Sie spielt die TV-Kommissarin
"Nord bei Nordost": Was Cordelia Wege an ihrer Rolle als Nina Hagen reizt
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von teleschauCordelia Wege als fassungslose Polizistin Nina Hagen in "Nord bei Nordost". Links hinter ihr steht Franz Dinda als Ninas Kollege Felix Bittner.
Bild: NDR / Georges Pauly
"Eine wirklich starke Frauenfigur" verkörpert Cordelia Wege in der Krimiserie "Nord bei Nordost". Das sagt die Schauspielerin selbst. Und gesteht, dass sie von der Ermittlerin Nina Hagen noch einiges lernen könne. Die gebürtige Hallenserin im Porträt.
Auf dem Westender See im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern explodiert ein Hausboot - und reißt dabei einen Menschen aus dem Leben. Wer wollte den Investigativjournalisten Jan Witt aus dem Weg räumen? Ein Fall für das neue Kripo-Team im Örtchen Westend.
In der ersten von bisher zwei Episoden der Reihe "Nord bei Nordost" bekommen es Nina Hagen (Cordelia Wege), Tim Engelmann (David Bredin) und Felix Bittner (Franz Dinda) mit einem rätselhaften Fall zu tun. Offenbar war der Journalist kurz davor, ein Verbrechen aufzudecken. Die Folge "Westend" läuft am 26. Juni um 20:15 Uhr im Das-Erste-Livestream auf Joyn.
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Westend
Für "Nord bei Nordost"-Polizistin Nina Hagen ist "Lachen Energieverschwendung"
"Ich mag Ninas Art, effektiv mit ihren Gefühlen zu haushalten - Kräfte zu sparen, ist in unserem Alter ja sehr praktisch", sagte Cordelia Wege im vergangenen Jahr in einem Interview mit dem Mediendienst "teleschau" über ihre Rolle. Diese sei "eine wirklich starke Frauenfigur". Dass die Ermittlerin etwas spröde herüberkommt, störe sie überhaupt nicht, so Wege. "Ich glaube, lachen ist für sie Energieverschwendung. Ihre Autonomie und Selbstbestimmtheit, dieses Autarksein finde ich ganz wunderbar."
Zugleich sei Nina Hagen "im Herzen ein sehr empathischer Mensch, besonders Opfern gegenüber". Diese Widersprüchlichkeit auszuloten, sei für sie als Schauspielerin sehr reizvoll.
Das emotional sparsame Auftreten der Polizistin sei ihr indes persönlich fremd, betonte Cordelia Wege 2024 in einem Gespräch mit der "Berliner Morgenpost". "Ich halte mich für einen Menschen, der sich Mühe gibt, freundlich zu sein." Gleichwohl erklärte die Darstellerin, die am 2. Mai 50 Jahre alt wurde, dass sie sich ihrer Figur langsam annähere: "Wenn man reifer wird und mehr bei sich ankommt, weiß man in der Regel eher, was man will und braucht. Man vertraut sich mehr selbst. So wachse ich Nina Hagen entgegen."
Der Name der Figur sei übrigens eine Idee des Drehbuchautors Holger Karsten Schmidt gewesen, so Wege. Mit der ikonischen Punksängerin habe die Rolle ansonsten nichts zu tun. "In ihrer Exzentrik ist die Sängerin das genaue Gegenteil 'meiner' Nina Hagen. In ihrer Kraft und Willensstärke ähneln sie sich möglicherweise", erklärte die Schauspielerin.
Cordelia Wege "wollte schon immer Schauspielerin werden"
Obwohl niemand in ihrer Familie oder ihrem Bekanntenkreis diesen Beruf ausübt, betonte Cordelia Wege gegenüber der "teleschau": "Ich wollte eigentlich schon immer Schauspielerin werden." So studierte sie nach ihrem Schulabschluss von 1994 bis 1998 an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Gleich im Anschluss hatte sie bis 2001 ein Engagement an der Volksbühne Berlin.
Überhaupt war das Theater zunächst ihre Spielwiese. In Hamburg, Leipzig und Berlin war und ist sie immer wieder auf der Bühne anzutreffen. Zuletzt im Ein-Personen-Stück "Amok" nach Stefan Zweig, bei dem sie selbst auch Regie führte.
Gleichwohl steht Cordelia Wege seit 1997 auch regelmäßig vor der Kamera. Ihre erste kleine Rolle hatte sie in der SAT.1-Serie "Für alle Fälle Stefanie". Danach waren es häufig Episodenrollen in Krimiserien, in denen sie zu sehen war. "Tatort", "SOKO Leipzig" oder "Ein Fall für zwei", um nur einige zu nennen.
In der Netflix-Serie "Dark" hatte Cordelia Wege ab 2017 zunächst die Hauptrolle der Greta Doppler. In den Staffeln zwei und drei war sie dann als Neben- beziehungsweise Gastdarstellerin dabei.
Beruf der Schauspielerin? Für Cordelia Wege "essenziell wichtig"
Im Gespräch mit der "teleschau" verriet die Darstellerin, dass sie sich auch ein Leben als Tischlerin hätte vorstellen können, wäre aus ihrer Karriere nichts geworden. Dennoch betont sie, dass ihr Beruf mehr sei, als in Rollen zu schlüpfen und zu spielen. "Ich finde den Beruf der Schauspielerin beziehungsweise des Schauspielers für unsere Welt essenziell wichtig", sagte sie in der "Berliner Morgenpost".
"Wir Schauspieler nehmen eine Stellvertreterrolle für andere Menschen ein. Wir loten Beziehungen aus, in denen sich die Menschen wiederfinden können. Wir gehen in geschützten Räumen auf spielerische Weise in Grenzbereiche des Lebens." Der Beruf könne auch als eine Art Lebenshilfe verstanden werden.
Großstadt? Nein, danke!
Mit ihrem Mann, dem Theaterregisseur Sebastian Hartmann, zog Cordelia Wege vor mehr als 20 Jahren von Berlin auf einen Bauernhof in Mecklenburg-Vorpommern nahe der brandenburgischen Grenze. Die Entscheidung, aufs Land zu ziehen, kam, "als unser erstes Kind geboren wurde. Berlin war uns zu voll und zu laut", verriet sie im Januar im MDR. Hartmann brachte einen Sohn mit in die Beziehung, gemeinsam haben die beiden drei weitere Kinder zwischen 16 und 21 Jahren.
Auf dem Hof könne sie dann auch ihrer Leidenschaft zur Handarbeit nachgehen. "Da wir im Winter unser Haus mit Holz heizen, müssen wir es sägen, spalten, transportieren und stapeln. Das ist alljährlich eine zeitaufwendige Arbeit, eine sehr befriedigende noch dazu", erzählte sie in der "teleschau".
Könne sie sich eine Rückkehr nach Berlin, Leipzig oder Hamburg vorstellen? "Es heißt zwar: 'Sag niemals nie!'", erwiderte sie lachend im "teleschau"-Interview. Aber sie könne sich zurzeit "wirklich nicht vorstellen, wieder in eine Stadt zu ziehen. Ich fühle mich wohl und geborgen hier, wo ich bin."
"Nord bei Nordost - Westend" läuft am Freitag, 26. Juni um 20:15 Uhr im Ersten. Zeitgleich ist der Krimi von 2024 im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.
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