Nimmermüder Abenteurer
William Shatner wird 95: Erst Neil Armstrong verhalf Captain Kirk zu Ruhm
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von spot on newsWilliam Shatner alias Captain James T. Kirk schrieb Weltraumgeschichte - fiktional und real.
Bild: Imago Images / ZUMA Press
James Tiberius Kirk - unter diesem klangvollen Namen wurde William Shatner vor genau 60 Jahren weltberühmt. Doch auch als 95-Jähriger lotet "Captain Kirk" noch gerne neue Grenzen aus.
Als das "Raumschiff Enterprise" 1966 erstmals in Galaxien vordrang, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat, ahnte noch niemand, dass die Rolle als Captain James T. Kirk Schauspieler Williams Shatner (95) zu einer unsterblichen Kultfigur des Sci-Fi-Genres und darüber hinaus machen würde. Doch der gebürtige Kanadier, dem am 22. März 95 Geburtstagskerzen vor die Nase gebeamt werden, kann noch weit mehr, als "Khaaaan!" zu rufen, sein Föderationsleibchen zu zerreißen und/oder Aliendamen zu umgarnen. Das beweist er selbst im hohen Alter immer wieder eindrucksvoll.
Gehe mit William Shatner mysteriösesten Ereignissen auf den Grund
Früh übt sich
Schon mit sechs Jahren soll der kleine William erkannt haben, dass das Schauspielerfach etwas für ihn sein könnte. Nur zwei Jahre später trat er bereits in seiner ersten Hauptrolle als "Tom Sawyer" im Montrealer Kindertheater auf. Zu einem Schauspielstudium konnte er sich dennoch nicht durchringen: Shatner studierte Wirtschaftswissenschaften, blieb der Bühne aber nebenbei in mehreren Shakespeare-Aufführungen treu.
Erfolg dank Neil Armstrong
Zwar startete Mitte der 1960er Jahre Gene Roddenberrys Weltraum-Saga "Star Trek: Raumschiff Enterprise", weltweit bekannt wurde Shatner aber erst später. Denn zu Beginn der heutigen Kultserie hielt sich die Begeisterung noch in Grenzen und blieb einer verhältnismäßig kleinen Gruppe an Zuschauer:innen vorbehalten. Und so war nach lediglich drei Staffeln Schluss, "Enterprise" wurde abgesetzt.
Dass Shatner dann doch noch zu spätem Ruhm für seinen Part gelangte, hat er einem Stück weit einem gewissen Neil Armstrong (1930-2012) zu verdanken. Denn nach der ersten Mondlandung begannen sich viele Menschen plötzlich für die Raumfahrt zu interessieren, Wiederholungen der Serie wurden zum Quotenrenner. Da wundert es auch nicht, dass Shatner trotz des Serien-Endes noch in insgesamt sieben Kinofilmen seine ikonische Rolle spielen durfte, bei Teil fünf gar die Regie übernahm.
William Shatner 1966 in seiner Rolle als Captain James T. Kirk.
Bild: Imago Images / Mary Evans
Ein Skandalkuss
Ihr Filmkuss in "Star Trek" sorgte in den 1960er-Jahren für einen Skandal in den USA.
Bild: Imago Images / Everett Collection
Sogar für einen damals handfesten Skandal sorgte Shatner: In einer Folge der dritten Staffel von "Raumschiff Enterprise" küsst er das Crewmitglied Uhura, gespielt von der 2022 verstorbenen Nichelle Nichols. Es war der erste TV-Schmatzer eines weißen Mannes mit einer schwarzen Frau und sorgte für helles Aufsehen in den USA.
Besonders verachtenswert: Sender in den Südstaaten weigerten sich gar, die Folge auszustrahlen. Auch im wahren Leben ist Shatner übrigens als Womanizer bekannt, viermal ging er den Bund der Ehe ein. Die letzte davon wurde jedoch im Januar 2020 geschieden.
Nie wieder Kirk?
Mit der Rückkehr von Sir Patrick Stewart (85) als Jean-Luc Picard in der gleichnamigen Amazon-Serie "Picard" von 2020 erhofften sich viele Trekkies auch ein Comeback von Kirk. Dem schob Shatner aber kurz vor seinem 90. Geburtstag vehement einen Riegel vor.
"Kirk ist in 'Treffen der Generationen' gestorben. Was soll da noch kommen?", fragte er nicht ganz zu Unrecht via Twitter. Und dennoch brandeten vor zwei Jahren noch einmal neue, dieses Mal von Shatner selbst befeuerte Gerüchte auf, wonach er in aussichtsreichen Gesprächen für ein Kirk-Comeback sei. Doch daraus wurde bis heute nichts.
Gibt es Leben in den Weiten des Weltalls?
Und was gibt es außer "Star Trek"?
Gerne wird Shatner vorgeworfen, eine viel zu theatralische Art des Schauspiels zu pflegen. Vielleicht auch deshalb gab es für ihn außerhalb des "Star Trek"-Universums meist nur kleine Nebenrollen in Filmen und Serien. Eine Ausnahme stellt seine bitterböse Rolle als Anwalt Danny Crane an der Seite von James Spader (66) in "Boston Legal" dar. In insgesamt 101 Folgen der Justizserie von 2004 bis 2008 bewies der Schauspieler, dass es auch ein Leben nach Kirk gab.
In der kurzlebigen Serie "Shit! My Dad Says" durfte er von 2010 bis 2011 als titelgebender Dad den titelgebenden Shit sagen, ein Jahr länger und in insgesamt 30 Folgen übernahm er die Moderation der Sendung "Einfach überirdisch!", in der es, wie der Name schon sagt, um vermeintlich übernatürliche Vorkommnisse ging. Nach Jonathan Frakes (73) alias William T. Riker und "X-Faktor: Das Unfassbare" hatte nun also eine weitere "Star Trek"-Größe ihre Mystery-TV-Serie bekommen.
Mit Ü90 rief der echte Weltraum
Zumindest für eine Weile schrieb Shatner am 13. Oktober 2021 auch reale Raumfahrtgeschichte. Mit 90 Jahren wurde Captain Kirk dank seines Flugs in einer von Jeff Bezos' (62) Blue-Origin-Raketen zum ältesten Menschen, der jemals die Erde gen Weltall verlassen hat. Gebrochen wurde dieser Rekord allerdings 2024 vom ehemaligen Astronauten Ed Dwight (92). Er war bei seinem Flug 90 Jahre und acht Monate alt - zwei mehr als Shatner.
Shatner redet Gesang
Der Musik ist William Shatner ebenfalls nicht abgeneigt, auch wenn er bei dieser Karriere den Begriff Sprechgesang ein ums andere Mal falsch verstanden zu haben scheint. Bei seinem "Spoken Word"-Stil rezitiert er vielmehr berühmte Songtexte wie David Bowies "Space Oddity" oder Elton Johns (78) "Rocket Man" zu musikalischer Untermalung.
Logisch, dass seine extravagante Auffassung von Musik in den unterschiedlichsten Sendungen, etwa bei den "Simpsons", aufgegriffen wurde, um sich über den Schauspieler lustig zu machen.
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Allen Spöttern zum Trotz bringt William Shatner es dennoch auf zahlreiche Platten. Und auch in diesem Bereich legt er mit Mitte 90 noch auf besondere Weise nach: Erst im Februar dieses Jahres verkündete er stolz auf Instagram, ein Heavy-Metal-Album mit 35 Songs zu veröffentlichen.
"Ich habe den Weltraum erkundet. Ich habe die Zeit erkundet. Jetzt erkunde ich Verzerrung", schrieb Shatner zu dem Posting. "Ja, ihr lest richtig. Ich veröffentliche ein HEAVY-METAL-Album. Wir werden headbangen, wo noch niemand zuvor geheadbangt hat." Bei jedem anderen Menschen würde man das als Übertreibung abtun. Einem James T. Kirk ist man aber gewillt zu glauben.
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