Mit Oßkar fing alles an
Tierschützer Malte Zierden im Porträt: Eine Taube stellte sein Leben auf den Kopf
Veröffentlicht:
von Julia WolferDie Freundschaft zu Taube Oßkar wurde für ihn zum Erweckungserlebnis: Heute zählt Malte Zierden zu den einflussreichsten Tierschützern des Landes.
Bild: Imago Images / imagebroker
"Alles für die Tiere. Immer!", lautet das Motto von Malte Zierden. Durch die Freundschaft zu einer Straßentaube fand der Influencer seine Bestimmung. Heute widmet er sein Leben und seine Reichweite dem Tierschutz - und geht dafür ein hohes Risiko ein.
"Tierbrücke" mit Malte Zierden - jetzt auf Joyn
Malte Zierden zählt heute zu den einflussreichsten Tierwohl-Aktivisten Deutschlands. Er wurde am 6. Dezember 1989 in Ostfriesland geboren und wuchs auf einem Hof in Leer auf. Er habe sich bei Tieren schon immer wohler gefühlt als bei Menschen, sagt Malte, der unter sozialen Ängsten und ADHS leidet. Doch sein Engagement für Tierrechte sollte erst viel später beginnen.
Wie wurde Malte Zierden bekannt?
Nach der Schule studierte Malte zunächst Sozialwissenschaften im niedersächsischen Vechta. Weil sein Kiefer in der Pubertät zu schmal zusammengewachsen war, musste er sich 2019 jedoch mehreren Operationen unterziehen.
Die Behandlung mit längeren Klinikaufenthalten zog sich über Jahre. Aus Langeweile begann er in dieser Zeit, seinen Alltag als Patient auf Instagram und TikTok zu dokumentieren - humorvoll, sarkastisch und mit viel Selbstironie. Die Clips gingen viral.
Ab 2023 tauchte dann eine neue Figur in seinen Videos auf: Stadttaube Oßkar. Nach seinem Umzug nach Hamburg freundete sich Malte an seinem Badezimmerfenster mit dem Vogel an. Mit viel Geduld erarbeitete er sich das Vertrauen der Taube und richtete ihr ein regelrechtes Wohnzimmer auf seiner Fensterbank ein - Parkettboden, Lichterkette und Perserteppich inklusive.
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Was als lustige Tiervideos begann, wurde zunehmend ernster: Malte recherchierte alles über das schwere Schicksal der Straßentauben zu recherchieren und teilte sein Wissen mit der Community.
Malte Zierden: Tierschutz-Influencer dank Oßkar
Sein Studium schloss Malte später mit Auszeichnung ab - doch dank Oßkar sollte er einen völlig anderen Lebensweg einschlagen: Er schrieb zwei Kinderbücher über seine Freundschaft zu der Taube und widmet heute sein komplettes Leben dem Tierschutz.
Ich möchte Menschen beibringen, dass Tiere einen Wert in unserer Gesellschaft haben, nicht nur die domestizierten.
Mit seiner enormen Reichweite von ca. 1,5 Millionen Follower:innen auf TikTok (malte.zierden) und weiteren 1,1 Millionen auf Instagram (@maltezierden) setzt er sich für Tierrechte ein - und das mit Erfolg: 2023 verhinderte er, dass in der Stadt Limburg 700 Tauben per Genickbruch getötet wurden, und sorgte 2025 dafür, dass im Weltweihnachtscircus Stuttgart keine Tauben mehr in die Show integriert werden.
Im Juni 2025 ist Oßkar zwar verstorben - doch die Freundschaft zu dieser Taube wirkt weiter.
Freundin Phia: Gemeinsam für die Tiere
In seinem Engagement wird Malte von seiner Freundin Sophia "Phia" Quantius unterstützt. Die beiden lernten sich 2019 über Social Media kennen. Nach nur einem halben Jahr zogen sie in eine gemeinsame Wohnung in Hamburg, wo sie schließlich auf Oßkar trafen.
Phia ist Model, Autorin und selbst als Influencerin aktiv (@phia_quantius). Neben dem Tierschutz setzt sie sich vor allem für die Aufklärung über Migräne ein, unter der sie selbst seit ihrem 14. Lebensjahr leidet.
Tierschutz im Kriegsgebiet: Malte Zierdens Projekt "Tierbrücke"
Gemeinsam mit dem Verein "Notpfote - Animal Rescue e. V." engagieren sich Malte und Phia für Tiere in Kriegs- und Krisengebieten. Anfangs sei es nur darum gegangen, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen - doch daraus entwickelte sich ein Großprojekt.
Immer dort, wo Katastrophen und Kriege ausbrechen, versuchen wir den Tieren zu helfen.
2024 bauten sie im Westen der Ukraine ein Tierheim auf, in dem heute auf über 6.000 Quadratmetern 300 Hunde und 50 Katzen, aber auch Esel und andere Arten ein vorübergehendes Heim finden - alles Tiere, die in den Kriegswirren von ihren Besitzer:innen zurückgelassen wurden. Mit dem Verein setzt sich das Paar für die Vermittlung der Tiere ein und hat mit "Ma" und "13" selbst zwei ukrainische Kriegshunde adoptiert.
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Um das Tierheim-Projekt zu verwirklichen und Tiere aus den umkämpften Gebieten zu evakuieren, reisten Malte und Phia selbst mehrfach in die Ukraine. Ihre Community riefen sie zu Spenden auf - innerhalb kürzester Zeit kamen 100.000 Euro zusammen. Den zwei Jahre dauernden Entstehungsprozess des Tierheims in Berehowe hat das Paar in der fünfteiligen Mini-Serie "Tierbrücke" festgehalten.
Schau dir hier Folge 1 von "Tierbrücke" an
2024 erhielt Malte Zierden den Deutschen Tierschutzpreis in der Kategorie "Stimme für die Tiere".
Regenwald-Projekt legt Spendenseite lahm
2025 startete Malte Zierden ein neues Projekt: Gemeinsam mit der Stiftung "Wilderness International" und der Hilfe seiner Community kaufte er in Peru eine Million Quadratmeter Regenwald.
Die Resonanz war enorm: Innerhalb der ersten Minuten nach seinem Aufruf brach der Spendenserver zusammen, in nur zweieinhalb Stunden wurden 100.000 Euro gespendet. Nach vier Tagen war das Ziel schließlich erreicht. Nun soll "Ma-Forest", wie er den Wald getauft hat, Stück für Stück erweitert werden und ein unberührter Rückzugsort für Wildtiere sein.
Tierschutz - und die gesundheitlichen Folgen
So sinnstiftend und erfüllend die Arbeit als Tierschützer für Malte Zierden ist: Sie ist auch äußerst belastend.
Tierschutz ist das Schlimmste und das Schönste zugleich, was ich jemals in meinem Leben gemacht habe.
Das Leid der Tiere, die Todesangst im Kriegsgebiet - all das hat Spuren hinterlassen. Auf seinen Social-Media-Accounts berichtete Malte immer wieder von Panikattacken, Schlafstörungen und Lähmungserscheinungen, die ihn auch immer wieder ins Krankenhaus brachten.
Ärzte diagnostizierten schließlich eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) als Folge dieser Erlebnisse. Mittlerweile macht er eine Therapie, um das Erlebte zu verarbeiten. Kürzertreten oder gar aufhören will Malte Zierden aber nicht.
Begleite Malte beim Bau des Tierheims in der Ukraine
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