Krimi-Legende

"Die Toten von Salzburg"-Star Michael Fitz im Porträt: Gründe für seinen Ausstieg beim "Tatort"

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von teleschau - Hellmut Blumenthal

Die neue Kollegin bereitet ihm Kopfzerbrechen: Michael Fitz (mit Patricia Aulitzky) als Kriminalhauptkommissar Hubert Mur in "Die Toten von Salzburg".

Bild: ZDF/Lisa Kutzelnig


16 Jahre lang spielte er den dritten Mann beim Münchner "Tatort". Heutzutage ermittelt der Schauspieler und Sänger in der Mozartstadt. Was ist über Michael Fitz bekannt - und warum fremdelt er heutzutage etwas mit dem deutschen Kult-Krimiformat?

Mittlerweile ist es fast 19 Jahre her, dass Michael Fitz seinen letzten Auftritt als Carlo Menzinger hatte. Seit 1991 hatte er im Münchner Tatort den junggebliebenen und etwas nerdigen Ermittler gespielt, der dem kongenialen Duo Batic & Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) zuarbeitet.

Einen Gastauftritt hatte Fitz noch mal im Jahr 2013, heute ist er längst in einer anderen Rolle angekommen: als Kriminalhauptkommissar Hubert Mur in "Die Toten von Salzburg". Wieder als Ermittler, doch weniger nerdig. Eher egozentrisch und ein bisschen cholerisch. Und als Hauptrolle. Sein mittlerweile zwölfter Fall läuft am 28. Januar im ZDF-Livestream auf Joyn: "Die letzte Reise".

"Für mich ist die Figur inzwischen wie ein zweites Hemd", erklärt der gebürtige Münchner in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen". Er genieße zudem, dass er bei der Umsetzung mitreden könne. "Das ist schon was anderes als der Menzinger, was auch der Grund war, dass ich den hab sausen lassen. Da waren der Figur enge Grenzen gesetzt."


Michael Fitz über den "Tatort": "Viel von seinem Reiz verloren"

Ein weiterer Grund für seinen Ausstieg aus dem deutschen Kult-Krimiformat war, dass er sich wieder mehr auf seine Musik konzentrieren wollte. Der passionierte Musiker hat mit seiner Band und solo bereits 16 Alben herausgebracht und geht immer wieder auf Tournee.

Nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich hat sich der Darsteller mittlerweile vom "Tatort" entfernt. Schon vor knapp drei Jahren verriet er in der "Augsburger Allgemeinen": "Ich schaue überhaupt keinen 'Tatort' mehr." Fitz ist der Ansicht, dass der TV-Dauerbrenner "insgesamt, und das höre ich auch von vielen Zuschauerinnen und Zuschauern bei meinen Konzerten, viel von seinem Reiz verloren hat". Es gebe inzwischen eine regelrechte "Krimischwemme", zu viele Folgen, zu viele Wiederholungen. "Die Toten von Salzburg" gibt es bisher maximal zweimal im Jahr.

Die Bühne liegt Michael Fitz im Blut

Dass Michael Fitz, geboren am 13. November 1958, mal was Künstlerisches machen würde, zeichnete sich früh ab. Sein Vater war der Volksschauspieler Gerd Fitz, seine Tante Veronika Fitz war ebenfalls auf volkstümlichen Bühnen unterwegs. Die Kabarettistin Lisa Fitz ist seine Cousine, der Kinostar Florian David Fitz ein Cousin zweiten Grades.

Den Vogel abgeschossen habe aber sein Großvater Hans Fitz. "Der war wirklich ein Tausendsassa und hat alles gemacht, von Laute spielen über Gedichte vortragen, Abende veranstalten, Drehbücher schreiben, Literatur und Theaterstücke", erklärte Michael Fitz. Er selbst tendierte ursprünglich Richtung Regie. Dafür ging er auch auf die Filmhochschule. "Die habe ich allerdings nicht ganz fertig gemacht, weil so viele Angebote kamen, dass ich mich einfach entscheiden musste."

Im Heimatfilm "Jägerschlacht" hatte Michael Fitz 1980 seine erste Filmrolle. Ende der 1980er-Jahre nahm seine Karriere dann richtig Fahrt auf. Zunächst durch sein Mitwirken in der ARD-Vorabendserie "Der Schwammerlkönig". Dort spielte er an der Seite von TV-Größen wie Walter Sedlmayr, Wolfgang Fierek und Ottfried Fischer. 1989 hatte er dann eine größere Rolle im ZDF-Krimi "Derrick". Die Episode "Ein merkwürdiger Tag auf dem Lande" kannst du im Stream auf Joyn sehen.

Hier siehst du Michael Fitz in "Derrick"

2015 stand Michael Fitz mit seinem Sohn vor der Kamera

Gefeiert wurde Michael Fitz 2005 für seine schauspielerische Leistung im TV-Drama "Marias letzte Reise". An der Seite von Monica Bleibtreu spielte er den Sohn einer todkranken Frau, die ihre letzten Tage daheim verbringen möchte. Für seinen Part bekam er den Deutschen und Bayerischen Fernsehpreis.

Nach 45 Einsätzen als Carlo Menzinger im Münchner Tatort von 1991 bis 2007 konzentrierte sich Michael Fitz mehr auf seine Musik und war vereinzelt in Serien- und Gastrollen zu sehen.

Ein Novum für ihn war die Rosamunde-Pilcher-Verfilmung "Liebe, Diebe, Diamanten" im Jahr 2015. Dort spielt er den Bankräuber Richard Johnson, der Verjährung seiner Tat aus Brasilien zurückkehrt. Mit dabei: sein Sohn Fernando, gespielt von Emanuel Fitz, Michaels leiblichem Sohn. Es war das erste Mal, dass die beiden in gemeinsamen Szenen vor der Kamera standen.

Seit 2016 sehen wir Michael Fitz nun als Hubert Mur in "Die Toten von Salzburg". Dreharbeiten und Rolle machen dem 67-Jährigen sehr viel Spaß, die Stadt Salzburg ist dagegen nicht so seins, wie er in der "Augsburger Allgemeinen" gesteht. "Da ist es mir viel zu touristisch. Da gehöre ich einfach nicht hin, auch wenn ich ganz gerne immer wieder mal da bin." Fitz lebt mit Frau und Sohn Emanuel im Südosten Münchens.

"Die Toten von Salzburg: Die letzte Reise" läuft am Mittwoch, dem 28. Januar um 20:15 Uhr im ZDF. Parallel ist der Krimi im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


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