"Galileo X-Plorer"
Tansania: Gefährlichster See der Welt verwandelt Tiere in Mumien
Aktualisiert:
von Claudia FrickelDer Natronsee in Tansania mumifiziert Tiere auf natürliche Art und Weise
Bild: picture alliance/Galileo
Der Natronsee in Tansania ist extrem alkalisch - fast wie Rohrreiniger. Dadurch erstarren tote Tiere darin zu steinernen Figuren. Das "Galileo X-Plorer"-Team findet heraus, wie Menschen und Tiere in der Gegend überleben können?
Achtung, ätzend: So gefährlich ist der Natronsee
In einer heißen, unwirtlichen und trockenen Gegend ist Wasser eigentlich ein Segen - aber nicht das des Natronsees: Es ist hochgradig ätzend.
Regelmäßig tauchen mumifizierte Vögel oder Gnus im Wasser auf. Sie wirken gespenstisch - wie bleiche Steinstatuen, erstarrt in ihrer letzten Bewegung.
"Galileo X-Plorer"-Reporterin Marie Weiser ist fasziniert von den gruseligen, versteinerten Tieren. Seit sie Fotos gesehen hat, will sie herausfinden, was dahintersteckt. Mit ihrem Team reist sie in den Norden Tansanias.
Der Name des Sees verrät schon, warum er so gefährlich ist: Natron ist stark alkalisch und ätzend. Die Reporterin misst den pH-Wert des Wassers mit Teststreifen. Ergebnis: knapp 11. Zum Vergleich: Rohrreiniger liegt bei 12.
Dieses Wasser zu trinken wäre extrem gefährlich - es verätzt Mund, Rachen und Speiseröhre und führt zu Durchfall, Erbrechen und starker Übelkeit. In großen Mengen schädigt es sogar innere Organe. Auch der Kontakt mit Augen und Nase ist gefährlich. Weil es einen hohen Salzgehalt hat, wirkt es zusätzlich stark dehydrierend.
Außerdem heizt sich der flache See durch die Sonne stark auf, sodass die Haut beim Kontakt verbrennen kann.
Als Trinkwasser können die Menschen hier den See natürlich nicht nutzen - stattdessen transportieren sie Wasser von Quellen zu ihren Dörfern, oft mit Eseln.
Für Kinder ist es verboten, zum See zu gehen. Das dürfen nur Erwachsene.
Aber es gibt "eine Sache aus dem See, die wir nutzen können: Salz", erzählt ein Dorfältester der Reporterin. Es gilt als sehr rein und ist eine wichtige Einnahmequelle für die Massai. Die obere Kruste dient in Form von Tee als Medizin, zum Beispiel gegen Bauchschmerzen.
Reporterin Marie traut sich und probiert etwas von der Salzkruste aus dem tödlichen Wasser. Sie sagt: "Ich bin beeindruckt, wie sich Menschen hier in dieser lebensfeindlichen Umgebung arrangieren.“
Eine Luftaufnahme des gefährlichen Natronsees in Tansania.
Bild: picture alliance / Amazing Aerial Agency
Warum ist der See so salzig und woher kommt das Natron?
Der Natronsee liegt im Rift Valley, nur wenige Kilometer entfernt vom aktiven Vulkan Ol Doinyo Lengai - dem heiligen Berg der Massai. Dieser Vulkan schleudert natriumreiche Lava aus. Daraus entsteht im Wasser Natron.
Das Gebiet ist sehr trocken und heiß, mit einer mittleren Temperatur von über 30 °C und starker Sonneneinstrahlung.
Das Wasser verdunstet schnell und Salze und Mineralien bleiben zurück. Dadurch wird der See zunehmend salziger und alkalischer.
Warum die Tiere am See mumifiziert werden - und wieso die Reporterin ins Wasser geht
Doch wie kann das ätzende Wasser Tiere mumifizieren? Dieses Rätsel will "X-Plorer"-Reporterin Marie endlich lösen. Naturschützer Emmanuel Mgimwa erklärt, dass die Tiere vom Salz umschlossen werden, wenn sie dort sterben. Dadurch trocknen die Körper sehr schnell aus.
Das Salz im Wasser konserviert die Tiere und verhindert eine Verwesung.
Am Ende wagt Marie sogar eine Mutprobe: Sie geht barfuß ins Wasser. Wer nur kurz drin ist, hat angeblich nichts zu befürchten. Ihr ist trotzdem mulmig: "Ich stehe in dem Wasser, das tote Tiere mumifiziert - ein schauriges Gefühl".
Wie die versteinerten Tiere und der tödliche See aussehen, kannst du dir in der "Galileo X-Plorer"-Reportage "Die Suche - Der gefährlichste Ort der Welt" oben im Stream sowie auf Joyn ansehen. Außerdem erfährst du, warum Tausende Flamingos ausgerechnet dort brüten und begleitest das Team bei einem Besuch in der Hütte des Massai-Dorfältesten.
"Galileo" montags bis freitags um 19:05 Uhr auf ProSieben und Joyn
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