Der Schauspieler im Porträt

"Der Beschützer": Wieso wird Tobias Oertel das Bösewicht-Image nicht los?

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von teleschau

Stoisch, kühl und doch tiefgründig: Tobias Oertel als BKA-Mann Jan Schäfer in "Der Beschützer - Wissen, das tötet".

Bild: ARD Degeto Film/Boris Laewen


Schon als Kind entdeckte er das Theater für sich. In Film und Fernsehen hat er schon die verschiedensten Charaktere gespielt. Jetzt ist er zum zweiten Mal in die Rolle des Personenschützers Jan Schäfer geschlüpft. Wer ist Tobias Oertel?


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"Ich kenne Sie, aber woher?" Diesen Satz hatte Tobias Oertel schon vor 15 Jahren häufig gehört. Daran hat sich vermutlich bis heute nichts geändert. Denn der Schauspieler ist bekannt für seine Vielseitigkeit. "Das ist doch schön, wenn man nicht auf eine Rolle reduziert wird", sagte der 50-Jährige damals im Interview mit dem Mediendienst teleschau. Er spiele gerne Figuren mit einer Entwicklung, die eine Reise machen und nicht durchweg positiv sind - gerne auch mit einer Schattenseite und einem unsympathischen Moment.

Mit den eigenen Schattenseiten wird seine Figur Jan Schäfer im Krimi "Der Beschützer - Wissen, das tötet" konfrontiert. Tobias Oertel ist zum zweiten Mal nach 2022 in die Rolle des stoischen BKA-Personenschützers geschlüpft - der eben mehr als nur eine gut geölte Bodyguard-Maschine ist. Vielmehr muss sich Schäfer einer dunklen Episode aus seiner Vergangenheit stellen.

Tobias Oertel: Das Image des Schurken hält sich hartnäckig

Die berufliche Vita des in Werneck bei Schweinfurt geborenen Schauspielers liest sich in der Tat bunt. Vom Shakespeare-Darsteller im Theater über den vermeintlichen Traummann in der SAT.1-Serie "Bis in die Spitzen", dubiose Gestalten in verschiedenen Krimiserien und einem extrem selbstbewussten Vorstadt-Casanova im SAT.1-Film "Frauen wollen mehr" bis zum Ermittler im "Bozen-Krimi": Tobias Oertel hat schon so ziemlich alles gespielt. "Man lernt in jeder Rolle einen neuen Menschen kennen - und bei der Reflexion dann auch ein Stück von sich selbst", lautete seine Erklärung in einem teleschau-Interview.

Dennoch haftet dem Wahl-Berliner das Image des klassischen Bösewichts an: durchtrieben, ambivalent, mit einem ungesunden Maß an krimineller Energie ausgestattet. "Ich habe genauso viele Rollen gespielt, in denen ich ein Guter war. Es könnte aber sein, dass meine Bösen mehr hängengeblieben sind", vermutete der Charakterkopf einst im teleschau-Gespräch. Und fügte an anderer Stelle augenzwinkernd hinzu: "Bei manchen Sendern reicht es ja oft, einen Dreitagebart zu tragen und eine alte Lederjacke anzuhaben, um als Fiesling dazustehen."

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Als Heranwachsender zog er das Kinder- und Jugentheater dem Fußball vor

Schon als kleiner Junge war Tobias Oertel von Geschichten und der Bühne fasziniert. Als er mit seinen Eltern nach Würzburg zog, ging er an ein Kinder- und Jugendtheater. "Es war rückblickend eher der kindliche Spieltrieb, der mich dorthin brachte, das hatte noch keine tiefere Bedeutung", erinnert er sich. Seine Freunde hätten derweil eben Fußball gespielt.

Aus dem kindlichen Spieltrieb wurde dennoch eine veritable Karriere: Oertel absolvierte nach der Schule an der Folkwang Hochschule Essen und der Filmakademie Baden-Württemberg seine Schauspielausbildung. Nebenbei jobbte er im Trockenbau und sanierte Altbauten. "Als studierender Jungschauspieler muss man ja irgendwie Geld verdienen." Seine Eltern waren vom Berufswunsch ihres Sohnes anfangs wenig angetan. Doch irgendwann begriffen Mutter und Vater, dass der Sprössling es ernst meint: "Sie haben meine Leidenschaft gesehen und realisiert, dass ich alles für die Sache gebe."

Mittlerweile lebt der 1,85 Meter große Schauspieler seit Jahren in Berlin. Er ist zwar in der Provinz aufgewachsen und mag die Natur, "aber wohnen wollte ich da nicht mehr. Heute bin ich wohl schon eher der urbane Typ".

Nach fünf Jahren kehrte er dem "Bozen-Krimi" den Rücken

Zahlreiche Krimi-, Film- und Serieneinsätze später schien Tobias Oertel in "Der Bozen-Krimi" eine Heimat gefunden zu haben. Ab 2015 verkörperte er elf Episoden lang den Commissario Matteo Zanchetti, ehe er 2019 seinen Abschied verkündete. Er sei "froh und dankbar, Teil dieser erfolgreichen Reihe gewesen zu sein", ließ er über den Sender ARD verkünden. Seine Begründung für den Ausstieg: "So wie meine Figur 'Matteo Zanchetti' nun beschließt, neue, andere Wege zu gehen, steht auch mir der Sinn nach Veränderung."

So ist Tobias Oertel weiterhin in verschiedenen Rollen zu sehen. So wie er es immer wollte. Etwa als Personenschützer Jan Schäfer, den er nun erneut verkörpert. Einen besonderen Schutz genießt übrigens sein Privatleben, über das der Darsteller beharrlich schweigt. Sein Beziehungsstatus etwa ist unbekannt. "Mir war von Anfang an klar, dass mein Privatleben nichts in der Presse verloren hat. Ich habe diese Entscheidung getroffen, und das klappt auch ohne Probleme", so Oertel im teleschau-Interview.

Hin und wieder lässt er sich aber doch etwas Persönliches entlocken. So wie 2016 in der "Bild"-Zeitung, als er gestand: "Ich bin nicht der Typ, der Frauen anspricht. Dafür bin ich zu schüchtern." Außerdem glaube er, dass die Frau allein entscheide, wie die Angelegenheit ausgeht. "Da spiele ich lieber Stichwortgeber und lasse Frau walten. Aber erobern will ich sie am Ende selber."

"Der Beschützer - Wissen, das tötet" läuft am Samstag, dem 21. März, um 20:15 Uhr im Ersten. Zeitgleich ist der Krimi im kostenlosen Livestream bei Joyn verfügbar.


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