Was macht er heute?
"SOKO Leipzig": Ex-"Tatort"-Star Dominic Raacke kehrt als Bösewicht zurück
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von teleschauDas Aus als "Tatort"-Kommissar empfand Dominic Raacke als "Befreiung".
Bild: Gerald Matzka/Getty Images
Er war einer der prägenden Ermittler im deutschen Fernsehen: 15 Jahre lang spielte Dominic Raacke den Berliner "Tatort"-Kommissar Till Ritter - kantig, eigenwillig, ein bisschen aus der Zeit gefallen. 2014 war Schluss. Seitdem lässt sich Raacke nicht mehr auf eine Rolle festlegen.
"SOKO Leipzig" freitags um 21:15 Uhr im ZDF und auf Joyn
Dass das Ende von Kommissar Till Ritter im Berliner "Tatort" nach 15 Jahren schließlich vom Sender kam, traf Dominic Raacke weniger hart, als man vermuten könnte. "Es war eine sichere Bank", sagte Raacke im Interview mit "op-online". Zwei Filme im Jahr, ein großes Publikum. "Auf der anderen Seite kommt man dann auch in so eine Schleife." Die Rolle sei limitiert gewesen: "Man befragt, rennt, schießt in die Luft, und am Ende siegt das Gute." Sein Fazit zum Figuren-Aus im Jahr 2014: "Ich empfand es schon als Befreiung."
Denn dadurch hat Raacke Zeit, wieder regelmäßig auf der Bühne zu stehen: Im März etwa las er im Münchner Künstlerhaus Texte zur "Titanic", begleitet von Pianistin Isabel Lhotzky. Für Raacke ist das mehr als ein Nebenprojekt. "Der Live-Auftritt ist schon etwas Besonderes. Zuschauer und Akteure sind beisammen, es gibt unmittelbares Feedback", sagte er gegenüber "Hallo München". Theater sei "pur", ein direkter Draht zum Publikum. Vor der Kamera steht er jedoch immer noch am liebsten: "Film ist meine Leidenschaft."

Für Luise
Raacke träumte von großer Hollywood-Karriere
Raacke, aufgewachsen in einem künstlerischen Haushalt - der Vater Goldschmied und Designer, die Mutter Bildhauerin - fand früh zur Schauspielerei. Widerstände gab es kaum. Die Entscheidung für den Beruf habe sich "langsam aber sicher in meine Biografie eingeschlichen", sagte er im "op-online"-Interview.
Der Weg dorthin war allerdings alles andere als geradlinig. Sieben Absagen von Schauspielschulen - für viele ein klares Signal zum Aufgeben. Nicht für Raacke. "Bei mir gab es nur einen Plan A", sagte er. Stattdessen ging er nach New York, mitten hinein in die Hochphase des amerikanischen Independent-Kinos. Regisseure wie Martin Scorsese, Francis Ford Coppola oder Brian De Palma prägten ihn nachhaltig.
Die Zeit in den USA wurde zum Mythos seiner Biografie - auch wegen einer ungewöhnlichen WG: Raacke lebte mit Christoph Waltz zusammen. "Unsere New-York-Zeit war toll", erinnerte er sich. Der spätere Oscarpreisträger sei "immer schon ein guter Schauspieler" gewesen.
Für Raacke selbst blieb der große internationale Durchbruch aus - nicht aus Mangel an Ambition, sondern an strukturellen Hürden. Ohne Green Card, ohne Zugang zum Gewerkschaftssystem seien die Chancen gering. "Du bist und bleibst der Deutsche", sagte er. Die Frage, ob er je von der großen Hollywood-Karriere geträumt habe, beantwortete er mit einem klaren "Ja": "Gibt es jemanden, der sich das nicht wünscht?"
Raacke gönnt sich den Luxus Theater
In Deutschland wurde das Fernsehen zu seiner Bühne, der "Tatort" verhalf ihm 1999 zu seiner bisher bekanntesten Rolle. Till Ritter, der rauchende, trinkende Einzelgänger, entwickelte sich über die Jahre weiter. Vielleicht zu sehr, findet Raacke. Als seine Figur plötzlich joggen sollte, habe er protestiert: "Der Typ ist doch eher ungesund."
Nach seinem "Tatort"-Ausstieg vermisste er die Figur kaum. Stattdessen freute er sich, dass die Rollen "ambivalenter, komplexer" wurden. Parallel entdeckte Raacke das Theater neu - mit wachsender Begeisterung. "Ich habe einfach wahnsinnig Lust zu spielen, da geht mir das Herz auf", sagte er. Die lange Probenzeit sei ein "großer Luxus" im Vergleich zum durchgetakteten Filmbetrieb.
Und doch bleibt die Realität eines älter werdenden Schauspielers. "Rollenangebote werden weniger", räumte Raacke ein. Der Fokus liege oft auf Figuren zwischen 30 und 50. Aber er konterte nüchtern: "Ich bin Babyboomer und von uns gibt es viele." Auch deren Geschichten müssten erzählt werden und bräuchten Identifikationsfiguren, so Raacke.
Mit dem "Bergdoktor" zu neuer Popularität
Vielleicht erklärt das auch seinen jüngsten Popularitätsschub: In der Serie "Der Bergdoktor" spielte er bis 2025 eine gänzlich andere Figur. Paul Richter war kein Macho, sondern "der nette Trottel". Eine Rolle mit Tradition - "Cary Grant war so einer", sagte Raacke. Und eine, die beim Publikum ankommt. "Oft werde ich angesprochen und gefragt, ob der Bergdoktor denn jetzt heiratet", sagte er im "Hallo München"-Interview.
Ob er selbst noch einmal vor den Altar tritt, will Raacke nicht verraten. Aber auch ohne Trauschein ist er seit 2014 mit seiner Partnerin Alexandra Rohleder glücklich. Von 2000 bis 2007 war er mit Kristina "Kika" Schneider verheiratet. Zuvor war er mit der Schauspielerin Natja Brunckhorst liiert, mit der er eine Tochter hat.
Was also macht Dominic Raacke heute? Die einfache Antwort wäre: vieles. Er liest, spielt Theater und ist nun einmal mehr in einer Seriengastrolle zu sehen. In der neuesten Folge von "SOKO Leipzig" darf er den Bösewicht spielen, als Richard "Richie" Wolf startet er einen Rachefeldzug, der die Kommissare in Lebensgefahr bringt. Die Folge "Für Luise" läuft am Freitag, 1. Mai, um 21:15 Uhr im ZDF. Zur selben Zeit ist der Krimi im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.
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