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Ihr Erbe stirbt nie!

Im Angesicht des Todes: Unvergessene Legenden aus der Welt von James Bond

Veröffentlicht:

von Andreas Ilmberger

James-Bond-Ikone Sean Connery erledigte seine Missionen stets mit dem nötigen Ernst.

Bild: imago images/Cinema Publishers Collection


James Bond allein macht noch keinen 007-Klassiker: Erst all die unvergesslichen Verbündeten und legendären Bösewichte verhalfen der Filmreihe zu jenem Kultstatus, der die Popkultur bis heute inspiriert. Viele der Darsteller:innen sind inzwischen verstorben. Wir erinnern an die Stars und ihre besonderen Bond-Rollen.

Bevor der Geheimagent James Bond 007 wieder einmal die Welt oder wenigstens das British Empire vor dem sicheren Untergang rettet, legt er sich gerne mit seinem Chef M an, flirtet mit dessen Vorzimmerdame Miss Moneypenny, um anschließend seinen Waffenmeister Q zur Weißglut zu bringen. Erst nach diesem Ritual, an dem sich seit über 60 Jahren kaum etwas geändert hat, geht er seiner tödlichen Mission nach und schaltet größenwahnsinnige Schurk:innen sowie deren garstige Handlanger:innen aus.

Doch genau diese lange Zeitspanne macht es leider unvermeidbar, dass liebgewonnene Charaktere die Bühne für immer verlassen müssen. Ihre Rollen werden nachbesetzt, doch die Schauspieler:innen hinterlassen dennoch tiefe Spuren im Herzen der Fans. Dies gilt insbesondere für die Anhänger, die mit den Bond-Filmen der 1960er- bis 1980er-Jahre aufwuchsen. Hier ist unsere Liste der sieben größten James-Bond-Legenden!

Chefsache! Dieser MI6-Boss M las drei Bonds die Leviten

Bernard Lee prägte als erster Darsteller des Geheimdienstchefs M das Fundament des MI6 und wurde zum Inbegriff des autoritären, aber stets loyalen Vorgesetzten von 007. Von "Dr. No" (1962) bis "Moonraker" (1979) mimte er die Rolle in insgesamt elf Bond-Filmen und stand dabei Sean Connery, George Lazenby und Roger Moore gegenüber.

Seine Darstellung war bestimmt von aristokratischer Disziplin, stoischer Gelassenheit und einem treffsicheren, trockenen britischen Humor, der den idealen Gegenpol zu Bonds oft eigenwilligen Methoden bildete. Bernard Lees Verkörperung von M bleibt der Maßstab für die frühe Ära der Agentenreihe und begründete das dynamische Verhältnis zwischen dem Geheimdienstleiter und dem Doppelnull-Agenten, das der Filmreihe bis heute zugrunde liegt.

Bernard Lee alias M in dem James-Bond-Abenteuer "Goldfinger" aus dem Jahr 1964.

Bild: picture alliance / PictureLux/The Hollywood Archive


Bernard Lee: Durchbruch mit "Der dritte Mann"

Der 1908 in London geborene John Bernard Lee stammte aus einer Theaterfamilie und erlernte sein Handwerk an der renommierten Royal Academy of Dramatic Art (RADA). Bereits ab den 1930er-Jahren etablierte er sich als einer der verlässlichsten Charakterdarsteller des britischen Theaters, Kinos und Fernsehens - unter anderem mit einer prägnanten Rolle im Filmklassiker "Der dritte Mann" (1949).

Neben seiner zwei Jahrzehnte umspannenden Bond-Karriere wirkte er in über 100 Film- und Fernsehproduktionen mit. In der Öffentlichkeit wurde Bernard Lee jedoch fast nur als Bond-Vorgesetzter M wahrgenommen.

Während der Vorbereitungen zum zwölften Bond-Streifen "In tödlicher Mission" erlag Bernard Lee im Januar 1981 einer Krebserkrankung. Aus Respekt vor seinen langjährigen Verdiensten für das Franchise verzichteten die Produzenten in diesem Film auf eine Neubesetzung der Rolle und verteilten die Szenen des Geheimdienstchefs auf andere Figuren.

Darf's ein Gadget mehr sein? Der erste Q versorgte fünf Bond-Darsteller

Desmond Llewelyn spielte den genialen, stets leicht genervten Quartiermeister Q (Major Boothroyd) und wurde mit seinen legendären Gadget-Präsentationen zu einem unverzichtbaren Herzstück der James-Bond-Reihe. Nach seinem Debüt in "Liebesgrüße aus Moskau" (1963) stand er in insgesamt 16 Filmen der Agentenreihe vor der Kamera und stattete dabei Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan mit tödlicher Spionage-Technologie aus.

Die Chemie zwischen dem pedantischen Erfinder und dem spöttischen Agenten basierte auf Desmond Llewelyns unverwechselbarer Mischung aus väterlicher Fürsorge und brüskem Unmut („Achten Sie darauf, 007!“), womit er eine der beliebtesten Kultfiguren der Filmreihe schuf.

Desmond Llewelyn alias Q stattete 1999 in "Die Welt ist nicht genug" James Bond (Pierce Brosnan) ein letztes Mal mit Gadgets aus.

Bild: picture alliance / Collection Christophel / RnB


Desmond Llewelyn: Technophobiker als Technik-Genie

Der 1914 im walisischen Newport geborene Desmond Llewelyn entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das Theater und absolvierte seine Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA). Im Zweiten Weltkriegs diente er als Offizier in der britischen Armee und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Nach dem Krieg etablierte er sich als vielseitiger Darsteller in britischen Film-, TV- und Bühnenproduktionen, bevor die Rolle des Q zu seiner Lebensaufgabe wurde. Desmond Llewelyn blieb der Bond-Reihe über 36 Jahre lang treu und feierte in "Die Welt ist nicht genug" (1999) seinen Abschied als Bildschirmtüftler. Kurz nach der Premiere des Films verunglückte der hochgeschätzte Schauspieler im Dezember 1999 im Alter von 85 Jahren tödlich bei einem Autounfall.

Fun-Fact am Rande: Der im Film ach so geniale Erfinder hasste im Privatleben technische Spielereien. Er bezeichnete sich selbst sogar als Technophobiker mit zwei linken Händen und gab zu, von modernen Geräten wie Videorekordern oder einem Fahrkartenautomaten keinerlei Ahnung zu haben.

Liebesgrüße aus dem Vorzimmer: Miss Moneypenny im James-Bond-Universum

Die kanadische Schauspielerin Lois Maxwell stellte als Vorzimmer-Dame Miss Moneypenny die wahrscheinlich legendärste Sekretärin der Filmgeschichte dar. Von "Dr. No" (1962) bis "Im Angesicht des Todes" (1985) spielte sie die ikonische Rolle in allen 14 aufeinanderfolgenden Bond-Filmen an der Seite von Sean Connery, George Lazenby und Roger Moore. Sie ist damit die einzige Darstellerin, die in den ersten 23 Jahren in jedem Film mitwirkte.

Die charmanten Wortgefechte und das subtile, nie aufgelöste Flirten zwischen Moneypenny und 007 im Vorzimmer von M wurden zu einem unverzichtbaren Motiv der Reihe. Lois Maxwell verlieh der Figur eine perfekte Balance aus professioneller Souveränität und schlagfertigem Witz, was sie zu einem heimlichen Publikumsliebling machte.

Ihren letzten Flirt mit James Bond (Roger Moore) hatte Lois Maxwell alias Miss Moneypenny 1985 in "James Bond 007 - Im Angesicht des Todes".

Bild: picture alliance / Sammlung Richter


Ein Leben für James Bond: Der Werdegang von Lois Maxwell

Die 1927 im kanadischen Ontario geborene Lois Maxwell floh mit 15 Jahren von zu Hause, um im Zweiten Weltkrieg der kanadischen Armee beizutreten. Später wechselte sie zur Truppenbetreuung der Entertainment Unit. Nach ihrer Schauspielausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) in London zog sie nach Hollywood und gewann 1948 einen Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin für ihre Rolle als behütende Lehrerin in "That Hagen Girl".

In den 1950er-Jahren arbeitete sie erfolgreich in Italien und Großbritannien, bevor sie 1962 die Rolle übernahm, die ihr Leben für immer verändern sollte. Neben der Schauspielerei schrieb sie jahrzehntelang als Journalistin Kolumnen für kanadische Zeitungen. Lois Maxwell verlebte ihre späten Jahre in Australien und erlag im September 2007 im Alter von 80 Jahren einem Krebsleiden.

Francisco Scaramanga: Der Gentleman unter den Bösewichten

Als tödlicher Auftragsmörder Francisco Scaramanga setzte Christopher Lee in "Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974) Maßstäbe für die Riege der Bond-Schurken. Scaramanga war kein klassischer Gegenspieler, sondern der düstere, spiegelbildliche Doppelgänger von 007 - ein stilvoller, hochpräziser Profikiller mit eigenem Moralkodex.

Christopher Lee verlieh dem "Mann mit der goldenen Pistole" eine elegante Bedrohlichkeit mit kühlem Killerinstinkt. Während des Films haben die Zuschauer:innen stets das Gefühl, dass sich hier zwei Kontrahenten mindestens auf Augenhöhe begegnen, meist ist Scaramanga 007 sogar einen Schritt voraus.  Dadurch zählt das direkte Duell mit Roger Moores Bond auf Scaramangas thailändischer Schurkeninsel zu einem der Höhepunkte der 1970er-Jahre-Bond-Ära .

Showdown in "Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974) zwischen Christopher Lee und Roger Moore.

Bild: picture alliance / PictureLux/The Hollywood Archive


Christopher Lee: Der Mann, der mit dem James-Bond-Autor verwandt war

Der 1922 in London geborene Sir Christopher Lee zählte zu den vielseitigsten und produktivsten Schauspielern der Filmgeschichte. Nach seinem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg stieg er Ende der 1950er-Jahre durch die legendären Hammer-Studios als Graf Dracula, Frankensteins Monster und Imhotep zur Horror-Ikone auf.

Im Laufe seiner fast sieben Jahrzehnte umspannenden Karriere prägte er Generationen von Kinogängern und feierte im Alter mit Rollen wie Saruman in "Der Herr der Ringe" und Count Dooku in "Star Wars" späte Welterfolge. Christopher Lee wurde 2009 zum Ritter geschlagen und verstarb im Juni 2015 im Alter von 93 Jahren an Herz- und Atemversagen.

Christopher Lee war ein Großcousin des James-Bond-Erfinders Ian Fleming. Der Schriftsteller schlug Christopher Lee sogar als Bond-Darsteller vor, als das Casting für die ersten Bond-Filme lief, doch die Produzenten lehnten ihn damals ab. Dass sein Verwandter mit "Der Mann mit dem goldenen Colt" doch noch in sein Bond-Universum einkehrte, bekam der 1964 verstorbene Ian Fleming nicht mehr mit.

Nein, Mr. Bond, ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!

Auric Goldfinger (Gert Fröbe)

Auric Goldfinger: Das Vorbild aller Superschurken

Der deutsche Schauspieler Gert Fröbe erschuf als größenwahnsinniger Gold-Tycoon Auric Goldfinger in "Goldfinger" (1964) den Prototyp des klassischen James-Bond-Bösewichts. Mit einem Angriff auf Fort Knox wollte er das Weltfinanzsystem ins Chaos stürzen. Seine Darstellung diente als Referenz für viele der besessenen und skrupellosen Antagonisten, die später folgten.

Trotz Sprachbarriere - Fröbes englischer Text wurde im Original vom Synchronsprecher Michael Collins nachvertont - brannte sich seine physische Präsenz, das spöttische Lachen und sein legendärer Satz (siehe oben) unauslöschlich in die Popkultur ein und trugen wesentlich zum weltweiten Erfolg des Franchise bei.

In der Romanvorlage war es noch eine Kreissäge, im Film "Goldfinger" (1964) wollte der gleichnamige Bösewicht James Bond mit einem Laser ausschalten.

Bild: IMAGO/Capital Pictures


Gert Fröbe: Otto Normalverbraucher mit Weltherrschafts-Fantasien

Der 1913 in Zwickau geborene Karl Gerhart Fröbe begann seine künstlerische Laufbahn als Theatermaler und Kulissenschieber, bevor er Schauspielunterricht nahm. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang ihm 1948 als "Otto Normalverbraucher" im Film "Berliner Ballade" hierzulande der Durchbruch. Zehn Jahre später verkörperte Gert Fröbe in dem Kriminalfilm "Es geschah am helllichten Tag" einen Kindermörder derart beeindruckend, dass die beiden Bond-Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman auf ihn aufmerksam wurden und ihn schließlich zu Auric Goldfinger machten.

Von da an war Gert Fröbe ein international gefragter Charakterdarsteller und brillierte in Klassikern wie "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" (1965) oder "Tschitti Tschitti Bäng Bäng" (1968). Gert Fröbe glänzte zudem als Rezitator auf der Theaterbühne. Er verstarb im September 1988 im Alter von 75 Jahren in München an den Folgen eines Herzinfarkts.

Spion mit der Lizenz zum Augenzwinkern: Roger Moore als James Bond

Sir Roger Moore prägte die Figur des Geheimagenten 007 in den 1970er- und 1980er-Jahre und hält mit sieben Filmen von "Leben und sterben lassen" (1973) bis "Im Angesicht des Todes" (1985) den Rekord für die meisten Einsätze in der offiziellen Reihe.

Roger Moore führte den Charakter weg von Sean Connerys Härte hin zu einem charmanten, selbstironischen Gentleman-Agenten. Mit lässigem Humor, hochgezogener Augenbraue und unnachahmlicher Eleganz manövrierte er 007 durch unterschiedliche Epochen zwischen gesellschaftlichem Wandel und Kaltem Krieg. Seine augenzwinkernde Darstellung des unbesiegbaren Doppelnull-Agenten definierte das Bond-Bild einer ganzen Generation.

James-Bond-Darsteller Roger Moore posiert während der Dreharbeiten zu "Der Spion, der mich liebte" (1977) mit Bond-Girl Barbara Bach und seinem Dienstfahrzeug Lotus Esprit.

Bild: IMAGO/United Archives Keystone


Roger Moore, Abenteurer auf Lebenszeit

Der 1927 im Londoner Stadtteil Stockwell geborene Roger Moore besuchte die Royal Academy of Dramatic Art (RADA) und arbeitete zunächst als Model und Theaterschauspieler. Der internationale Durchbruch gelang ihm in den 1960er-Jahren als charmant-galanter Abenteurer Simon Templar in der gleichnamigen Kultserie sowie an der Seite von Tony Curtis in "Die Zwei".

Nach seiner Bond-Ära widmete sich Roger Moore intensiv dem humanitären Engagement und wurde 1991 zum UNICEF-Sonderbotschafter ernannt - eine Arbeit, für die er 2003 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wurde. Sir Roger Moore erlag im Mai 2017 im Alter von 89 Jahren in der Schweiz einem Krebsleiden.

Nobody does it better: Sean Connery als James Bond

Sir Sean Connery legte als allererster James-Bond-Darsteller in "Dr. No" (1962) den Grundstein für eine der erfolgreichsten Filmreihen der Kinogeschichte. In insgesamt sieben Filmen definierte er den Geheimagenten mit einer Mischung aus roher Physis, charismatischer Ausstrahlung, kühlem Sexappeal und trockenem Humor.

Sean Connerys Darstellung gilt bis heute für viele Fans und Kritiker:innen als absolute Referenz für die Figur des 007, da er die raue Gefährlichkeit der Romanvorlage von Ian Fleming perfekt auf die Kinoleinwand brachte.

Zwei Legenden auf einem Bild: James-Bond-Darsteller Sean Connery und der Aston Martin DB5 aus dem Film "James Bond 007 - Goldfinger" (1964).

Bild: imago images/Cinema Publishers Collection


Sean Connery: Vom Milchmann zum Hollywood-Star

Der 1930 in Edinburgh geborene Thomas Sean Connery wuchs in einfachen Verhältnissen auf und arbeitete als Milchmann, Lkw-Fahrer und Baggerfahrer, bevor er über das Bodybuilding zur Schauspielerei fand. Nach seinem weltweiten Bond-Erfolg etablierte er sich als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller Hollywoods.

Sean Connery brillierte in Blockbustern wie "Der Name der Rose" (1986), "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989) sowie "The Untouchables - Die Unbestechlichen" (1987), für den er mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Der überzeugte Schotte wurde im Jahr 2000 geadelt und verstarb im Oktober 2020 im Alter von 90 Jahren im Schlaf auf den Bahamas.


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