Analyse
Fan-Reaktionen zu "Tatort: Ex-It": ARD-Zuschauer sind vom Ende enttäuscht
Aktualisiert:
von Sylvia LothWaren wieder im Einsatz: Sebastian Bootz (Felix Klare, l.) und Thorsten Lannert (Richy Müller, r.).
Bild: SWR/Benoît Linder
Der neue Stuttgarter "Tatort" wollte viel erzählen. Viele Zuschauer:innen fühlten sich aber gelangweilt und ratlos zurückgelassen. Vor allem das Ende sorgt für Frust - wenn auch nicht bei allen.
Den "Tatort" streamen
+++ Update, 19. Januar 2026 +++
Fall wird zur Nebensache
Tochter Penelope ist tot, Sohn Hugo verschwunden und die Mutter geht tanzen. Der Stuttgarter "Tatort" servierte ein Drama aus menschlichen Abgründen, schrillen Dialogen und schrägen Eheszenen hinter einer schwäbischen Neureichen-Fassade. Das überzeugte offensichtlich nicht. Die Folge "Ex-It" sorgte für deutlich mehr Kritik als Lob bei den Zuschauer:innen, die über Facebook ihre Meinung kundtaten.
Wie so oft, war der Kriminalfall selbst fast Nebensache. Dies war jedoch in diesem Krimi besonders tragisch. Schließlich war ein Kind gestorben - oder vielleicht sogar zwei? Letzteres blieb lange unklar. Typisch "Tatort" richtete sich der Story-Scheinwerfer schnell auf die soziale Situation rund um die Leiche. Trauer um das verstorbene Kind war kaum zu spüren - ein erzählerischer Entschluss, den viele Zuschauer:innen überhaupt nicht verstanden und stark kritisierten.
Szenen-Patzer
Ebenfalls angeprangert wurde ein Dreh-Malheur: Unter dem Leichentuch für das tote Kind ragten Turnschuhe vor - viel zu groß und kleidungstechnisch untypisch für das Baby, das kurz zuvor noch im Auto-Kindersitz saß. Zu sehen ist das in den Minuten 1:07 und 4:44 in "Tatort: Ex-It".
Auch die recht ruhige Spielart des intuitiven Ermittlers Lannert und des analytisch veranlagten Bootz‘ holte in "Ex-It" nur wenige Zuhsehende ab. Die Vorwürfe in den sozialen Medien reichten von "dämliche Handlung" über "langweiliges Sozialdrama" bis hin zu "Laberrhabarber" und "endlose Dialoge".
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Offenes Ende sorgt für Frust
Am Ende der Folge läuft die Mutter über eine nächtliche Brücke, verschwindet hinter einem Pfeiler und ward nicht mehr gesehen. Kommentare von "völlig verwirrend", "hab ich nicht verstanden" bis hin zu "Vorhang fällt und viele Fragen offen" waren die typische Reaktion auf den mystischen Abgang der so wenig trauernden Mutter.
Schauspielerisches Lob
Doch nicht jede:r klagte. "Spannend und tragisch. Wir waren gefesselt bis zum Schluss", bescheinigte ein Kommentator. Wiederholt gelobt wurde zudem die schauspielerische Leistung der Stuttgarter Ermittlenden und der Darstellerin des It-Girls:
Kim Riedle ist ja brilliant, vor allem im Zusammenspiel mit Richy Müller, der im Übrigen als Sympath mit ihr und als Antagonist zu Hans Löw richtig super ist.
+++ Ursprüngliche Nachricht +++
"Tatort: Ex-It": Darum ging es
Ein Sturzregen sorgt in Stuttgart für prekäre Wetterverhältnisse: Überflutete Straßen und übergelaufene Keller bringen Feuerwehr und Polizei ans Limit. In diesem Chaos sucht Pony Hübner (Kim Riedle) Hilfe auf dem Polizeirevier. Total durchnässt und verwirrt, meldet sie ihren SUV als gestohlen. Brisant: Ihre beiden Kinder Hugo (Yvon Moltzen) und Penelope waren im Auto.
Wenig später wird der Pkw aus dem Neckar geborgen. Die schlimmsten Befürchtungen von Pony treten ein: Ihre kleine Tochter ist ertrunken. Von ihrem Sohn fehlt jedoch jegliche Spur. Nachdem Hugos Vater, der Boulevard-Verleger Stefan Hübner (Hans Löw), in einigen seiner Klatschblätter Suchmeldungen veröffentlicht, tauchen mehrere Erpresserschreiben auf. Vieles deutet auf eine Entführung hin. Doch was ist mit dem kleinen Hugo wirklich passiert?
Trügerische Fassade
Den Hauptkommissaren Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) fallen die Spannungen zwischen Pony und Stefan Hübner sofort auf. Auch wenn es ihr in ihrer 400-Quadratmeter-Luxusvilla an nichts fehlt, wirkt Pony Hübner wie eine zutiefst unglückliche Frau - unabhängig vom Verlust ihrer Kinder. Sie fühlt sich von ihrem Mann verraten, der sie einst als Covergirl seiner Zeitschriften bekannt machte. Sie erklärt: "Wenn ich meine Fotos nicht in den Magazinen sehe, ist es, als existierte ich gar nicht." Immer öfter flüchtete das ehemalige Society-Girl zu ihrer Schwester Pat Wagner (Anne Haug) und deren Freund Eckhard (David Zimmerschied), von allen nur "Echse" genannt. Auch am Tatabend kam sie von den beiden, als sie beim Zigarettenholen kurz ihre Kinder im Auto zurückließ. Haben Pat und Echse, die immer knapp bei Kasse sind, etwas mit dem scheinbaren Entführungsfall zu tun?
Trauer und Schmerz
Pony und Stephan Hübner (Kim Riedle und Hans Löw) können sich nach dem Tod ihrer Tochter und dem Verschwinden ihres Sohnes nicht gegenseitig trösten.
Bild: SWR/Benoît Linder
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