Harsche Kritik

Kölner "Tatort" sorgt für Frust bei "Promibüßen"-Gewinner und Fans

Aktualisiert:

von Sylvia Loth

Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, rechts) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, links) begutachten die Leiche von Rüstmeisterin Elli Zander (Ines Lutz).

Bild: WDR/Thomas Kost


Schon kurz nach dem Start des Tatorts "Die Schöpfung" erschienen die ersten Kritiken in den Kommentarspalten: Diese Folge sorgt für Diskussionen und gnadenloser Kritik. Auch "Das große Promibüßen"-Gewinner Jörg Dahlmann äußerte seinen Frust auf Instagram.


+++ Update, 12. Januar 2026 +++

Frust statt Spannung

Der neue Köln-Fall im "Tatort" sorgte schon kurz nach dem Vorspann für Aufruhr in den deutschen Wohnzimmern. Während Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) zwischen Arien, Kulissen und Kostümen ermittelten, ging es ähnlich dramatisch zu in den Kommentarspalten der sozialen Kanäle. Es war zu spüren: Dieser "Tatort" spaltet die Community.

Atmosphärisch entführte der Fall die Zuschauer:innen in die Kulissen der Kölner Oper. Die Toten waren drapiert wie Figuren tragischer Theaterszenen. Der Pathos des Tatorts wurde von musikalischen Klängen flankiert, die die Dramatik akustisch untermalen sollten - allerdings sorgten die Opernarien sowie der erzählerische Strang von "Die Schöpfung" bei den meisten Zuschauer:innen für mehr Abwehr als Applaus.

"Ohne Ton geht’s eigentlich"

"Ich habe jetzt schon Kopfschmerzen", "Absoluter Dreck und das Opern-Gejaule, da haben selbst meine Schäferhunde das Weite gesucht", "Und für sowas Zwangsgebühren!" schrieben die einen. Andere Kritiker:innen des Soundszenarios kapitulierten pragmatisch: "Ohne Ton geht’s eigentlich". Insgesamt reichten die Reaktionen von "sterbenslangweilig" bis hin zu "grottenschlecht".


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Seltenes Lob

Zwar sorgte die Inszenierung auch für positive Stimmen wie "Coole Kulisse" und "Das war wahrscheinlich der spannendste und gruseligste Tatort, den ich seit Langem gesehen habe. Grandiose Regie". Doch die Kritik überwog - nicht nur bei den Zuschauer:innen, auch bei den bewährten Feuilletonist:innen.

Prominente Kritik

Auch "Promibüßen"-Gewinner Jörg Dahlmann konnte sein Entsetzen über die Kölner Tatort-Folge nicht für sich behalten. Er bat die Tatort-Macher:innen auf seinem Instagram-Account @joergdahlmann, "wieder vernünftige Drehbücher" zu schreiben. Und weiter: "Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sich die Autoren mit immer verrückteren Geschichten zu übertrumpfen versuchen … Oder?"

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+++ Ursprünglicher Artikel +++

"Tatort: Die Schöpfung": Darum ging es

Kurz vor der Premiere von Joseph Haydns Oper "Die Schöpfung" kommt es in der Kölner Oper zu einer schockierenden Entdeckung: Elli Zander (Ines Lutz), eine Mitarbeiterin der Requisite, die auch für die Waffenkammer zuständig war, wird erschossen aufgefunden. Ihr lebloser Körper wurde wie für eine Operninszenierung drapiert. Und tatsächlich fehlt in der Requisite eine Schusswaffe, die als Tatwaffe diente.

Eine erste Spur führt die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) zum Countertenor David Deycks (Marcel Gisdol). Während sie diesen noch ausfindig machen, geschieht ein zweiter Mord. Bei dem Toten handelt es sich um den Schuhmacher Willi Köpke (Aljoscha Stadelmann). Auffällig: Genau wie bei der ersten Leiche ist der Fundort nicht der Tatort. Ballauf und Schenk fragen sich, ob sie es mit einer Mordserie zu tun haben - und wenn ja, wer wohl das nächste Opfer sein wird ...

Große Bühne für Ballauf und Schenk

Die Oper entpuppt sich als eigener Mikrokosmos. Während Ballauf sich etwas schwer damit tut, findet sich sein Kollege Schenk, der sich als großer Opernfan outet, überraschend schnell zurecht. Der Kommissar genießt die Zeit zwischen den Sängerinnen, Kostüm- und Maskenbildnern sichtlich. Doch auch er ist überfordert, bei wem sie ihre Ermittlungen beginnen sollen. Als dann eine weitere Leiche entdeckt wird, steigt die Angst im Opernhaus und der Druck bei den Kommissaren.

Eine Schlüsselrolle hat Eva Krüger, die als Elektrikerin im Bühnenbetrieb arbeitet und sich als "gute Seele" der Oper entpuppt. Ihre Argusaugen wachen überall. Sie organisiert auch den Umzug zurück ins Opernstammhaus und scheint sich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen. Oder trügt der Schein?

KTU-Leiterin Natalie Försten (Tinka Fürst) untersucht die zweite Leiche und teilt Kommissar Freddy Scheink (Diermar Bär), dass es sich bei dem Toten um den Schuhmacher Willi Köpke (Aljoscha Stadelmann) handelt.

Bild: WDR/Thomas Kost


Blick hinter die Kulissen

In ihrem 94. Fall bieten die Oper Köln und die Interimsspielstätten in Köln-Deutz die Kulisse für die Ermittlungen der Kölner "Tatort"-Legenden. Vom 29. August bis zum 30. September 2024 wurde sowohl im Staatenhaus auf dem Messegelände in Köln-Deutz als auch im Opern-Stammhaus am Offenbachplatz, das gerade umgebaut wird, gedreht. Dietmar Bär zeigte sich während der Dreharbeiten sichtlich begeistert, die "neue alte" Spielstätte quasi einweihen zu dürfen. "Egal, mit welcher Oper dieses wunderbare, alte, neue Haus seine Wiedereröffnung feiern wird - Wir drei [Anm. d. Red.: Gemeint sind neben Bär die Kollegen Behrendt und Grossmann] waren die ersten hier on Stage!"

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