Einkaufstempel der Superlative

Shopping in XXL: "Galileo" besucht das größte Möbelhaus der Welt

Veröffentlicht:

von Julia Wolfer

Galileo

Einkaufen auf 380.000 Quadratmetern: Das größte Möbelhaus der Welt

Videoclip • 09:57 Min • Ab 12


Auf 380.000 Quadratmetern gibt es hier Luxus-Interieur statt Pressspan-Regale: Das Louvre International in Südchina überfordert selbst erfahrene Shopper. "Galileo" wagt den Rundgang durch das größte Möbelhaus der Welt, in dem Einkaufen zur Expedition wird.

Rund 2.400 Läden auf 380.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, verteilt auf sechs Etagen: Das Louvre International im südchinesischen Foshan ist ein Möbelhaus der Superlative. Das größte Möbelcenter der Welt ist knapp neunmal so groß wie der größte Ikea Deutschlands - doch hier gibt es weder Billy-Regale noch Köttbullar, sondern exklusive Luxusware und Spitzenküche.

Das Team von "Galileo" hat einen Tag lang hinter die Kulissen des Möbel-Tempels geblickt. Wie funktioniert ein Einkaufszentrum dieser Dimension? Und wie behält man bei mehreren Tausend Läden überhaupt den Überblick?

Der Tag beginnt, bevor das Licht angeht

Das weiß wohl niemand besser als Betriebsleiterin Meng Meng. Die 28-Jährige ist für drei der sechs Etagen verantwortlich. Das "Galileo"-Team trifft sie eine Stunde vor der offiziellen Öffnung. "Das erste jeden Tag ist das Einkaufszentrum für das Tagesgeschäft startklar zu machen", sagt Meng Meng. 58 Rolltreppen muss sie jeden Morgen in Gang setzen – und allein das Einschalten der Beleuchtung dauert 15 Minuten.

Kurz vor der Ladenöffnung stehen die Verkäufer:innen bereits vor ihren Läden Spalier. Meng Meng macht ihren letzten Kontrollgang und achtet darauf, dass alles den hohen Ansprüchen des Hauses entspricht - bis hin zur Körperhaltung der Verkäufer:innen. "In puncto Haltung gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Bei den Frauen müssen die Hände vor dem Körper sein", erklärt sie.

15.000 Schritte für den perfekten Auftritt

Obwohl die einzelnen Läden eigene Angestellte haben, soll das gesamte Möbelhaus wie aus einem Guss wirken. Meng Meng ist die Schnittstelle für jedes noch so kleine Problem – von organisatorischen Fragen bis zur ausgefallenen Klimaanlage. An einem normalen Arbeitstag kommt sie auf mehr als 15.000 Schritte. "Am Anfang war es echt anstrengend. Später haben sich mein Körper und mein Geist daran gewöhnt", erzählt sie.

Um 9 Uhr öffnen sich schließlich die Tore des Möbel-Tempels. Täglich strömen mehr als 20.000 Besucher:innen hinein – doch nicht immer zum Shoppen. Viele nutzen die mondäne Bauweise des Louvre Internationals als Fotokulisse. "Die ganze Architektur ist großartig. Fühlt sich sehr europäisch, sehr barock an. Sehr attraktiv, um Fotos zu machen", erzählt eine von ihnen. Für das Möbelhaus ist das willkommene kostenlose Werbung.

14 Millionen für eine Badewanne

Vom Eingang geht es zunächst in eine monumentale Haupthalle. Dort trifft das "Galileo"-Team auf Stammkunde Kaylesh. Der indische Geschäftsmann handelt beruflich mit Möbeln, kauft hier aber auch gerne privat ein. "Das kann man sich kaum vorstellen, dass es ein ganzes Einkaufszentrum nur für Möbel gibt – in dieser Größe! Mehr als 2.000 Läden für Möbel, Licht, Deko, Zubehör, Teppiche. Du kannst hier dein ganzes Haus ausstatten", sagt er.

Mehr als 3.000 komplett eingerichtete Showrooms verteilen sich über die Etagen. Selbst für Stammkunden wie Kaylesh gibt es immer wieder Neues zu entdecken: Fußböden aus echtem Leder oder spektakuläre Kuriositäten wie etwa eine 14 Millionen Euro teure Badewanne. "Die Badewanne wurde von Italienern im Amazonas-Gebiet in Brasilien entdeckt und bearbeitet. Sie besteht komplett aus weißem Kristall", sagt Meng Meng. Selbst die Essensbereiche in diesem Möbelhaus erinnern eher an ein Sternerestaurant als an eine klassische Möbelhaus-Kantine.

Übernachten im Möbelhaus? Hier ist das möglich

Um sich in diesem Shopping-Labyrinth nicht zu verlieren, setzt das Möbelhaus auf digitale Navigation. Über QR-Codes können Kund:innen eine Karte auf ihrem Smartphone abrufen. Kayleshs Lieblingsladen liegt im sechsten Stock. Er schätzt die luxuriöse Auswahl und die persönliche Betreuung. Denn: Die Kund:innen werden hier nicht nur mit Kaffee, Tee und Snacks verwöhnt, sondern auch mit gemütlichen Hausschuhen ausgestattet – sie sollen sich inmitten der Einrichtungsstücke schließlich ganz wie zu Hause fühlen.

Wer noch tiefer eintauchen will, kann sogar vor Ort übernachten: Im hauseigenen Hotel mit 325 Zimmern kosten die Nächte zwischen 100 und 300 Euro. Die gesamte Einrichtung stammt aus den umliegenden Läden. Und alles, was im Zimmer steht, kann auch gekauft werden - direkt vom Zimmer aus per Anruf oder QR-Code.

Was sich Kaylesh an diesem Tag für knapp 12.700 Euro gegönnt hat und welche gigantischen Dimensionen das Zentrallager des Louvre International hat, das erfährst du in der "Galileo"-Doku "Einkaufen auf 380.000 Quadratmetern: Das größte Möbelhaus der Welt" auf Joyn oder oben im Clip.


"Galileo" montags bis freitags um 19:05 Uhr auf ProSieben und Joyn


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