Free-TV-Premiere von "Führer und Verführer"

Von Charlie Chaplin bis Fritz Karl: Diese Stars spielten Adolf Hitler

Veröffentlicht:

von teleschau

In "Führer und Verführer" schlüpfte Fritz Karl in die Rolle des Adolf Hitler. Vor ihm taten dies unter anderen auch zwei Oscar-Preisträger.

Bild: SWR / Zeitsprung / Wild Bunch / Stephan Pick


Adolf Hitler, der Diktator, der die Welt in den Zweiten Weltkrieg trieb und für den Tod von Millionen von Menschen verantwortlich ist, wir immer öfter von bekannten Schauspielern im TV und auf der großen Leinwand dargestellt.

Der Film "Führer und Verführer" (2024) von Regisseur Joachim A. Lang hat am Sonntag, 25. Januar, ab 23:35 Uhr im Ersten und über den ARD-Livestream auf Joyn seine Free-TV-Premiere. Darin spielt der Österreicher Fritz Karl (58) die Rolle des Adolf Hitler. Und es war sogar ein Vornamensvetter, nämlich Fritz Diez, der als erster deutscher Schauspieler in dem Film "Ernst Thälmann - Führer seiner Klasse" 1955 in der Rolle Hitlers zu sehen war. In dem 1969 auch in der DDR erfolgreichen fünfteiligen sowjetischen Propaganda-Spielfilm "Befreiung" über den militärischen Sieg der Sowjetunion über die Nationalsozialisten übernahm Diez die Hitler-Rolle sogar ein zweites Mal.


Die filmische Zurückhaltung gegenüber dem Diktator fegte erst Bernd Eichinger mit seinem Film "Der Untergang" (2004) richtig weg. Seither ist auch in Deutschland einiges im cineastischen Umgang mit dem Schreckensherrscher erlaubt. Und viele erstklassige Schauspieler, auch große Stars der Branche, wagten sich an die Rolle.

Oscar-Preisträger spielten Adolf Hitler

Noch zu Lebzeiten des Diktators des Deutschen Reiches machte sich ein ganz Großer über ihn lustig. "Der große Diktator" (1940) mit Charlie Chaplin in der Hauptrolle als Adenoid Hynkel gilt noch heute als beste Satire zum Thema, überzeichnet und sehr witzig. Bei "Hitler, ein Film aus Deutschland" (1977) von Regisseur Hans-Jürgen Syberberg lag die Betonung nur auf "überzeichnet". Der siebeneinhalbstündige Film, der als Vierteiler veröffentlicht wurde, war avantgardistisch und umstritten. Hitler wurde hier gespielt von Heinz Schubert, der zwischen 1973 und 1976 als "Ekel" Alfred Tetzlaff in der heutigen ARD-Serie "Ein Herz und eine Seele" zu deutschem TV-Kult wurde.

Im Ausland hatten selbst Superstars keine Berührungsängste mit der Rolle. Sir Alec Guinness ("Die Brücke am Kwai") spielte Hitler 1973 in "Hitler - Die letzten zehn Tage", Sir Anthony Hopkins ("Das Schweigen der Lämmer") tat es 1981 in "Der Bunker". In der Action-Komödie "Das Ass der Asse" (1982) mit Jean-Paul Belmondo spielte Günter Meisner eine groteske Doppelrolle als Adolf und Adele Hitler. Die Adolf-Rolle übernahm Meisner direkt im darauf folgenden Jahr erneut in der US-Fernsehserie "Der Feuersturm". Sogar Indiana Jones traf einmal auf Adolf Hitler. In einer kurzen Szene in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" stolperte er förmlich in den von Michael Sheard gespielten Führer hinein.

Auch der im vergangenen November verstorbene deutsche Schauspieler Udo Kier gab zweimal den Hitler, in beiden Fällen ziemlich durchgeknallt. In "100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker" (1989) war er als mit Drogen zugedröhnter Führer zu sehen, in der Science-Fiction-Komödie "Iron Sky: The Coming Race" (2019) spielte er den Herrscher einer Rasse von außerirdischen Reptilienwesen - einen Echsen-Hitler sozusagen.

Adolf Hitler - beliebtes Thema in der Satire

Gleich siebenmal gab es Hitler in "Gespräch mit dem Biest" (1996). Denn in dem Film lädt der "echte" Hitler (Armin Mueller-Stahl) sechs Hitler-Doubles (eines davon gespielt von Harald Juhnke) zu sich in den Bunker ein. Acht Jahre später bzw. ein Jahr, nachdem Robert Carlyle in dem US-Zweiteiler "Hitler - Aufstieg des Bösen" eine bemerkenswerte Hitler-Performance geboten hatte, war die Zeit reif für Bernd Eichingers "Der Untergang" mit Bruno Ganz in der Hitler-Rolle. Der Film erhielt einen Bambi und den Bayerischen Filmpreis und war als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert. Im Jahr darauf schlüpfte Tobias Moretti in dem TV-Doku-Drama "Speer und er" in die Rolle des Diktators.

In diesen Jahren tauchte die Hitler-Rolle in Deutschland auch vermehrt in der Satire auf. Michael Kessler hatte schon in "Switch" eine starke Hitler-Parodie gegeben. 2004 tat es Christoph Maria Herbst in "Der Wixxer" (als Butler Hatler) und zwar so gut, dass er selbst wiederum von Kessler in der Rubrik "Obersalzberg" in "Switch Reloaded" (2007) als Mischung aus Hitler und Stromberg parodiert wurde. Herbsts stimmliche Interpretation Hitlers war derart überzeugend, dass er das Hörbuch zu "Er ist wieder da" einsprach. In der Mediensatire von 2015, einer Umsetzung des Bestsellers von Timur Vermes, spielte Oliver Masucci die Rolle des Adolf Hitler. 2007 tat dies Kult-Komiker Helge Schneider in Dani Levys Satire "Mein Führer".

Adolf Hitler gab es auch als Zeichentrickfigur

2009 spielte Bambi-Preisträger Tom Schilling ("Achtsam Morden") in der Theaterverfilmung "Mein Kampf" den jungen Hitler. Im selben Jahr übernahm Ex-"Tatort"-Kommissar Martin Wuttke die Rolle in Quentin Tarantinos furiosem "Inglourious Basterds" und kam als Führer bei einem Attentat während einer Kinovorstellung zu Tode. In "Führer und Verführer" spielt Fritz Karl den Hitler. Der österreichische Schauspieler ist unter anderem als Hauptrolle der "Meiberger"-Krimis bekannt. Am 5. März löst er in "Meiberger - Der Marionettenmörder" in der ARD seinen nächsten Fall.

Auch als Zeichentrickfigur wurde Hitler umgesetzt. Sowohl in "Die Simpsons" als auch in "South Park" kam er vor. In der animierten US-Comedyserie "Family Guy" war sogar Gastgeber einer fiktiven Talkshow"

Diese Satire solltest du dir nicht entgehen lassen

Mehr entdecken