Ihr Weg zur Schauspielerei

"Contra"-Star Nilam Farooq: Warum Stillstand für sie keine Option ist

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von teleschau

"Pläne sind ein Unwort, die gehen sowieso nie auf", sagt die Schauspielerin Nilam Farooq. Am 2. Januar ist sie im Film "Contra" zu sehen.

Bild: Getty Images / Gerald Matzka


Sie begann mit 14 als Komparsin, war zwischendurch erfolgreiche Youtuberin - und teilt ihr Leben gerne in Kapitel ein. Im Fernsehen ist Nilam Farooq jetzt mit dem mehrfach prämierten Film "Contra" zu sehen. Das ist über das Privatleben der Berlinerin bekannt.


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Was Nilam Farooq anpackt, dem widmet sie sich mit Haut und Haaren. Und wenn sie merkt, dass es sie nicht mehr so richtig kickt oder eine Entwicklung nimmt, die ihr nicht gefällt, dann lässt sie es los. "Ich will nicht das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben", erklärte die gebürtige Berlinerin vor zwei Jahren in einem Interview mit "Redbull.com". "Ich will nicht irgendwann auf mein Leben blicken und sagen: Es war langweilig."

Nach diesen Grundsätzen lebt die Tochter eines pakistanischen Vaters und einer polnischen Mutter. Und fährt damit gut. Als Schauspielerin ist die 36-Jährige mittlerweile schwer gefragt. So spielt sie im Kinofilm "Contra" von 2020 die Hauptrolle an der Seite von Christoph Maria Herbst. Nilam Farooq verkörpert die junge Jura-Studentin Naima. Diese wird vom selbstgefälligen Professor Richard Pohl (Herbst) mit herabwürdigenden Sprüchen getrietzt - was sie sich nicht gefallen lässt. Dem Professor droht wegen seiner Äußerungen ein Disziplinarverfahren, die Erstsemester-Studierende will einen Debattierwettbewerb gewinnen. Aus der Not geboren gehen die ungleichen Charaktere schließlich ein Zweckbündnis ein und helfen einander.

Die Haltung ihrer Filmfigur teilt Farooq auch privat. In einem Interview mit "GQ" erklärte sie, dass sie einem rassistischen Professor ebenfalls widersprochen hätte - "nicht mit Stille und ,ja und amen‘, sondern mit dem Versuch, auf Augenhöhe zu bleiben".

Was "Ordentliches" machen? Nicht mit Nilam Farooq - sie wollte schauspielern

Die junge Nilam hat früh gelernt, sich durchzusetzen und aus wenig viel zu machen. "Das Klischee hätte für mich einen Durchschnittsjob vorgesehen", sagt sie rückblickend. Aufgewachsen in Berlin-Wilmersdorf, komme sie nicht "aus einem Elternhaus, in dem viel da war". Aber sie habe ihr Leben selbst in die Hand genommen, auch gegen die Widerstände in der Familie.

Mit 14 Jahren fing Nilam Farooq in der Komparserie an - was ihr bald "zu blöd" wurde, wie sie 2013 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau verriet: "Ich dachte mir, ich will nicht nur hinten durchs Bild laufen. Ich will spielen!" Ihre Eltern waren nicht begeistert. Ihre Tochter sollte lieber etwas "Ordentliches" machen. "Sie sagten: 'Mach das, was du liebst. Aber sieh zu, dass du auch ein zweites Standbein hast.' Nicht mit Nilam: Ich habe mich voll und ganz in die Schauspielerei reingehängt und mich darauf fokussiert."

Ab 2006 ließ sie sich im privaten Coaching zur Schauspielerin ausbilden. Die ersten kleinen Nebenrollen, etwa in den Serien "Alle lieben Jimmy" und "Türkisch für Anfänger", folgten. Doch dann ging zwei Jahre gar nichts mehr. Je mehr sie an sich arbeitete, umso weniger Erfolg schien sie zu haben. Aufgeben hat Nilam Farooq aber nicht in ihrer DNA. "Ich habe immer geschaut, dass ich mich schauspielerisch weiterbilde. Dass meine Fotos aktuell sind. Dass meine Demobänder aktuell sind. Ich habe getan, was ich konnte."

Der große Karriere-Kick: Nilam wurde Youtuberin

"Ich wollte nicht mehr abhängig sein und warten", erklärt sie. Und begann 2010, YouTube-Videos zu Themen wie Make-up, Fashion und Lifestyle zu drehen. Ihr Kanal "daaruum" wurde schnell zum Hit. Die Abonent:innenzahlen schossen in die Millionenhöhe, weit mehr als 100 Millionen Klicks hatte Nilam in vier Jahren angesammelt. Sie konnte von YouTube leben, ging offener und selbstbewusster zu Castings - und angelte sich 2013 eine Rolle in der Krimiserie "SOKO Leipzig".

Bis 2019 war die Darstellerin als Kommissarin Olivia Fareedi zu sehen. Dann stieg sie aus - ganz ohne Plan B. "Es sind oft die gleichen Orte, die Geschichten als Kommissarin sind dann doch gleich", gestand Nilam 2024 in "Bremen zwei". Dann habe sie gemerkt: "Vielleicht mache ich den Job doch nicht mehr so passioniert, wie ich ihn gerne machen würde." Es musste also eine andere Herausforderung her.

Keine privaten Details: Deshalb beendete Nilam Farooq ihre YouTube-Karriere

"Ich finde es schön, mein Leben in Kapitel einzuteilen", erklärt das mediale Multitalent. Wenn eine Phase sich nicht mehr stimmig anfühle, dann ist es für sie Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Das gilt auch für ihre YouTube-Karriere: Die beendete Nilam Farooq im Jahr 2017, aber nicht wegen ausbleibender Klicks. Als es für die Reichweite und den Erfolg immer wichtiger wurde, auch private Details preiszugeben, stellte sie ihren Kanal ein: "Das sind Dinge, die ich nie machen wollte. Das war so der Scheidepunkt."

Tatsächlich ist über das Privatleben der Schauspielerin so gut wie gar nichts bekannt. Auch auf ihrem Instagram-Kanal sind weder Familie noch Freund:innen zu sehen. Ende Juni 2024 wurde nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung spekuliert, dass die "Contra"-Darstellerin still und heimlich zum ersten Mal Mutter geworden sein soll. Offizielles Statement? Fehlanzeige.

So zurückhaltend Nilam Farooq mit Persönlichem ist, so sehr geht sie vor der Kamera aus sich heraus. Das hat sie auch schon mehrfach in Gameshows bewiesen. So im Jahr 2022, als sie sich in Folge 5 der 4. Staffel von "Wer stiehlt mir die Show?" gegen Moderator Joko Winterscheidt durchsetzte und die anschließende Folge moderieren durfte. Oder 2023, als sie bei "Schlag den Star" über 16 Runden mit Rebecca Mir um den Sieg kämpfte - und schließlich gewann.

Auch im Film "Contra" überzeugte sie in ihrer Rolle und gewann den "Bayerischen Filmpreis". Die Kinoproduktion unter der Regie von Sönke Wortmann läuft am Freitag, dem 2. Januar 2026 um 21:45 Uhr im Ersten. Zur selben Zeit ist der Film im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.

Ab 11. Januar ist Nilam Farooq dann in der True-Crime-Serie "Take the Money and Run" auf ZDFneo zu sehen.


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