100. Geburtstag

So sah Leslie Nielsen aus "Die nackte Kanone" in seiner ersten großen Rolle aus

Veröffentlicht:

von teleschau

Leslie Nielsen hat vor "Die nackte Kanone" ernste Filme gedreht. Und war auch jünger.

Bild: IMAGO / United Archives / IMAGO / Capital Pictures


Ein Polizist, der Wortwitz-Albereien und knallharte Ermittlungen kombiniert, von einem Fettnäpfchen ins nächste gerät und dabei keine Miene verzieht. Mit "Die nackte Kanone" wurde Leslie Nielsen weltberühmt. Zuvor war er jedoch meilenweit von Slapstick entfernt. Am 11. Februar 2026 wäre die Komödien-Ikone 100 Jahre alt geworden.

Wir schreiben das Jahr 1956. Ein aufstrebender Schauspieler aus Kanada hat seine erste größere Filmrolle ergattert. Im Science-Fiction-Abenteuer "Alarm im Weltall" spielt der 30-Jährige den Raumschiff-Commander John C. Adams. Mit Umsicht, Resilienz und Tapferkeit führt er die C-57D und ihre Crew sicher durch den Weltraum. Der Mann hinter dem Helden: Leslie Nielsen.

Im Weltraum-Abenteuer "Alarm im Weltall" müssen Commander Adams (Leslie Nielsen) und Altaira Morbius (Anne Francis) um ihr Leben fürchten.

Bild: IMAGO / Capital Pictures


Moment mal: DER Neslie Nielsen? Der Mann, der 32 Jahre später als Lieutenant Frank Drebin in "Die nackte Kanone" keine Peinlichkeit ausließ und in den Kinos weltweit für Lachtränen sorgte? Der seit 1980 fast nur noch in irrwitzigen Slapstick-Komödien zu sehen war? Der bis zu seinem Tod im Jahr 2010 keine Gelegenheit ausließ, bei Fernseh-Auftritten sein Furzkissen zum Einsatz zu bringen? Richtig gelesen: Genau, der Leslie Nielsen ist gemeint!

Niemand entdeckte Leslie Nielsens komödiantisches Talent - nicht mal er selbst

Der Sohn eines kanadischen Bundespolizisten mit dänischen Wurzeln hatte in Ausbildung und Arbeit zunächst keine Berührungspunkte mit Comedy. Sein Vater erzog ihn streng, und von 1943 bis 1945 diente er in der kanadischen Air Force. Ein Einsatz im Zweiten Weltkrieg blieb ihm indes erspart, und in den späten 1940ern zog Leslie Nielsen nach New York, um sich als Schauspieler zu versuchen.

Für seine erste TV-Rolle, 1950 in der US-Serie "Studio One", bekam er eine Gage von 75 Dollar. Sechs Jahre später bescherte ihm der Part in "Alarm im Weltall" einen längerfristigen Vertrag mit dem Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer und damit diverse Engagements in größeren Hollywood-Produktionen. In fast allen Fällen waren es jedoch Jobs in der zweiten Reihe - solide, unauffällig, ernsthaft. "Ich war in Produktionen, bei denen ich auf dem Weg ins Studio heftigen Brechreiz hatte", gestand Nielsen 1991 in einem Interview mit "The SunSentinel". Und fügte schulterzuckend hinzu: "Immerhin konnte ich damit meine Miete bezahlen.“

Vom "King of Slapstick" war Leslie Nielsen da noch weit entfernt. Auch er selbst hatte seine absurd-humorvolle Seite noch nicht wirklich entdeckt.

Später wurde aus dem ernsten "Alarm im Weltall" "Durchgeknallt im All"

Der Comedy-Durchbruch gelang Leslie Nielsen 1980

Sein späterer Ruf als Katastrophen-Magnet blitzte in dieser Zeit nur einmal auf: 1972 im Film "Die Höllenfahrt der Poseidon". "Ich spielte den Kapitän und brachte das Schiff zum Kentern", sagte er 1988 in der "New York Times" augenzwinkernd. Auch hier war er nicht der strahlende Held, sondern der unglückliche Kommandant des Kreuzfahrtdampfers.

Eine Parodie auf Flugkatastrophen-Filme war es schließlich, die für Leslie Nielsen der Karriere-Kipp-Punkt war: "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" im Jahr 1980. Als todernster Passagier Dr. Rumack sorgte er mit seinen Wortspielen an Bord für Verwirrung und in den Kinosälen für Lachanfälle durch noch heute gern zitierte Gags wie: "Können Sie die Maschine landen?" - "Das meinen Sie doch nicht ernst?" - "Und ob ich das meine. Und bitte nennen Sie mich nicht Ernst!"

Es war seine zur Schau gestellte Seriosität, die Leslie Nielsen so urkomisch machte, das Herumblödeln mit sparsamstem Gesichtsausdruck. Auch seine Co-Stars Lloyd Bridges, Robert Stack und Peter Graves waren zuvor nur als "ernstzunehmende" Darsteller gecastet worden - eines der Erfolgsrezepte des Films. Doch im Fall von Leslie Nielsen wurde sein Casting zum größten Game-Changer.

Parodien? Leslie Nielsen war die erste Wahl

Nur noch selten schlüpfte er von da an in seriöse Rollen. So spielte er 1982 im Horrorfilm "Prom Night" an der Seite von Jamie Lee Curtis zwar noch einen Schuldirektor, ansonsten war der Darsteller ab sofort auf Parodien spezialisiert. "Leslie Nielsen ist sehr verdächtig" persiflierte 1998 den Film "Auf der Flucht". "2002 - Durchgeknallt im All" knöpfte sich Weltraum-Abenteuer vor.

Insgesamt dreimal war er zudem in den Filmen der "Die nackte Kanone"-Reihe zu sehen, die Polizei-Krimis auf die Schippe nimmt. Zuvor hatte es in den Achtzigerjahren eine Serien-Fassung gegeben, die nach dem Erfolg der Filme in Deutschland unter dem Titel "Die nackte Pistole" wiederveröffentlicht wurde.

Seine späteren Filme bekamen nicht selten vernichtende Kritiken und fielen teilweise auch an den Kinokassen durch. Ihn selbst dürfte das nicht sonderlich belastet haben. Er hatte seinen Frieden mit sich und Hollywood gefunden. Im Zweifel half ihm sein Furzkissen, das Leben nicht zu ernst zu nehmen.

Leslie Nielsen starb im November 2010 im Alter von 84 Jahren. Am 11. Februar wäre sein 100. Geburtstag gewesen.

Mehr entdecken

Vor "Die nackte Kanone": So anders sah Leslie Nielsen mit 30 aus