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"Akte X": Warum eine Rolle wie Scully unverzichtbar ist
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von Filiz Tamara Boga"Akte X": Dana Scully bewegt eine ganze Generation junger Frauen.
Bild: picture alliance / Mary Evans/AF Archive/20th Centu
Es gibt Serienfiguren, die unterhalten und es gibt solche, die einen selbst unerwartet beeinflussen. Dana Scully aus "Akte X" gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Dana Scully ist nicht nur Teil einer Kult‑Serie, sie ist eine Figur, die bis heute nachwirkt. Scully war klug, rational, mutig und sie hat gezeigt, dass Wissenschaft, Zweifel und Empathie keine Gegensätze sind. Vor allem aber war sie eine starke Frauenfigur, die eine ganze Generation junger Frauen nachhaltig beeinflusst hat. Klingt übertrieben? Das sagt eine Studie.
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"Akte X": Mystery, Wissenschaft und der Kampf um die Wahrheit
"Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" startete 1993 und entwickelte sich schnell zu einer der einflussreichsten Serien der 90er-Jahre. Im Zentrum stehen die FBI‑Agent:innen Fox Mulder und Dana Scully (Gillian Anderson), die ungelöste Fälle mit paranormalem oder scheinbar übernatürlichem Hintergrund untersuchen. Während Mulder an Aliens, Verschwörungen und das Unerklärliche glaubt, begegnet Scully den Fällen mit wissenschaftlicher Analyse, medizinischem Fachwissen und kritischem Denken. Genau diese Spannung zwischen Glaube und Skepsis machte den Reiz der Serie aus - und Scully zu einer unverzichtbaren Figur.
Dana Scully: Eine starke Frauenfigur ihrer Zeit
Dana Scully war vieles gleichzeitig: FBI‑Agentin, promovierte Medizinerin mit Schwerpunkt Forensik, Wissenschaftlerin - und Nerd. Aber eben kein klischeehafter Nerd mit Brille und Zahnspange, sondern eine Frau mit Waffe in der Hand, im Labor genauso souverän wie am Tatort und damit eine absolute Ausnahme im damaligen Fernsehen. Gillian Anderson spielte diese Rolle von 1993 bis 2002 und kehrte 2016 zurück. Rückblickend sagte Anderson selbst, dass es diesen Typ Frau 1993 im Fernsehen schlicht nicht gab. In einer Medienlandschaft, in der Wissenschaftler meist als weiße Männer im Laborkittel dargestellt wurden und Frauen höchstens als Love Interest oder über ihre Beziehung zu einem Mann definiert wurden, stand Scully als kompetente Frau im Rampenlicht einer Kult-Serie. Sie dachte rational und ließ sich weder von Autoritäten noch von Mulders Theorien einschüchtern. Genau das machte sie zu einem glaubwürdigen und inspirierenden Vorbild. Studien zeigen: Im Fernsehen kommen auf eine Frau zwei Männer, im Kinderfernsehen sogar drei zu eins. Umso bedeutender war Scullys Präsenz.
"Akte X"-Schauspielerin Gillian Anderson wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, welche Auswirkungen ihre Rolle haben würde.
Bild: picture alliance / Everett Collection | ©20thCentFox/Courtesy Everett Collection
Der "Scully‑Effekt": Wenn Medien Wahrnehmung verändern
Lange war der sogenannte "Scully‑Effekt" vor allem eine Sammlung persönlicher Geschichten. Gillian Anderson berichtete immer wieder von Fans, die ihr erzählten, Scully habe sie dazu inspiriert, Wissenschaftlerin zu werden. Die Frage blieb jedoch: Kann ein fiktiver Charakter tatsächlich beeinflussen, welche Berufe junge Frauen wählen?
Genau das untersuchte eine Studie des Geena Davis Institute of Gender in Media in Zusammenarbeit mit 21st Century Fox und J. Walter Thompson Intelligence. Befragt wurden rund 2.000 Frauen über 25 Jahren, die "Akte X" gesehen hatten. Das Ergebnis zeigt einen klaren Zusammenhang: Frauen, die Dana Scully kannten, entschieden sich signifikant häufiger für Berufe in Naturwissenschaft und Technik. Viele von ihnen gaben an, dass Scully ihr Vertrauen gestärkt habe, in einer männlich dominierten Arbeitswelt bestehen zu können. Besonders bemerkenswert ist, dass ein Großteil der Befragten Scully explizit als Vorbild für Mädchen und Frauen bezeichnete.
Scully verbesserte nicht nur die Wahrnehmung von MINT‑Berufen, sondern auch das Selbstbild der Zuschauerinnen. Sie wurde am häufigsten mit Eigenschaften wie "smart", "intelligent" und "stark" beschrieben und genau diese Attribute fehlten weiblichen Figuren im Fernsehen damals wie heute. Das bekannte Motto des Geena Davis Institute bringt es auf den Punkt: "If she can see it, she can be it." Dana Scully war genau diese sichtbare Möglichkeit.
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Warum eine Dana Scully bis heute unverzichtbar ist
Dana Scully steht für all das, was im Fernsehen oft fehlt: eine weibliche Hauptfigur Frau als Expertin, unabhängig von männlicher Bestätigung oder Klischees. Der Scully‑Effekt zeigt eindrucksvoll, wie sehr Medien Wahrnehmung formen und verändern können. Scully hat Generationen von Mädchen und Frauen gezeigt, dass Wissenschaft und Stärke weiblich sein können und dass es vollkommen legitim ist, zu sagen: "Was die kann, kann ich auch!"
Dana Scully ist deshalb weit mehr als eine Serienfigur. Sie ist ein Vorbild. Und vielleicht liegt die Wahrheit manchmal nicht irgendwo da draußen - sondern genau in solchen Geschichten.
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