Schwäbische Schauspiellegende
"Tatort"-Star Walter Schultheiß ist tot: Ein Blick auf sein Leben
Aktualisiert:
von spot on newsDer Schauspieler Walter Schultheiß ist mit 101 Jahren gestorben.
Bild: Imago Images / Wilhelm Mierendorf
Der schwäbische Schauspieler Walter Schultheiß ist im Alter von 101 Jahren im Kreis seiner Familie verstorben. Über sieben Jahrzehnte prägte er Bühne, Hörfunk und Fernsehen - als "Karle" wurde er zur Kultfigur einer ganzen Region. Um den verstorbenen Schauspieler zu würdigen ändert der SWR ändert am 3. Januar sein Programm.
Baden-Württemberg trauert um einen seiner prägendsten Künstler: Walter Schultheiß ist am 22. Dezember im Alter von 101 Jahren gestorben. Der Schauspieler starb friedlich im Kreis seiner Familie in Wildberg im Landkreis Calw, wie sein Sohn Götz Schultheiß dem SWR bestätigte. Die Beisetzung fand bereits im kleinen Kreis statt.
Den "Tatort" streamen
Mehr als sieben Jahrzehnte stand Schultheiß auf Bühnen, vor Mikrofonen und Kameras. Dabei wurde er weit über seine Heimatregion hinaus bekannt.
Geboren wurde Walter Schultheiß im Mai 1924 in Tübingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er seine Schauspielausbildung in Stuttgart. Am dortigen Volkstheater erhielt er sein erstes festes Engagement - und lernte dort seine spätere Ehefrau Trudel Wulle kennen. Mehr als 70 Jahre blieben die beiden verheiratet.
Kultsketche als "Karle und Gottlob"
Parallel zur Bühnenarbeit entdeckte der Rundfunk sein Talent. Zunächst sprach er Rollen auf Hochdeutsch, doch bald wurde die schwäbische Mundart zu seinem Markenzeichen. Den großen Durchbruch erlebte er in den 1960er Jahren: Gemeinsam mit Werner Veith bildete er das Straßenkehrer-Duo "Karle und Gottlob". Die Sketche liefen samstags live im Radio und erreichten ein Millionenpublikum. Bis heute gelten sie als Klassiker schwäbischer Unterhaltungskultur.
Auch im Fernsehen wurde Schultheiß bald zur festen Größe. Er spielte in mehreren "Tatort"-Folgen mit, stand als Vermieter Rominger an der Seite von Kommissar Bienzle vor der Kamera und übernahm tragende Rollen in Serien wie "Oh Gott, Herr Pfarrer". Große Popularität erlangte er als Inspektor Köberle, als Titelheld in "Der König von Bärenbach" und als Weingutbesitzer Eugen Eisele in "Der Eugen", den er über mehr als hundert Folgen verkörperte.
Später Kinoerfolg
Erst spät kam Schultheiß zu einer Hauptrolle im Kino. 2013 spielte er in der Tragikomödie "Global Player - Wo wir sind isch vorne" einen 90-jährigen Firmenpatriarchen. Mit 93 Jahren stand er für "Laible und Frisch - Do ghot dr Doig" vor der Kamera, erneut gemeinsam mit seiner Ehefrau.
Nach dem Tod seiner Frau Ende 2021 zog sich Schultheiß aus der Öffentlichkeit zurück. Er lebte bis zuletzt in Wildberg bei seinem Sohn, dessen Frau und seinen Enkelinnen. SWR-Intendant Kai Gniffke würdigte ihn als "Idealtyp des sympathisch-bruddeligen Schwaben" und sagte: "Wir trauern um einen großartigen Schauspieler, Künstler und ein Urgestein des Mundartschauspiels."
SWR ändert Programm in Gedenken an Walter Schultheiß
Um die Schauspiellegende zu würdigen, ändert der SWR am Samstag, 3. Januar, sein Programm. Um 20:15 Uhr widmet der Sender dem Schauspieler den Nachruf "Der Schauspieler Walter Schultheiß – Ein Jahrhundert Leben!". Im Anschluss um 21:00 Uhr zeigt der Sender mit "Global Player – Wo wir sind isch vorne" einen Spielfilm aus dem Jahr 2013 mit Walter Schultheiß in der Hauptrolle.
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