Unfreiwilliger Abschied
"Aus der Presse erfahren": "Polizeiruf 110"-Stars kritisieren ihr Aus beim MDR
Aktualisiert:
von Lars-Ole GrapNach nur drei Fällen müssen Kommissar Michael Lehmann (Peter Schneider, l.) und sein Kollege Henry Koitzsch (Peter Kurth, r.) gehen.
Bild: MDR/filmpool fiction/Felix Abraham
Der MDR schickt sein hochgelobtes "Polizeiruf 110"-Duo aus Halle in den Ruhestand. Nach nur drei Einsätzen ist für Peter Kurth und Peter Schneider Schluss. Eine Entscheidung, die nicht nur bei dem Publikum, sondern vor allem bei den Hauptdarstellern selbst für Fassungslosigkeit sorgt.
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"Polizeiruf 110"-Stars rechnen mit dem MDR ab: "Gespräch fand einfach gar nicht statt"
Die Schauspieler Peter Kurth und Peter Schneider sind seit 2021 als Henry Koitzsch und Michael Lehmann bei "Polizeiruf 110" zu sehen. Doch jetzt müssen die Ermittler ihre Dienstmarke abgeben. Wie ein Interview mit "Hörzu" offenbart, geschieht das allerdings nicht freiwillig.
Die Enttäuschung über die Kommunikation des MDR sitzt bei den beiden Hauptdarstellern tief. Peter Schneider zeigt sich in dem Interview irritiert über die offizielle Darstellung einer geplanten Trilogie: "Ich weiß es ehrlich gesagt nicht so richtig. Ich habe im Januar 2025 aus der Presse erfahren, dass es wohl so geplant war: nur drei Filme".
Er sei überrascht gewesen, da er ursprünglich für eine Reihe angefragt wurde - und "Reihe heißt ja nicht automatisch Trilogie". Auch sein Kollege Peter Kurth findet deutliche Worte zum Umgang des Senders mit seinen Stars. Er erinnere sich an vage Absprachen, nach einigen Fällen neu zu verhandeln, doch: "Dieses Gespräch fand einfach gar nicht statt."
Besonders die inhaltliche Begründung des Senders scheint für die beiden schwer nachvollziehbar zu sein. Während der MDR das Format als abgeschlossene Erzählung lobt, sieht Peter Schneider darin einen logischen Bruch. Man habe die Reihe nie im Hinblick auf eine Trilogie produziert, sondern vielmehr einen geplanten Fall sogar übersprungen.
Dass nun ausgerechnet ein Erfolgsprojekt mit Marktanteilen von bis zu 26,6 Prozent beendet wird, empfindet er als fatales Signal. Gerade auch in Zeiten der "Quote Ost"-Bewegung sei das gesamte Team ein Paradebeispiel für ausgezeichnete und authentische Arbeit gewesen. "Eigentlich könnte der MDR stolz sein", so der Schauspieler.
"Der Käse ist nie gegessen": Hoffnung auf "Polizeiruf 110"-Rückkehr bleibt
Auch mit Blick auf das Wahljahr 2026 in Sachsen-Anhalt hält er die Präsenz in Halle für unverzichtbar, um die dortige Stimmung einzufangen. Stattdessen dränge sich das Gefühl auf, dass Inhalte hinter Quoten zurückstehen müssen. Finanzielle Gründe schließt Peter Schneider allerdings aus: Man habe "zu üblichen ARD-Tagessätzen" gearbeitet und das gesamte Team sei sogar sehr kompromissbereit gewesen.
Trotz des unerwarteten Endes bleibt ein Funke Hoffnung auf eine Rückkehr. Schneider zeigt sich optimistisch und betont: "Der Käse ist nie gegessen! Es ist Gott sei Dank ein öffentlich-rechtliches System: Es wird vom Volk finanziert." Auf die Frage, ob sie bei einer Kehrtwende des Senders weitermachen würden, ist die Antwort der beiden Hauptdarsteller eindeutig. Wie Peter Schneider im Interview verrät, würde er "alles dafür tun", und auch sein Kollege Peter Kurth sieht das ähnlich: "Bei 'alles' zucke ich ein bisschen - aber ja. Fast alles!"
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