Klare Haltung
"Himmel, Herrgott, Sakrament"-Star Anne Schäfer: "Es braucht Frauen - und zwar ganz oben!"
Aktualisiert:
von Alena BrandtAnne Schäfer ist Schauspielerin und Intimitätskoordinatorin.
Bild: IMAGO/Marja
Für das Publikum von "Himmel, Herrgott, Sakrament" zählt sie klar zu Lieblingen der Serie. Anne Schäfer verkörpert gerne starke Frauen und setzt sich am Set für einen respektvollen Umgang beim Dreh von intimen Szenen ein.
Anne Schäfer bevorzugt Frauenrollen mit Tiefgang
Die Schauspielerin ermittelte von 2018 bis 2025 als Kommissarin in der Reihe "Der Barcelona Krimi". Am Schießstand stahl sie den Ermittler-Kolleg:innen die Show und machte auch Eindruck mit ihrem analytischen Talent.
Derzeit wirbelt sie als Lisa Kirchberger in der zweiten Staffel der BR-Erfolgsserie "Himmel, Herrgott, Sakrament" das Leben des Pfarrers Hans Reiser auf. Die Serienfigur ist eine Mutter und frisch geschiedene Frau, die mit dem Pfarrer ihre Liebe offen lebt. Die Serie stellt die Frage, ob das Zölibat in der katholischen Kirche noch zeitgemäß ist und zeigt, welche Konflikte damit einhergehen.
Im BR-Interview erzählt Anne Schäfer, wie befreiend es für sie ist, diese Rolle zu spielen: "Ich bin mit starken bayerischen Frauenfiguren aufgewachsen [...]Mit Lisa darf ich wieder so eine Frau spielen. Eine, die Missstände benennt und sich nicht einschüchtern lässt, eine Frau, die auch privat sagt, was sie will. Eine Frau, die sich ihre Sexualität jenseits der 40 nicht absprechen lassen will, sondern einfordert."
Die Schauspielerin findet, dass solche Rollen von modernen und kraftvollen Frauen auch einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Anne Schäfer möchte zu modernem Denken inspirieren und sich für mehr Frauen in Führungspositionen stark machen.
Es braucht Frauen - und zwar ganz oben
Sex sicher in Szene setzen
Ganz praktisch setzt sich Anne Schäfer auch in ihrer Tätigkeit als Intimitätskoordinatorin für die Rechte von Frauen ein. Dieses Berufsbild entstand für Kino, TV und Theater im Zuge der #MeToo-Bewegung. Intimitätskoordinatorinnen sorgen dafür, dass intime Szenen sicher, respektvoll und künstlerisch überzeugend dargestellt werden.
Vor allem Szenen mit Nacktheit, der Simulation von Geschlechtsverkehr oder Darstellungen von nicht einvernehmlichem Sex sollten professionell vorbereitet werden. Für viele Darstellende können solche Situationen Stress bedeuten. Intimitätskoordinator:innen helfen unter anderem dabei, die persönlichen Grenzen zu schützen. Anne Schäfer entwickelt als Intimacy Coodinator auch Choreografien für Liebesszenen.
2022 hat die Schauspielerin als eine der Ersten eine deutsche Weiterbildung zur Intimitätskoordinatorin abgeschlossen. Diese wurde vom Culture Change Hub organisiert und vom Bundesverband Schauspiel, GVL und der Moin Filmförderung gefördert. Zu ihren Ausbilderinnen zählen Chelsea Pace, Laura Rikard, Kim Shively und Cornelia Dworak. Ihr Wissen gibt Anne Schäfer auch als Dozentin an Hochschulen und Schauspielschulen weiter.
Ihr Werdegang im Theater
Anne Schäfer wird am 23. April 1979 in München geboren und wächst am Chiemsee auf. Schon früh entwickelt sie ein Gespür für Sprache und Darstellung. Von 2001 bis 2005 studiert sie Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich und steht bereits während dieser Zeit am Schauspielhaus Zürich auf der Bühne.
Ihr erstes festes Engagement führt sie in der Spielzeit 2005/06 an das Landestheater Tübingen, wo sie auch große Rollen übernimmt. Es folgen prägende Jahre an bedeutenden Bühnen: als Gastschauspielerin am Theater Basel sowie von 2007 bis 2011 als Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel. Dort ist sie in zahlreichen klassischen und modernen Inszenierungen zu sehen und entwickelt ihr Profil als vielseitige Darstellerin.
Weitere Stationen führen sie ans Schauspielhaus Hamburg sowie ans Theater Heidelberg, wo sie zentrale Rollen ihres Fachs spielt. Für ihre Bühnenarbeit wird sie mehrfach ausgezeichnet, darunter mit der TZ-Rose und dem Kurt-Meisel-Preis.
Kino-Debüt mit "Cindy liebt mich nicht"
Mit der Hauptrolle in "Cindy liebt mich nicht" gelingt Anne Schäfer der Durchbruch im Kino. Der Film feiert 2010 auf der Berlinale Premiere und bringt ihr eine Nominierung als Beste Darstellerin vom Förderpreis Deutscher Film ein. In "Die geliebten Schwestern" arbeitet sie mit Regisseur Dominik Graf und verkörpert Charlotte von Kalb.
Im Fernsehen wird sie durch Formate wie "Add a Friend" und ihre langjährige Rolle in "SOKO Köln" einem breiten Publikum bekannt. Seit 2016 arbeitet sie als freie Schauspielerin und ist in Produktionen wie "Hot Dog", "Der Barcelona-Krimi", "Hindafing" und "Die Toten von Marnow" zu sehen.
Mit Filmen wie "Alle reden übers Wetter" und weiteren aktuellen TV-Produktionen wie "Himmel, Herrgott, Sakrament" bleibt sie eine feste Größe auf dem Bildschirm.
Die Schauspielerin privat
Anne Schäfer hält ihr Privat- und Liebesleben aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist, dass sie Mutter einer Tochter ist. Zu ihren Heimatdialekten zählen Bayerisch und Norddeutsch. Sie soll sehr gut Skifahren, schwimmt gerne und macht Yoga. Außerdem besitzt sie einen Sportbootführerschein.
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