Meinung zu "Hawaii Five-O"

Original gegen Remake: Das macht "Hawaii Five-O" besser als "Hawaii Fünf-Null"

Veröffentlicht:

von Christian Vock

"Hawaii Five-O" mit Alex O’Loughlin (l.) vs. "Hawaii Fünf-Null" mit Jack Lord (r.).

Bild: IMAGO IMAGES / ZUMA Press Wire / Allstar / Everett Collection / Adobe Stock / Phruetthiphong


"Hawaii Fünf-Null" war eine der erfolgreichsten TV-Serien in den USA. Inzwischen ist das so lange her, dass es mit "Hawaii Five-O" ein Remake der Serie gibt. Doch so sehr die Originalserie begeistert hat - die Neuauflage ist besser.

Das Fernsehen vor den 2000er-Jahren hat zweifelsohne viele gute TV-Serien hervorgebracht: "Hart, aber herzlich", "Ein Colt für alle Fälle", "Unsere kleine Farm" oder "Dallas", um nur ein paar zu nennen. Aber warum waren diese Serien so gut? Weil sie ganz bestimmte Kriterien erfüllten: Charaktere, die hervorstechen, eine Titelmelodie, die den Ohren in Erinnerung bleibt, ein außergewöhnliches Setting, coole Action, außergewöhnlicher Humor oder eine starke Geschichte.


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Unter den guten Serien von damals gibt es aber auch welche, bei denen man heute sagt: Ach, gar nicht mal so gut gealtert. Sieht man sich zum Beispiel heute eine Folge "Quincy, M.E." an, dann sieht der einstige Straßenfeger heute ziemlich altbacken aus. Es hat seine Gründe, dass in der Liste der 250 besten TV-Serien des Film-Portals IMDb, Serien von vor 1990 nicht nur unterrepräsentiert, sondern auch auf den hinteren Plätzen zu finden sind. Natürlich haben TV-Serien in den 1990er-Jahren und noch mehr ab den 2000er-Jahren in puncto Qualität massiv zugelegt.

Trotzdem macht Binge-Watching bei einigen Retro-Serien auch heute noch Spaß. So trägt man 2026 zwar keinen Schirm und keine Melone mehr, die Detektiv-Serie "Mit Schirm, Charme und Melone" hat aber immer noch ihren Charme.

Dann gibt es aber noch die Serien, die einen neuen Anstrich bekommen haben. Bei ihnen dreht sich alles um die Frage: Was ist besser, das Original oder die neue Version? Eine dieser Serien ist "Hawaii Fünf-Null" (1968 bis 1980) und sein Remake "Hawaii Five-O" (2010 bis 2020). Selbst viele TV-Nostalgiker:innen finden: Die neue Version ist besser. Aber warum?


Besser als das Original?


Die gute alte Zeit?

TV-Serien haben sich nicht nur in puncto Story und Aufwand weiterentwickelt, sondern auch bei der Technik. Bei "Hawaii Fünf-Null" ist das Bild stets krisselig und unscharf, der Ton eine Spur zu dumpf und scheppernd. Es macht eben einen Unterschied, ob ein Film oder eine Serie in den 1970ern spielt oder in den 1970ern produziert wurde. Ähnliches gilt auch für das Setting.

"Hawaii Fünf-Null" wirkt wie aus einer anderen Zeit - weil es eben auch aus einer anderen Zeit ist. Da stehen Parkuhren am Straßenrand, die Datenbank der Fingerabdrücke gibt es auf Papierbögen, statt mit dem Smartphone spricht Detective Captain Steve McGarrett (Jack Lord) per Festnetz mit den Kolleg:innen und in seinem Büro steckt sich Leslie Nielsen als CIA-Agent Brent genüsslich eine Pfeife an. Sieht man das heute, könnte man glauben, man habe The History Channel eingeschaltet. In so einer behäbig-angestaubten Kulisse fällt es schwer, in den Action-Szenen mitzugehen.

Apropos Action: Natürlich sieht man "Hawaii Fünf-Null" ihr Alter nicht nur an der Technik und dem Setting an, sondern auch an der Produktion. Wenn es im Remake eine Schlägerei gibt, dann sieht es aus wie, nun ja, eben eine Schlägerei. In der Originalversion erkennen die Zuschauer:innen jedoch, dass sich die Leute nicht wirklich prügeln. Es fehlt im Grunde nur, dass jemand "uff" und "aua" ruft, wenn er oder sie vermeintlich getroffen wird.

Der Youtube-Account @TeeVeesGreatest hat das Intro von "Hawaii Fünf-Null" hochgeladen. Da kannst du dir selbst ein Bild von der Serie machen:

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Was "Hawaii Five-O" besser macht als "Hawaii Fünf-Null"

Was für "Hawaii Fünf-Null" gilt, gilt auch für ihr Remake "Hawaii Five-O" - nur eben umgekehrt. Hier gibt es kein Gekrissel, sondern ein klares, scharfes Bild. Hier muss man nicht raten, was man gerade sieht, was besonders bei schnellen Schnitten ein großer Vorteil ist. Vor allem aber bringt das scharfe Bild das Alleinstellungsmerkmal der beiden Serien erst so richtig rüber: die Location Hawaii. Bei "Hawaii Five-O" sehen Dschungel, Strand und Wellen nicht aus wie in einem Museumsfilmchen, sondern transportieren die exotische Kulisse der Insel 1:1.

Aber nicht nur die Kameratechnik ist auf dem neuesten Stand, sondern auch die Technik vor der Kamera. Während in der Pilotfolge der McGarrett der 1960er-Jahre mit einem Overhead-Projektor arbeitet, hat der 2010er-McGarrett längst sein Tablet gezückt. Für die TV-Zuschauer:innen, die nicht selten selbst beim Binge-Watchen mit einem solchen Gerät vor dem Fernseher sitzen, ist dies deutlich nahbarer.

Und auch beim Team gibt es wesentliche Unterschiede: Wer einen Gentleman-Ermittler mit "James Bond"-Flair mag (tatsächlich spielte Lord bei "James Bond jagt Dr. No" mit), der ist mit Lords McGarrett-Version wahrscheinlich besser bedient. Alex O'Loughlin hingegen gefällt Zuschauer:innen, die den handfesten Typen bevorzugen. "Fünf Jahre Navy-Nachrichtendienst, sechs Jahre bei den Seals. Ihre Vorgesetzten sagen, Sie seien der beste, den Sie je hatten", stellt Hawaiis Gouverneurin den neuen McGarrett in der ersten Folge vor.

Nicht weniger cool sind McGarretts Kolleg:innen: der zu Unrecht gefeuerte Ex-Polizist Chin Ho Kelly (Daniel Dae Kim), der Cop vom Festland, Daniel "Danno" Williams (Scott Caan), die Ex-Profisurferin Kono Kalakaua (Grace Park), die frisch von der Polizeischule kommt, Rechtsmediziner Bergmann (Masi Oka) und natürlich der imposante Kamekona, der vom Ex-Sumoringer Taylor Wily gespielt wird, mit seinem berühmten Shrimp-Truck. Eine illustre Truppe, die in Erinnerung bleibt.

Überzeugt? Dann schau dir Folge 1 an!


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