Vorbereitungen für große ESC-Bühne

Sind Änderungen beim "Eurovision Song Contest"- Auftritt geplant? Sarah Engels will "noch eine Schippe drauflegen"

Aktualisiert:

von Ronny Thorau und Jonas-Erik Schmidt, dpa, C3 Newsroom

Sarah Engels wird Deutschland im großen Finale des Eurovision Song Contest 2026 am 16. Mai in der Wiener Stadthalle vertreten.

Bild: ARD / SWR / Claudius Pflug


Vor dem Eurovision Song Contest wird noch gefeilt: Sarah Engels denkt über Änderungen an ihrem Auftritt nach. Besonders eine Version ihres Songs sorgt bei Fans für Diskussionen.


+++ Update 14. März +++

"Noch eine Schippe drauflegen"

Beim Eurovision Song Contest am 16. Mai könnte Sarah Engels ganz anders auftreten, als erwartet: Sowohl die Sängerin, als auch ihr Management planen, den Auftritt ganz anders zu gestalten als beim Vorentscheid.

Dass die Performance vor dem großen ESC-Moment noch einmal überarbeitet wird, gehört zum üblichen Ablauf. Diesmal könnten es jedoch mehr als ein paar kleine Anpassungen sein.  Im "ARD-Morgenmagazin" kündigte die Sängerin an, es würden schon "fleißig" Gedanken über die Inszenierung auf der ESC-Bühne gemacht. Für sie sei das kein Problem - im Gegenteil. "Ich glaube, da muss man schon noch mal ne Schippe drauflegen", plauderte sie in dem Interview aus.

Diese Meinung teilt sie offenbar nicht allein. Auch ihre Choreographin scheint bisher mit dem Auftritt noch nicht ganz zufrieden zu sein. Laut Engels sagte sie nach dem Vorentscheid: "Sarah, da müssen wir aber noch mal ran".

Akustik-Version sorgt für Diskussionen

Nachdem die akustische Variante ihres Songs "Fire" auf Platz 10 der Youtube-Trend-Charts erreicht hatte, schlugen auch die Fans Änderungen vor: Sarah Engels solle mit dieser Version oder zumindest Teilen davon beim Wettbewerb in Wien antreten.

Vor allem der ruhige Anfang dieser Version kommt laut den Kommentaren bei vielen ESC-Begeisterten gut an. Einige vermuteten sogar, die Akustik-Version von "Fire" könnte Sarah Engels sogar gute Gewinn-Chancen bringen. Die Sängerin selbst äußerte sich in dem "Moma"-Interview jedoch nicht dazu.

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Sarah Engels entscheidet den ESC-Vorentscheid für sich

Vielleicht kann ihr Feuer ja die Herzen Europas entflammen: Sängerin Sarah Engels tritt für Deutschland beim nächsten Eurovision Song Contest (ESC) an. Die 33-Jährige setzte sich beim Vorentscheid in Berlin gegen acht andere Bewerber durch. Damit war ihr das Ticket zum ESC-Finale am 16. Mai in Wien sicher. "Ich freue mich so krass, dass ich dabei sein darf und ich werde mein Bestes geben für Deutschland", versprach sie.

Engels Lied trägt den Titel "Fire" - auf Deutsch: Feuer - und wurde bei der Show "Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2026" genauso inszeniert. Hohe Flammen züngelten auf der Bühne, während die Sängerin mit ihren Tänzerinnen in einem roten Dress darüber wirbelte.

Nach der Show wollte sie rasch ihre Kinder anrufen - die hätten vor dem Fernseher mitgefiebert. Und auch Anteil am Erfolg. "Der Glücksbringer, den sie mir heute Morgen mitgegeben haben, der hat gefruchtet", verriet Engels der Deutschen Presse-Agentur. Es habe sich um ein kleines Faultier gehandelt. Die Botschaft sei gewesen: Ruhe bewahren.

Innere Ruhe wird die 33-Jährige beim ESC-Finale gebrauchen können. Die Mission wird für die Kölnerin alles andere als leicht. In den vergangenen zehn Jahren lief es für deutsche Künstler immer wieder miserabel beim ESC - oft landeten sie auf letzten oder vorletzten Plätzen. Nur Michael Schulte erreichte 2018 mit Platz vier ein Top-Ergebnis. Sänger Isaak (2024, 12. Platz) und das Duo Abor & Tynna (2025, 15. Platz) fuhren zuletzt Mittelfeld-Ränge ein. Immer wieder wurde in Deutschland auch ein wenig herumprobiert, wie man den europäischen Geschmack treffen könnte.


1,8 Millionen Follower kommen mit auf die Reise

"Fire" ist nun eine tanzbare Pop-Nummer von einer erfahrenen Bühnen-Künstlerin. Im Studio kam der Song gut an. Inhaltlich soll das Lied vor allem Frauen stärken. "Wir leben in einer Welt voller Social Media. Irgendwie wirkt alles so unecht", erklärte Sarah Engels. Sie wolle jeder Frau sagen: Sie brauche sich nicht zu verstellen, sondern sie dürfe einfach sein, wer sie sei.

Die Sängerin kennt den Algorithmus der oft arg inszenierten Social-Media-Welt gut: Bei Instagram hat sie sagenhafte 1,8 Millionen Follower. Bekannt wurde Engels 2011, als sie bei der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" ins Finale einzog und dort gegen ihren späteren Ehemann, den Sänger Pietro Lombardi antrat. Mittlerweile ist die Ehe Geschichte, 2021 heiratete sie ihren heutigen Mann Julian.

Lange Zeit galt ihr Talent als Sängerin als chronisch unterschätzt. Das mag auch daran liegen, dass Engels vielen weiteren Tätigkeiten nachging, vom Tanzen bis zum Backen. Erfolgreich nahm sie an den TV-Shows "Let's Dance", "The Masked Singer", "Das große Promibacken" und "Dancing on Ice" teil. Zudem spielte sie ein singendes Zimmermädchen beim "Traumschiff" und die Hauptrolle in dem Film "Die Tänzerin und der Gangster - Liebe auf Umwegen". Bei "Holiday on Ice" war sie Eisläuferin, neuerdings ist sie in ihrer Heimatstadt Köln Musical-Star („Moulin Rouge!“). Man kann sagen: Engels hat sich zu einer Meisterin vieler Künste der deutschen Unterhaltungslandschaft entwickelt.

Experten sollen bei der Entscheidungsfindung helfen

Beim Vorentscheid galt es zunächst, eine 20-köpfige Jury aus 20 Ländern zu überzeugen. Das Gremium thronte staatsmännisch mit kleinen Flaggen über den Künstlern und sollte Deutschland bei der Entscheidungsfindung helfen. Der schwedische ESC-Experte Christer Björkman, den Vorentscheid-Moderatorin Hazel Brugger als "Gandalf der schwedischen Popkultur" vorstellte, betonte etwa, dass ein Gewinner-Lied "auch auf einem größeren Markt funktionieren" müsse. "Nicht nur in Deutschland."

Nach Ansicht aller Beiträge verkleinerte das Experten-Gremium den Bewerberkreis von neun auf nur noch drei Acts. Im Finale standen sich schließlich Sarah Engels mit "Fire", Sängerin Molly Sue mit "Optimist (Ha Ha Ha)" sowie Wavvyboi aus Liechtenstein mit "black glitter" gegenüber. Per Abstimmung traf das Publikum die finale Entscheidung.

Zur härtesten Konkurrenz für Engels entwickelte sich Wavvyboi - der nicht-binäre Act überzeugte mit einer Mischung aus Gitarrenriffs, hohen melodischen Gesangslinien und einer naturgewaltigen Bühnenshow. Als nicht-binär bezeichnet man Menschen, die weder eine männliche noch eine weibliche Geschlechtsidentität haben. Das Votum fiel knapp aus: Im Studio wurde ein Stimmenanteil von 38,3 Prozent für Sarah Engels angezeigt. Wavvyboi kam auf 34,15 Prozent.

Raab ist nur noch eine Erinnerung

Anders als in den Vorjahren verantwortete diesmal nicht mehr der Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Auswahlprozess, sondern der Südwestrundfunk (SWR). Der Sender hat die Federführung innerhalb der ARD übernommen und setzte unter anderem auf sogenannte Songwriting-Camps, um geeignete ESC-Titel zu entwickeln.

Nicht mehr Teil der Auswahlmaschinerie war Moderator Stefan Raab, der noch im vergangenen Jahr wegen der deutschen ESC-Misere reaktiviert worden war. Mit Platz 15 war er allerdings an den eigenen Ambitionen gescheitert.

Beim Vorentscheid kam Raab nun nur noch als Erinnerung und Parodie vor. Als die Moderatorinnen Hazel Brugger (32) und Barbara Schöneberger (51) ein Medley bekannter ESC-Lieder vortrugen, sangen sie mit schneeweißen Zahnreihen auch "Wadde hadde dudde da?" - Raabs ESC-Song aus dem Jahr 2000.

Österreich ist in diesem Jahr ESC-Gastgeber, weil es den Wettbewerb 2025 mit dem Countertenor JJ gewonnen hat. Vorab hat die Teilnahme Israels für Diskussionen gesorgt. Einige Länder boykottieren den ESC als Reaktion auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen.

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