Harte Serienausstiege
Wenn Lieblingsfiguren gehen: Die emotionalsten Abgänge aus "Grey's Anatomy"
Veröffentlicht:
von Filiz Tamara BogaDas Midseason-Finale erschüttert die Ärzt:innen. Müssen sie sich erneut von jemandem aus ihrem Team verabschieden?
Bild: ProSieben
Seit über zwei Jahrzehnten lebt "Grey's Anatomy" von intensiven Beziehungen, großen Gefühlen und schmerzhaften Abschieden. Wenn zentrale Figuren die Serie verlassen, bleibt selten alles beim Alten. Manche Ausstiege gehören bis heute zu den emotionalsten Momenten der Seriengeschichte.
Streame die Serie, die Millionen süchtig machte
1. Dr. Meredith Grey: Ellen Pompeo
Kurze Entwarnung: Nein, Ellen ist nicht aus der Serie ausgestiegen. Du kannst aufatmen. Auch, wenn es über die Jahre immer mal wieder Spekulationen zu einem Serienaustritt gab, hält die Schauspielerin seit Staffel eins eisern und mit Gummi-Handschuhen an ihrer Rolle als Dr. Meredith Grey fest. Dennoch ist die Grey's-Ikone nicht mehr ganz so häufig vor der Kamera zu sehen, wie in den vergangenen Staffeln. Bewusst hat sie sich dazu entschieden, ihre Hauptrolle ab der 19. Staffel zu reduzieren. Im Interview mit "El País" enthüllte sie, dass ein voller Ausstieg nicht in ihrem Sinne wäre: "Das würde keinen Sinn machen, weder emotional noch finanziell. Die Show wurde 2024 mehr als eine Million Mal gestreamt. Mehr als eine Million Mal!" Nicht zuletzt erkennt sie den emotionalen Wert, den die Serie für die Fans besitzt, und möchte diese Tatsache würdigen: "Und auf einer emotionalen Ebene bedeutet die Show den Leuten sehr viel. Ich möchte der Serie gegenüber Dankbarkeit bewahren." Wir dürfen uns also sicher sein, dass die 55-Jährige wohl auch noch bis zum Eintritt der Nulllinie in der Show dabei sein wird.
Die Hauptdarstellerin der Kult-Serie blieb dem Cast bis heute erhalten, wenn auch mit Unterbrechungen.
Bild: imago images/Cinema Publishers Collection
2. Dr. Derek Shepherd (McDreamy): Patrick Dempsey
Wie viele bereits wissen, ist der Grey's-Schönling Dr. Shepherd in der Serie bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Damit zeichnet er den wohl tragischsten Tod in der gesamten Show und gleichzeitig auch das prägendste Erlebnis seiner Liebhaberin und Hauptrolle Meredith. Aber wie kam es überhaupt zu der Entscheidung?
In dem Buch "How To Save a Life: The Inside Story of Grey’s Anatomy" kommen einige Cast-Mitglieder zu Wort, darunter auch die ausführende Produzentin Jeannine Renshaw. Darin berichtet sie: "Es gab Zeiten, in denen Ellen [Pompeo] von Patrick frustriert war und sie wütend wurde, weil er nicht so viel arbeitete. Sie war sehr darauf bedacht, dass die Dinge fair waren. Es gefiel ihr nicht, dass Patrick […] sich beschwerte, obwohl sie in der Folge doppelt so viele Szenen hatte wie er."
Der Executive Producer James D. Parriott ergänzt: "Er terrorisierte irgendwie das Set. Einige Darsteller hatten eine Posttraumatische Belastungsstörung. Er […] wusste, dass er die Produktion stoppen und den Leuten Angst machen konnte. […] Ich glaube, er war einfach über die Serie hinweg und mochte die Unannehmlichkeiten, jeden Tag [ans Set] zu kommen und zu arbeiten, nicht. [Patrick] und Shonda [Rhimes] gingen sich gegenseitig an die Kehle."
Aussagen, die bei vielen Fans Verwirrung ausgelöst haben. Denn der charmant wirkende und gutaussehende Schauspieler hatte zuvor erwähnt, dass seine Familie aufgrund des Zeitaufwandes zu kurz kam. Darauf folgten persönliche Krisen und sogar beinahe eine Scheidung, weshalb er die Serie hinter sich ließ. Sein Verhalten am Set erklärte er mit unvorhersehbaren Zeitplänen und langen Arbeitszeiten. "Du arbeitest zehn Monate lang, fünfzehn Stunden am Tag und weißt nie, wie dein Zeitplan aussieht. […] Dies elf Jahre lang zu tun, ist eine Herausforderung. Aber du musst dankbar sein, weil du gut bezahlt wirst, also kannst du dich nicht wirklich beschweren und musst einfach flexibel sein." Mit der 17. Staffel kehrte der 55-jährige für ein kurzes Comeback in "Grey's Anatomy" zurück, um hin und wieder in eine Gastrolle zu schlüpfen. Heute scheint er sich mit den Cast-Kolleg:innen wieder versöhnt zu haben.
Für den Sexiest Man Alive (2023) Patrick Dempsey war 2015 Schluss mit "Grey's Anatomy".
Bild: picture alliance / Mary Evans Picture Library | -
3. Dr. Cristina Yang: Sandra Oh
Wie Ellen Pompeo gehörte auch Sandra Oh schon von Anbeginn der Show fest zu "Grey's Anatomy". In der zehnten Staffel verließ sie jedoch als Dr. Cristina Yang das Grey Sloan Memorial für immer, um in der Schweiz ein eigenes Forschungsinstitut zu leiten. Dieser Abschied fiel nicht nur den Fans schwer.
Sie erklärte, es sei an der Zeit, Cristina loszulassen. Nach allem, was sie in die Rolle investiert habe, sei sie nun bereit für den Abschied. Einige Jahre später verriet Sandra Oh im Interview bei "Sunday Today", dass der "Grey's Anatomy"-Star schon zu Beginn der Serie mit psychischen Belastungen zu kämpfen hatte. "Um ganz ehrlich zu sein, es war traumatisch." Nie hatte sie auf die Berühmtheit hingearbeitet und schon gar nicht vorhersehen können, welche Veränderung diese mit sich bringt. "Was viele nicht verstehen: Es ist außergewöhnlich destabilisierend, wenn man seine Anonymität komplett verliert." Auch der Ausstieg aus der Show hinterließ Spuren, weshalb sie sich ebenfalls therapieren ließ. "Ich habe damals angefangen, darüber nachzudenken, weil ich mich vorbereiten musste. Ich habe zwei Jahre lang emotional Abschied genommen." Es sei die wichtigste Rolle ihres Lebens gewesen.
Schaue diese Serie mit Darstellerin Sandra Oh
So kennen wir die kanadische Schauspielerin: als engagierte Herzchirurgin Dr. Cristina Yang in "Grey's Anatomy".
Bild: ProSieben / ABC Studios
4. Dr. Alex Karev: Justin Chambers
Ab der 16. Staffel verließ dann auch der nächste Serien-Liebling das Krankenhaus für immer. Damals gab Justin Chambers an, aus persönlichen Gründen aussteigen zu wollen. Einige Zeit später verrät der 51-Jährige, dass weitaus mehr dahintersteckte. Im Buch von Lynette Rice "How to Save a Life: The Inside Story of Grey's Anatomy" gibt er Einblicke über seinen Arbeitsalltag am "Grey's Anatomy"-Set. "Du trägst jeden Tag einen Arztkittel, siehst jeden Tag dieselben Leute, in denselben vier Wänden, in demselben Studio, du fährst immer denselben Weg zur Arbeit", meint der TV-Star. Das Leben sei ihm eintönig und monoton vorgekommen: "Für mich war es eine Art Fabrikarbeit, bloß im Schauspielbereich. Du stempelst ein und wieder aus". Er habe sich "wie in einer Blase" gefühlt, schilderte er bei "hollywoodlife.com" in einem Interview. Der Schauspieler sehnte sich also nach Abwechslung - nach knapp 15 Jahren Schnuppern an Desinfektionsmitteln. In der Show selbst verließ er kurz nach der Hochzeit seine Ehefrau Jo (Camilla Luddington), um zu seiner ersten großen Liebe Isobel Stevens (Katherine Heigl) zurückzukehren. Dieses Ende für Dr. Alex Karev ist leider bei vielen Fans auf Kritik und Unverständnis gestoßen.
Der "Grey's Anatomy" Schauspieler brauchte nach 15 Jahren einen Tapetenwechsel.
Bild: Cinema Publishers Collection
5. Dr. George O'Malley: T.R. Knight
Einen dazu verhältnismäßig spektakuläreren Ausstieg fand T.R. Knight als Dr. George O'Malley, der in der 5. Staffel mit einem Heldentod "Grey's Anatomy" verließ. Die Schöpferin der Serie, Shonda Rhimes, gab bekannt, dass eben dieser Serientod sie am meisten traf. Beim Retten einer jungen Frau von der befahrenen Straße wird der Arzt von einem Bus erfasst und erliegt schließlich seinen schweren Verletzungen. Knight gab bei seinem Austritt bekannt, dass er vor dem Rollenstart auf eine relevantere Figur und somit auch mehr Bildschirmzeit gehofft hat. Diesem Wunsch kamen die Produzent:innen wohl nicht nach, weshalb der ehemalige Broadway-Darsteller seinen Vertrag vorzeitig enden ließ. Wie sich später herausstellen sollte, war das aber nicht der einzige Grund, der den Schauspieler zum Ausstieg bewegt hatte. Hinter der Kamera geriet Knight mit Isaiah Washington (Dr. Preston Burke) in einen Streit, in dem dieser T.R. Knight mit homophoben Äußerungen beleidigt habe. Der junge Schauspieler sah sich aufgrund aufkommender Gerüchte daher gezwungen, sich offiziell zu outen. Nach anhaltenden Fan-Protesten kam es zum frühzeitigen Abschied von Isaiah Washington aus der Serie.
Dieser Serien-Tod ging nicht nur Shonda Rhimes, sondern auch den "Grey's Anatomy"-Fans unglaublich nahe.
Bild: imago / Cinema Publishers Collection
6. Dr. Isobel "Izzie" Stevens: Katherine Heigl
Hinter den Kulissen soll es bei "Grey’s Anatomy" immer wieder zu Spannungen gekommen sein. Auch Katherine Heigl schien mit ihrer Rolle und den Dreharbeiten nicht zufrieden zu sein, wie sie in ihrer Dankesrede bei den Emmys und in der Late-Night-Show von David Letterman offenbarte. 17-Stunden-Drehtage und zu wenig Charakter-Background waren letztendlich die Beweggründe für ihren Abgang aus der Serie. Der öffentliche Rant und ihre zusätzliche Unzuverlässigkeit bei den Drehs blieben nicht ohne Konsequenzen: Schnell machte sich in der Branche der Gedanke breit, dass die Emmy-Preisträgerin mitunter schwer zugänglich sei, weshalb größere Projekte ihr eine Zeit lang verwehrt blieben. Dies hatte zur Folge, dass die Schauspielerin sich kurzerhand in Therapie begab. In Staffel 16 wurde die Figur Izzie Stevens entlassen, nachdem sie einen medizinischen Fehler begangen hatte. Später kehrte dann ihr Verflossener Axel Karev zu ihr zurück, nachdem er seine Ehefrau für sie verließ. Diese Handlungen besiegelten den endgültigen Abschied der Figuren aus der Kult-Show.
Katherine Heigl stieg nach nur sechs Staffeln bereits bei "Grey's Anatomy" aus.
Bild: picture alliance / Mary Evans/AF Archive/Touchstone | AF Archive
7. Dr. Lexie Grey: Chyler Leigh
Bekommt bei dieser Serie eigentlich irgendjemand ein Happy End? Ja! Oder eher: Mehr oder weniger. Denn auch Dr. Lexie Grey, Halbschwester von Meredith Grey, fand ihr Ende in der Ärzte-Serie durch einen Serientod, dieses Mal bei einem Flugzeugabsturz. Aber: Ohne Drama mit den Cast-Membern oder Produzent:innen. Der Wunsch auszusteigen, kam von ihr aus, um mehr Zeit mit ihrem Mann und drei Kindern zu verbringen. Ihr war es wichtig, der Figur ein würdiges Ende zu geben, wie sie "TV Line" in einem offiziellen Statement verriet. "Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mit diesem tollen Cast und Crew für fünf Jahre zusammenarbeiten durfte. Meine Erfahrungen bei "Grey's Anatomy" sind etwas, was mir für den Rest meines Lebens etwas bedeuten wird. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich bei meinen Fans zu bedanken. Eure uneingeschränkte Liebe und Unterstützung haben die letzten Jahre zu etwas Besonderem für mich gemacht. Ich freue mich nun auf mein nächstes Kapitel und hoffe, dass ihr mich weiterhin auf meiner Reise begleiten werdet." Klingt doch nach einem erfolgreichen Abschied. Wenn da nicht die Rückkehr in Staffel 17 gewesen wäre. In dem Podcast-Interview in "Call It What It Is" gehostet von den beiden Ex-"Grey's Anatomy" Schauspielerinnen Camila Luddington und Jessica Capshaw, beichtete Leigh, dass sie nicht vollkommen mit dem Ende des Charakters zufrieden war. Sie möchte das Comeback nutzen, um Lexie Grey einen Abschied nach ihren Vorstellungen zu geben. Leider fanden die Dreharbeiten während der Pandemie statt, weshalb die Traum-Sequenzen von Meredith vor einem Green-Screen aufgenommen werden mussten.
Die Figur der Halbschwester der Hauptdarstellerin Meredith Grey starb in der 17. Staffel bei einem tragischen Flugzeugabsturz.
Bild: imago/Cinema Publishers Collection
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8. Dr. Mark Sloan: Eric Dane
Widmen wir uns wieder einem unserer Lieblings-Hotties der Serie: Plastischer Chirurg Dr. Mark Sloan oder auch "McSteamy", der seinen passenden Spitznamen durch seinen ersten Auftritt bei "Grey's Anatomy" bekam: entkleidet bis auf ein Handtuch und in Wasserdampf gehüllt. Kein Wunder also, dass sein Serienabgang im Jahr 2021 für Fans nur schwer zu ertragen war. "Ich bin nicht gegangen, sondern ich glaube, ich wurde entlassen" vermutete der Schauspieler im Podcast "Armchair Expert". Gleichzeitig räumt er ein, Schwierigkeiten mit Alkohol und Drogen gehabt zu haben, wenn auch das nicht der ausschlaggebende Grund für sein Exit war. Laut eigener Aussage waren es eher finanzielle Gründe, die letztendlich das Ende der Serienbeteiligung entschieden. Die Vergütung des Schauspielers wurde auf Dauer wohl zu teuer für den Sender. Er erzählte außerdem, dass er zur Zeit seines Ausscheidens aufgrund seiner Sucht nicht mehr dieselbe Person war, die sie eingestellt hatten, und zeigte daher volles Verständnis. Auch war er zu der Zeit an anderen Projekten interessiert. Im Februar 2026 starb der Schauspieler an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS. In einem nach seinem Tod veröffentlichten Video richtet er sich ein letztes Mal an seine beiden Töchter und hinterlässt darin rührende Worte, bevor er im Kreise seiner Lieben starb.
Dr. Mark "McSteamy" Sloan verließ die Serie in der 11. Staffel.
Bild: imago/Cinema Publishers Collection
9. Dr. April Kepner: Sarah Drew
Sarah Drew alias Dr. April Kepner legte einen ähnlich emotionalen Abgang hin. Für die Schauspielerin kam die Nachricht des Serienabschieds in der 14. Staffel unerwartet und traf sie zutiefst. In einem Instagram-Post wendete sie sich mit einem Statement an die Fans:
"Hey ihr Lieben. Danke für all die Liebe. Ich weiß, ihr seid traurig - ich bin es auch. Ich hatte bisher noch nicht wirklich Zeit, diese Nachricht zu verarbeiten. Ich lebe erst seit weniger als 48 Stunden damit, deshalb bin ich noch nicht bereit für ein großes Dankeschön oder ein umfassendes Statement über meine neun Jahre hier. Das kommt später :) Für den Moment möchte ich sagen: Ich liebe euch, und ich liebe April – und ihre Geschichte ist noch nicht zu Ende. Und die wirklich gute Nachricht (zumindest für mich) ist, dass ich diese und nächste Woche am Set bin und einer meiner Lieblingspersonen, Kevin McKidd, über die Schulter schauen darf – zusammen mit meiner geliebten Grey's‑Familie. So kann ich all meine Gefühle inmitten der Gemeinschaft verarbeiten, die mich fast ein Jahrzehnt lang genährt und getragen hat. Dafür bin ich unendlich dankbar."
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Weiter erzählte sie "Hollywood Reporter": "Es war an einem Nachmittag und dann ging ich in meinen Wohnwagen und weinte. Eine ganze Reihe Leute kam in meinen Wohnwagen und sie haben mit mir geweint und haben mir gesagt, wie traurig sie seien, dass ich gehe. Ich war neun Jahre bei 'Grey's Anatomy'". Da die Vielzahl an Charakteren es erschwerte, allen gerecht zu werden, entschied sich das Team, laut Showrunnerin Krista Vernoff, für eine Verkleinerung des Casts. Der Ausstieg schmerzte: "Deiner Familie dabei zuzuschauen, wie sie ohne dich weitermacht, ist etwas schmerzhaft. Ich weiß nicht, ob ich mir das antun muss". Trotz des abrupten Abschieds bekam Dr. April Kepner ein positives Serienfinale: Sie fand ihr privates Glück an der Seite ihres früheren Freundes Matthew Taylor (Justin Bruening) und verließ das Grey Sloan Memorial Hospital, um Obdachlose medizinisch zu versorgen. Nach einem kurzen Comeback in Staffel 17 und 18 als Gastdarstellerin, kehrte sie schließlich zu Jackson Avery (Jesse Williams) ihrem Ex-Mann und Vater ihrer Tochter nach Boston zurück.
Ihr Abgang kam unerwartet und mit Herzschmerz: Sie verließ "Grey's Anatomy" unter Tränen.
Bild: imago/Cinema Publishers Collection/xBobxD Amicox
10. Dr. Jackson Avery: Jesse Williams
Der zu April Kepner zeitgleiche Abschied von Dr. Jackson Avery (Jesse Williams) kam ebenfalls überraschend, aber verlief vergleichsweise leise. Der Schauspieler verließ die Serie nach zwölf Jahren in Staffel 17, ohne dass sein Ausstieg im Vorfeld groß angekündigt wurde. Ein unspektakulärer Abgang, der bei Teilen der Fangemeinde für Verwunderung sorgte. Seine Figur Dr. Jackson Avery bekam jedoch ein bewusst abgeschlossenes Ende: Gemeinsam mit April Kepner zog er nach Boston, um sich dort dem Kampf gegen strukturellen Rassismus im Gesundheitswesen zu widmen. Vor allem während der Corona-Pandemie hatten sich diese Ungleichheiten besonders bemerkbar gemacht. Showrunnerin Krista Vernoff betonte im Interview mit "The Hollywood Reporter", dass es ihr wichtig gewesen sei, Jacksons Geschichte sinnvoll und hoffnungsvoll abzuschließen. Der Ausstieg sei zudem einvernehmlich erfolgt und nicht das Resultat kreativer Differenzen. So betonte auch Shonda Rhimes in einem Post auf "X", welche Bedeutung die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler für sie hatte:
"@iJesseWilliams' Talent in dieser Show war so stark. Wie er diese Stärke genutzt hat war kulturell ausschlaggebend. ("Nur, weil wir magisch sind, heißt es nicht, dass wir nicht real sind" - Verdammt!" "Jackson Avery" zu schreiben war mir eine Ehre. Den Mann Jesse Williams zu kennen ist ein Geschenk. @GreysABC".
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Jesse Williams selbst erklärte, er habe das Gefühl gehabt, die Geschichte seiner Figur sei auserzählt, gleichzeitig wollte er Raum für neue Projekte schaffen. Der Ausstieg erfolgte einvernehmlich, da der gebürtige Chicagoer sich nach anderen Herausforderungen sehnte - unter anderem am Broadway. Dort übernahm er die Hauptrolle in dem Theaterstück "Take Me Out".
Jesse Williams spielt in "Grey's Anatomy" den talentierten Chirurgen Dr. Jackson Avery.
Bild: imago/Cinema Publishers Collection
11. Dr. Andrew DeLuca: Giacomo Gianniotti
Der Tod von Dr. Andrew DeLuca zählt zu den schmerzhaftesten Momenten in" Grey's Anatomy" und ist gerade deshalb so eindringlich, weil er einen erschreckend realistischen Hintergrund hat. DeLuca, der in mehreren Staffeln mit einer bipolaren Störung kämpfte, stirbt infolge einer Messerattacke, nachdem er eine Menschenhändlerin verfolgt hatte. Besonders tragisch ist dabei, dass DeLucas Warnungen, aufgrund seines psychischen Zustandes, zuvor nicht ernst genommen wurden. "Grey’s Anatomy" greift damit ein gesellschaftlich relevantes Thema auf: Menschen mit psychischen Erkrankungen werden häufig unterschätzt, stigmatisiert oder nicht gehört - mit potenziell tödlichen Folgen.
"Es war extrem wichtig für mich, dass er seine psychische Krankheit überwinden konnte und mit der Geschichte des Menschenhandels als mutiger, guter Mensch geht. […] Er ist als Held gestorben. Er konnte dadurch womöglich noch eine Menge Menschenleben in der Zukunft retten", erklärte Showrunnerin Krista Vernoff gegenüber "Deadline". Auch wenn das Vertragsende ausschließlich seitens der Produktion entschieden wurde, konnte sich der Schauspieler mit dem Helden-Ende und somit auch mit dem Ausstieg der Serie versöhnen. "Sie wollten die Geschichte wieder aufrollen und zu Ende erzählen. 'Was, wenn wir die Frau, die mit Mädchen handelt, fassen könnten und DeLuca würde die Betroffenen retten, aber würde dabei sterben? Er würde als Held sterben und all die Kinder und Menschen retten, die kurz vor einem illegalen Handel standen.' Ich fand diese Idee schön, dass der Charakter als Held gehen könnte", erzählte Gianniotti gegenüber "Deadline".
Der Tod der beliebten Figur ist somit weit mehr als ein schockierender Serienmoment. Er dient als mahnendes Beispiel dafür, wie wichtig Sensibilität und medizinische wie gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit psychischer Gesundheit sind. Gerade deshalb gilt DeLucas Abschied für viele Fans als einer der bedeutungsvollsten Momente der gesamten Seriengeschichte.
Giacomo Gianniotti bei einem Shooting für "Wild Cards".
Bild: picture alliance / abaca
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