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Comedian Björn von Morgenstern lädt zum "Kreisverkehrsfest"

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Bild: Sophie Schwarzenberger


Der aus der Nähe von Essen stammende Stand-up-Comedian Björn von Morgenstern gibt auf der Bühne den verschmitzt grinsenden Jungen vom Dorf. Seine Pointen sitzen – und treten erfreulich selten nach unten. Nun geht er mit seinem ersten Soloprogramm auf Tour.

"In unserem Dorf war auch einfach mal 70." Das ist so ein typischer Björn-von-Morgenstern-Gag. Auf den Punkt, ein wenig um die Kurve gedacht – und wenn man es geschnallt hat, dürfte zumindest der Teil im Publikum, der auch eine Dorfjugend hat, ganz genau wissen, was er meint. Mal ganz abgesehen davon, dass dieser simple Satz bei vielen einen ganz Schwall an Erinnerungen und Empfindungen auslösen dürfte. Oder vielleicht schließt der Autor dieses Textes hier auch nur von sich auf andere – und fühlt das ein wenig zu sehr, weil er aus einem Dorf stammt, in dem es ein Ortschild gab, das direkt über ein Sackgassenschild angebracht war …

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Björn von Morgenstern ist in der Comedy-Welt längst kein Unbekannter mehr. Er war Finalist des NightWash Talent Award 2024, Gewinner des Kölner ComedyClash 2025 und hat neben Auftritten im Downstairs Comedy Club, bei NightWash oder dem Quatsch Comedy Club in wenigen Monaten mehr als über 250 gerissen. Sein Standardoutfit dabei: blaue Jeanshose, Retro-Trainingsjacke, immer etwas gerötete Wangen, BWL-Haarschnitt und ein Grinsen, das man ruhigen Gewissens als verschmitzt bezeichnen kann.

Björn von Morgenstern beschloss erst Anfang 2025 Vollzeit-Comedian zu werden – zu einem Zeitpunkt, als ihm im Internet gerade mal knapp 3000 Menschen folgten. Aber seine Witze über das Leben als Dorfjugendlicher fanden große Resonanz. TikTok-Clips seiner Auftritte gingen viral und schon Anfang Juni konnte er auf seinen Socials vermelden: "Bin ich etwa heute zum ersten Mal für eine TV-Produktion angefragt worden? Kann sein. Bin ich vielleicht nur angefragt worden, weil jemand krank geworden ist? Ja, kann auch sein." Macht aber nichts – er nutzte seine Chance und ist seitdem recht häufig im TV zu sehen.

In Olaf Schuberts TV-Comedy-Format im Öffentlich-Rechtlichen sagte Björn über seinen Karrierestart: "Ich wollte einfach nicht mit 80 als Rentner irgendwo im Garten sitzen und denken – ja, Comedy, das wäre es vielleicht gewesen." Er habe dann "voll Angst" gehabt, aber sich einfach mal ein Jahr gegeben, um zu schauen, wo es hinführt.

Tja, es führte direkt zu seinem ersten Programm, mit dem er ab Anfang September unterwegs ist. Der Titel: "Kreisverkehrsfest". Das Thema: Dorffeste, Provinzjugend, Kreis- und Geschlechtsverkehrsverzweiflung, Dating-Apps auf dem Lande. Dass seine Entscheidung, Vollzeit-Comedian zu werden, eine gute war, sieht man auch daran, dass die ersten Termine schon ausverkauft sind.

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