Ein Mann mit vielen Gesichtern

Larry Hagmans Karriere: Frauenschwarm in "Bezaubernde Jeannie" vs. Fiesling in "Dallas"

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von Antje Wessels

139 Folgen lang spielte Larry Hagman an der Seite von Barbara Eden in "Bezaubernde Jeannie" den Major Anthony Nelson.

Bild: imago / United Archives


Als Astronaut Tony Nelson in "Bezaubernde Jeannie" wurde er zum Frauenschwarm, ein gutes Jahrzehnt später wurde er als J.R. Ewing in "Dallas" zum Prototypen des TV-Schurken. Es waren die zwei Rollen seines Lebens. Doch wer war Larry Hagman abseits der Kameras?


Diese Kultserie aus den 1960ern machte Larry Hagman bekannt


Das Leben des Larry Hagman

Larry Martin Hagman wurde 1931 in Texas geboren, wo er 2012 auch verstarb. Seine Mutter, Mary Martin, war eine Größe am Broadway - da lag es nahe, dass auch Larry sich für die Schauspielerei interessierte. Nach einer Zeit beim Theater verpflichtete er sich zunächst bei der Air Force, danach, Ende der 1950er-Jahre, startete er beim Fernsehen durch. Seine erste Rolle in einem Film hatte er 1964 im Kriegs-Thriller "Angriffsziel Moskau". Zwar sollte Hagman im Laufe seines Lebens immer wieder auch in Filmen mitspielen, doch es waren zwei Serienrollen, die ihn prägten und zu einem der renommiertesten amerikanischen Schauspieler seiner Zeit machten.

Trotz jahrzehntelanger Alkoholabhängigkeit wurde der Schauspieler 81 Jahre alt. 1995 musste er sich jedoch einer Lebertransplantation unterziehen, die ganze 16 Stunden gedauert haben soll.

2011 wurde bei Hagman Kehlkopfkrebs diagnostiziert, 2012 folgte Leukämie - im November desselben Jahres starb er in Dallas an den Folgen der Erkrankungen.

Bis zu seinem Tod war er als Schauspieler aktiv gewesen. Zuletzt hat man ihn in der "Dallas"-Neuauflage noch einmal als J.R. Ewing sehen können.

Mit seiner Frau Maj war Hagman 58 Jahre lang verheiratet gewesen, obwohl nach seinem Tod zahlreiche Affären seinerseits ans Licht kamen. Die beiden haben zwei Kinder hinterlassen. Preston Hagman ist ebenfalls Schauspieler, Tochter Kristina Hagman hat ein enthüllendes Buch namens "The Eternal Party" (Die ewige Party) über ihren Vater und ihre Kindheit geschrieben.

Fieser Öl-Magnat und charmanter Astronaut

Hagman hat das amerikanische Fernsehen stark geprägt. Zunächst neben Schauspielerin Barbara Eden in "Bezaubernde Jeannie". Hier spielt er den Astronauten Tony Nelson. Dieser trifft nach einer Bruchlandung auf eine Flaschengeist-Dame namens Jeannie. Tony ist ein höflicher, geschniegelter Mann mit leichten Macho-Anleihen - typisch für die 1960er-Jahre. Gleichzeitig ist er gutmütig und warmherzig, insgesamt ein echter Frauenschwarm.

Hier tritt Larry Hagman erstmals in "Bezaubernde Jeannie" auf

Ganz anders tritt Hagman ab 1978 als J.R. Ewing in  "Dallas" auf, einer der erfolgreichsten TV-Serien aller Zeiten. Hier ist er der skrupellose Strippenzieher eines Öl-Imperiums. Er manipuliert, erpresst und fühlt sich dermaßen überlegen, dass er dabei stets süffisant lächelt - eine Eigenschaft, die seine Opfer (und die Zuschauenden) rasend macht und ihn zum Prototypen des TV-Fiesling werden lässt. Und alles nur, um Papa zu beeindrucken … Sein verdorbener Charakter wird dabei derart überzeichnet, dass er manchmal an die frühen "James Bond"-Bösewichte erinnert.

Den Schurken J.R. Ewing hat Larry Hagman stolze 372 Folgen in "Dallas" verkörpert".

Bild: imago images / Everett Collection


Der Texaner im deutschen Fernsehen

Hagman hatte einige erinnerungswürdige Gastauftritte - zum Beispiel als Lynettes Vater in "Desperate Housewives". Aber wusstest du, dass der US-Star auch mal in unserer deutschen "Lindenstraße" zu Besuch war? 2006 war er der Überraschungsgast in der Jubiläumsfolge zum 20-jährigen Bestehen und spielte einen Kunden im Reisebüro von Helga Beimer. Anscheinend hat sich Hagman in der deutschen TV-Produktion wohlgefühlt, 2010 hatte er einen Gastauftritt bei "Das Traumschiff" - und auch im "Schloss am Wörthersee" war er zu sehen.

So engagierte sich Larry Hagman

Privat war Hagman so ziemlich das Gegenteil des konservativen, fiesen Öl-Moguls aus "Dallas": Er war Drogen wie Marihuana und LSD nicht abgeneigt, hatte die Antivietnamkrieg-Bewegung "Freedom and Peace" mitbegründet und war linksliberal. Er setzte sich für die Themen Organspende und Energiewende ein - 2010 wurde er sogar mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

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