenden in den vergangenen Jahren leicht über dem Niveau von vor zehn Jahren liegt. Im Vergleich zu 2014 ist ein Anstieg von gut zehn Prozent zu verzeichnen - und das, obwohl die Gesamtzahl der Verkehrstoten im gleichen Zeitraum zurückgegangen ist.
Wie lässt sich die hohe Gefährdung von Radfahrer:innen und Fußgänger:innen erklären?
Fachleute führen verschiedene Ursachen an: In zahlreichen Städten wächst der Radverkehr stetig, sei es durch mehr Alltagsfahrten mit dem Fahrrad, die zunehmende Verbreitung von E-Bikes oder den Boom der Lieferdienste. Gleichzeitig legen auch mehr Menschen Wege zu Fuß zurück - unter anderem, weil der Anteil der Stadtbevölkerung steigt, viele gezielt etwas für ihre Fitness tun ("Schrittziel") oder aus Gründen des Klimaschutzes häufiger aufs Auto verzichten. Während Autos in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer sicherer geworden sind, bleiben Radfahrende und Fußgänger:innen im Straßenverkehr weiterhin weitgehend ungeschützt. Auch demografische Faktoren - etwa ein wachsender Anteil älterer, besonders vulnerabler Menschen im Verkehr - sowie Ablenkung im Alltag, beispielsweise durch Kopfhörer, liefern mögliche Erklärungen.
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