Seal feiert seine ersten beiden Alben mit einer Tour
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Bild: Shervin Lainez
In den letzten Jahren war es musikalisch betrachtet eher ruhig um den britischen Musiker Seal geworden. Jetzt aber kündigt er eine große Tournee an und zelebriert im Sommer seine Erfolgsalben "Seal I" und "Seal II" – im Juli sind vier Stationen in Deutschland geplant.
Heute kennt man Seal Henry Olusegun Olumide Adeola Samuel alias Seal vor allem als Soul-Star der 90er und der Nullerjahre – oder, wer es eher mit der Klatschpresse als mit der Musik hat – als Ex-Mann von Heidi Klum, mit der er von 2005 bis 2014 verheiratet war und drei Kinder hat.
Das ist schon viel – aber im Grunde ist es noch viel zu wenig. Was viele nämlich vergessen: Seal ist nicht nur Sänger, sondern auch Komponist und Songwriter seiner großen Hits. Später schaffte er sich sogar auch das Produzieren drauf.
Prägend für Seals Karriere waren vor allem die Alben "Seal" aus dem Jahr 1991 und "Seal" aus dem Jahr 1994. Das ist natürlich etwas verwirrend, weshalb man sich drauf geeinigt hat, dass man das spätere Album "Seal II" nennt. Beide Alben erschienen über das Label Zang Tumb Tuum, kurz ZTT, das unter anderem von dem britischen Musikjournalisten Paul Morley und von Trevor Horn gegründet wurde, der mit seiner Band Buggles und als Produzent sowie Komponist vieler ikonischer Alben die 80er prägte.
Auf "Seal" schrieb Seal die Lieder vor allem mit seinem damaligen kreativen Sparringspartner Guy Sigsworth. Den beiden gelang schon damals mit "Crazy" ein echter Hit: ein atmosphärisch groovender Popsong, auf halber Strecke zwischen Radio-Single und hörbarer TripHop-Liebe. Ein Genre, das damals in der alternativen Szene sehr beliebt war.
Den Überhit landete Seal dann aber mit "Kiss From A Rose", das auf "Seal II" zu finden ist. Eine fast perfekte Ballade, die tatsächlich von Seal allein geschrieben und komponiert wurde. Ironie der Popgeschichte: Seal haderte lange mit diesem Lied. Geschrieben hatte er es schon 1991 bei den Sessions zum Debüt. Aber, so sagte er damals: "Ich fand den Song peinlich und habe ihn in die Ecke gefeuert." Dass er trotzdem auf sein zweites Album kam, ist vor allem Trevor Horn zu verdanken, der beide Alben produzierte. Dazu sagte Seal 2015 in einem Interview: "Um ehrlich zu sein war ich nie wirklich stolz darauf, obwohl mir gefällt, was Trevor aus der Aufnahme gemacht hat. Er hat diese Kassette, die angestaubt in der Ecke lag, ins Herz geschlossen, poliert und in weitere 8 Millionen verkaufte Platten verwandelt, die meinen Namen zu einer festen Größe in der Popwelt machten." Dass der Song so durch die Decke ging, lag zum Teil übrigens auch daran, dass er auf dem Soundtrack zum 95er-Film "Batman Forever" von Joel Schumacher (mit Jim Carrey als The Riddler und Val Kilmer als Batman) zu finden war – in bester Gesellschaft mit Acts wie PJ Harvey, U2 und Grace Jones.
Heute hat Seal seinen Frieden mit dem Lied gemacht. Nach Jahren als Familienvater, der nur hin und wieder in die Entertainment-Welt tauchte oder ein Live- oder Cover-Album veröffentlichte, geht er nun wieder auf eine längere Tour, die er seinen beiden ersten Alben widmet. Klar, dass man sich dabei wohl auch auf die Hits freut – aber diese Platten haben noch viel anderes, spannendes in petto: Die ergreifende Ballade "I’m Alive" oder das fast jazzig anmutende "People Asking Why" von "Seal II" zum Beispiel. Oder den dancy und soulig zugleich klingenden Opener "The Beginning" sowie den Slowdance-Pop-Song "Show Me" vom Debüt.
Hier sind die deutschen Tourdaten:
20.07.2026 Köln, Tanzbrunnen
23.07.2026 Berlin, Zitadelle
24.07.2026 Hamburg, Stadtpark
28.07.2026 Winterbach, Zeltspektakel
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