Rückblick auf bewegte Karriere

Bärbel Schäfer: So prägten Schicksalsschläge die Moderatorin

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von Svea Abraham

Bärbel Schäfer - Moderatorin mit Durchhaltevermögen.

Bild: picture alliance / dpa


Moderatorin Bärbel Schäfer prägte in den 1990-Jahren das Talkshow-Fernsehen. Nach entscheidenden Schicksalsschlägen hat sie sich neu aufgestellt - und ist nun vielseitiger denn je.

Die jungen Jahre der Bärbel Schäfer

1963 in Bremen geboren, zeigte Schäfer bereits im Jugendalter Interesse an Medien: Während ihrer Schulzeit verbrachte sie ein Jahr in den USA und sammelte dort erstmals Moderationserfahrung in der Talkshow "Guests In Our Town". Zurück in Deutschland folgten nach dem Abitur eine Ausbildung zur Hotelkauffrau sowie ein Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Kunstgeschichte.

Ihre Fernsehkarriere begann mit einem Praktikum beim WDR, bevor sie Mitte der 1990er-Jahre im Privatfernsehen ihren großen Durchbruch schaffte: Auf RTL erhielt sie ihre tägliche Talkshow "Bärbel Schäfer", welche sie bis 2001 gute 1.500-mal moderierte und sich damit ihren Weg für ein Leben in der Öffentlichkeit ebnete.

Und im Fernsehen ging es weiter: Am 15. Januar 2000 stand Bärbel Schäfer erstmals für die RTL-Show "Ihr seid wohl wahnsinnig" vor der Kamera, die sie gemeinsam mit Kalle Pohl moderierte. Das Konzept setzte auf extreme Mutproben - nicht nur für die Kandidat:innen, sondern auch für die Moderator:innen selbst. Schäfer ging dabei mehrfach an ihre Grenzen: So ließ sie sich beispielsweise in einem Auto aus rund 25 Metern Höhe in die Tiefe stürzen.

In einer späteren Ausgabe der Sendung, am 17. September 2000, legte sie sich sogar zwischen zwei Eisenbahnschienen, während sie ein Güterzug überrollte. Die riskanten Aktionen sorgten für große Aufmerksamkeit, aber auch für heftige Kritik. Das Format wurde schließlich eingestellt.

Das Schicksal schlägt zu

Die Moderatorin musste in der Vergangenheit tiefgreifende persönliche Verluste durchstehen. Sowohl Schäfers einziger Bruder als auch ihr damaliger Lebenspartner starben bei Verkehrsunfällen - zwei tragische Ereignisse, die ihr Leben prägten.

In ihrem Buch schrieb sie: "Ich bin jetzt die verwaiste Schwester meines bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten einzigen Bruders. Ich war die Freundin meines ebenfalls tödlich verunglückten Lebenspartners. Auch ein Autounfall."

Warum wiederholt sich dieses Schicksal?

Bärbel Schäfer in ihrem Buch "Ist da oben jemand?"

In seltenen öffentlichen Momenten sprach die Moderatorin darüber, wie diese Verluste sie gezwungen haben, ihr Verhältnis zu Nähe, Sicherheit und Öffentlichkeit neu zu definieren. Statt sich dauerhaft zurückzuziehen, entschied sich Schäfer später für einen reflektierten, offenen Umgang mit ihrer Trauer - ohne Pathos, aber mit großer Ehrlichkeit.

An Schäfers Seite: Die Ehe mit Michel Friedman

Seit 2004 ist Bärbel Schäfer mit Michel Friedman verheiratet. Der Jurist und Publizist ist außerdem ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er war lange eine prominente Figur im politischen und gesellschaftlichen Diskurs und stand selbst häufig im öffentlichen Fokus.

Die Beziehung der beiden wurde von Beginn an aufmerksam begleitet, doch Schäfer und Friedman treten bis heute überwiegend als geschlossenes, ruhiges Paar auf. In Interviews beschreiben sie ihre Ehe als partnerschaftlich, diskussionsfreudig und von gegenseitigem Respekt geprägt.

Man formuliert einfach Liebe und sagt, wie toll es ist, dass wir gemeinsam unseren Alltag teilen und füreinander da sind.

Bärbel Schäfer in einem Interview in "Gala"

Auch weiterhin Teil der Medienwelt

Seit 2009 moderiert Bärbel Schäfer den "Sonntagstalk" auf hr3, der bis heute zu den bekanntesten Radio-Talkformaten Deutschlands zählt. Dort spricht sie wöchentlich mit prominenten und außergewöhnlichen Persönlichkeiten.

Zusätzlich ist sie Gastgeberin des Buch-Talk-Formats "book:deluxe", das als Podcast und Online-Videoformat erscheint. Literatur, Autorinnen und Autoren sowie gesellschaftliche Themen stehen hier im Mittelpunkt. 2024 kehrte Schäfer außerdem ins Privatfernsehen zurück und übernahm die Moderation der Neuauflage der SAT.1-Doku-Reihe "Notruf", in der reale Rettungseinsätze und die Arbeit von Einsatzkräften begleitet werden.

Bärbel Schäfer präsentiert aktuell "Notruf"

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