Ein Leben im Wandel
Ex-"Tatort"-Star Dagmar Manzel: So sah sie vor 34 Jahren als Biggi in "Schtonk!" aus
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von Lars-Ole GrapDagmar Manzel steht seit Jahrzehnten erfolgreich auf der Bühne und vor der Kamera. 1992 spielte sie die Rolle der Biggi (r.) im Kult-Film "Schtonk!".
Bild: picture alliance/dpa | Gerald Matzka, IMAGO / United Archives
Dagmar Manzel gehört zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Als Kommissarin Paula Ringelhahn ermittelt sie von 2015 bis 2024 im Franken-"Tatort", davor prägt sie über Jahrzehnte hinweg Theater, Kino und Fernsehen.
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Dagmar Manzel wird 68: Das Leben und die Karriere der erfolgreichen Schauspielerin
Schauspielerin Dagmar Manzel wird am 1. September 1958 als Tochter eines Lehrerehepaars im Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshagen geboren. Nach dem Abitur folgt von 1977 bis 1980 die Ausbildung an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Ihr Kamera-Debüt gab sie bereits im zweiten Studienjahr: 1979 wirkte sie in einer Fernsehaufzeichnung von Goethes "Urfaust" mit.
Direkt nach ihrem Abschluss 1980 führt Manzels Weg zunächst für drei Jahre nach Dresden. 1983 wechselt sie ans Deutsche Theater Berlin, wo sie bis 2001 festes Ensemblemitglied bleibt. Dort entdeckt sie auch ihre Leidenschaft für den professionellen Gesang. Seither feiert sie Erfolge im Musiktheater und steht seit 2004 in zahlreichen gefeierten Operetten- und Musical-Produktionen an der Komischen Oper Berlin auf der Bühne.
Parallel zur Bühnenarbeit steht Manzel ab Mitte der 1980er-Jahre zunehmend vor der Kamera, unter anderem in der populären Krimireihe "Polizeiruf 110". Nach der Wende etabliert sie sich schnell im gesamtdeutschen Kino: In Erfolgsfilmen wie "Schtonk!", "Nach fünf im Urwald" und "Die Apothekerin" glänzt sie in prägenden Haupt- und Kinorollen.
Dagmar Manzel bei Dreharbeiten zu "Schtonk!" (1992): Schon früh zeigt die Schauspielerin ihr vielseitiges Talent vor der Kamera.
Bild: IMAGO / United Archives
Einem Millionenpublikum wird sie schließlich als Eva Klemperer im historischen Mehrteiler "Klemperer - Ein Leben in Deutschland" bekannt. Für diese Leistung wird sie im Jahr 2000 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
Doch auch für weitere Arbeiten wird Manzel in diesen Jahren mehrfach ausgezeichnet: 1999 gewinnt sie den Grimme-Preis in Gold für den Dreiteiler "Der Laden". 2004 folgt der Adolf-Grimme-Preis für "Leben wäre schön", 2006 ein weiterer Deutscher Fernsehpreis für "Die Nachrichten" und "Als der Fremde kam". Für ihre Nebenrolle in "Die Unsichtbare" erhält sie 2012 schließlich den Deutschen Filmpreis.
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Dagmar Manzel als Paula Ringelhahn: Ihre Karriere im "Tatort" und ihr Abschied 2024
Bundesweit bekannt wird Manzel vor allem durch ihre Rolle als Kriminalhauptkommissarin Paula Ringelhahn im Franken-"Tatort" des Bayerischen Rundfunks, an der Seite von Fabian Hinrichs als Felix Voss. Ihr Debüt als Ringelhahn gibt Manzel 2015 in der Folge "Der Himmel ist ein Platz auf Erden", die bei ihrer Erstausstrahlung mehr als 12 Millionen Zuschauer:innen verfolgen.
Die Figur Paula Ringelhahn stammt aus dem brandenburgischen Guben und verlässt schon vor dem Mauerfall die DDR, ehe sie über Umwege zur Kriminalpolizei kommt. Bei der Ausgestaltung der Rolle habe sie bewusst auf gängige Krimi-Klischees verzichten wollen, wird Manzel im Zusammenhang mit dem Rollenprofil zitiert: Sie habe weder eine Krankheit noch eine Macke noch familiäre Verstrickungen wie ein Kind im Heim oder eine krebskranke Mutter gewollt.
Über zehn Fälle hinweg verkörpert Manzel eine ruhige, direkte Ermittlerin, die sich nicht leicht aus der Fassung bringen lässt. Besondere Aufmerksamkeit erhält ihr Auftritt in der Folge "Wo ist Mike?", in der sich ihre Figur auf eine psychologisch hochgradig intensive, melancholische Annäherung mit einem Tatverdächtigen einlässt, sowie die Episode "Hochamt für Toni", in der Ringelhahn ihrem Kollegen Voss bei der Aufarbeitung von dessen eigener Vergangenheit zur Seite steht.
Mit der Abschiedsfolge "Trotzdem" endet die Ära von Dagmar Manzel beim Franken-"Tatort". Auf eigenen Wunsch verlässt sie die Krimireihe mit 66 Jahren und nach fast zehn Jahren vor der Kamera. Als Gründe nennt die Künstlerin ihr Alter sowie ihr wachsendes Engagement als Regisseurin und Darstellerin an der Komischen Oper Berlin, das ihr neben den Dreharbeiten kaum noch freie Zeit gelassen hat.
Dagmar Manzel: Wie Krankheit und Abschied ihren Blick aufs Leben verändert haben
Wer Manzel in den vergangenen Jahren erlebt, erlebt eine Frau, die offen über das Älterwerden, einschneidende Erfahrungen und den Lauf der Zeit spricht. Im Interview mit der "Apotheken Umschau" blickt sie auf ihre Krebserkrankung mit 50 Jahren, ihren neuen Film "Der verlorene Mann" und die Bedeutung des Abschiednehmens.
Die Diagnose markierte einen Wendepunkt in ihrem Leben und prägt ihren Blick auf die verbleibende Zeit bis heute. Gegenüber der "Apotheken Umschau" beschreibt sie, wie sehr die Erkrankung ihren Blick auf das Leben verändert habe: Als junger Mensch lebe man mit dem Gefühl, ewig Zeit zu haben - doch selbstverständlich sei das nicht. Erst ihre eigene Erkrankung habe ihr vor Augen geführt, wie sehr sie am Leben hänge und wie wichtig es ihr sei, mitzuerleben, wie ihre Enkel groß werden.
Geholfen habe ihr dabei vor allem eines, sagt Manzel im Interview: das Schicksal anzunehmen, nicht zu hadern und einem Arzt zu vertrauen, dem sie ohne Zögern gefolgt sei. Freunde, mit denen sie in dieser Zeit musikalische Programme erarbeitet und Yoga praktiziert habe, sowie ihre Familie hätten sie durch die schwere Phase begleitet.
Harald Krassnitzer, Dagmar Manzel und August Zirner (v.l.) bei der Premiere des Kinofilms "Der verlorene Mann" im Münchner City Kino.
Bild: IMAGO/Future Image
Diese Erfahrung prägt auch ihren Blick auf ihre Rolle in "Der verlorene Mann". Darin spielt Manzel die Künstlerin Hanne, deren Ex-Mann nach zwanzig Jahren wieder vor der Tür steht, verändert durch eine Demenzerkrankung. Für Manzel ist der Film, wie sie der "Apotheken Umschau" erklärt, kein "Demenzfilm", sondern ein Liebesfilm, der von der Sehnsucht nach Liebe und dem Zauber des Einander-wieder-Entdeckens erzählt.
Auch privat hat sie Demenz erlebt: Eine enge Freundin ist daran erkrankt. Im Interview beschreibt sie das Wesen der Krankheit als fortschreitend, bis die Betroffenen irgendwann nicht mehr erreichbar seien. Ob das größere Unglück bei den Erkrankten selbst liege oder bei jenen, die zusehen und aushalten müssten, könne sie nicht sagen.
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Dagmar Manzel über das Älterwerden: Warum bewusster Abschied für sie wichtig ist
Ein Gedanke kehrt in Manzels Aussagen gegenüber der "Apotheken Umschau" immer wieder: die Bedeutung des bewussten Abschiednehmens. Grundsätzlich finde sie es schlimm, wenn man sich von einem Menschen nicht verabschieden könne, bevor er für immer verschwinde. Ähnlich verhalte es sich, wenn eine Theaterinszenierung zum letzten Mal gespielt werde. Es sei wichtig, einen Schlussstrich zu ziehen, sonst bleibe nur eine große Leere zurück, die man allein erlebe.
Dass die meisten Menschen den Wert der Zeit erst spät erkennen, betrachtet sie mit Melancholie, aber auch mit einer gewissen Zuversicht. Häufig lebe man, als hätte man unendlich viel davon. Erst im Alter richte man den Blick bewusster auf den Alltag und die Menschen um sich herum und erkenne, dass kein Moment zurückkehre. Darin liege für sie zugleich Melancholie und die Freude, diese Veränderung überhaupt wahrnehmen zu können.
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