Hoffnungsvolles Update
"Bin auf einem sehr guten Weg": So geht es Johann Lafer nach der Chemotherapie
Aktualisiert:
von Lena Maier:newstime
Star-Koch Lafer an Krebs erkrankt
Videoclip • 01:22 Min • Ab 12
Johann Lafer meldet sich nach seiner kräftezehrenden Chemotherapie zurück und gibt ein positives Update zu seinem Gesundheitszustand. Bei einem Auftritt in Aachen verrät der TV-Koch, wie es ihm aktuell geht, wie die Krankheit sein Leben verändert hat und welche Pläne er schmiedet.
TV-Schmankerl mit Johann Lafer aus der Joyn-Küche
Johann Lafer blickt nach einer Zeit voller Schmerz und Ungewissheit wieder optimistischer in die Zukunft. Bei einem seiner selten gewordenen öffentlichen Auftritte, der Media Night im Rahmen der internationalen Reitwettbewerbe in Aachen, gab der Starkoch ein emotionales Update zu seinem Gesundheitszustand.
"Ich habe natürlich, wie alle wahrscheinlich in so einer Situation, schon mit meinem ganzen Schicksal sehr gekämpft. Aber der liebe Gott meint es gut mit mir und ich bin auf einem sehr guten Wege", verriet er im Gespräch mit RTL. Die vergangenen Monate waren ein harter Kampf, doch das Fazit fällt positiv aus: "Ich kann sagen, dass es mir wesentlich besser geht." Er fügte hinzu:
Es geht weiter aufwärts!
Als Zeichen seiner wiederkehrenden Kräfte stand Lafer bei dem Event sogar selbst am Herd, um für die Gäst:innen zu kochen. "Dass ich viele, viele Menschen bewirten darf, das tut mir persönlich gut", erklärte er dem WDR. Bevor es beruflich weitergeht, steht für ihn nun aber Erholung an erster Stelle: Er plant einen längeren Urlaub mit seiner Familie.
Ein Befreiungsschlag nach wilden Gerüchten
Johann Lafer hat seine Krebs-Diagnose öffentlich gemacht.
Bild: Imago Images / Marja
Der offene Umgang mit seiner Krankheit war für Lafer ein schwerer, aber notwendiger Schritt. Die Diagnose Lymphdrüsenkrebs traf ihn bereits im Januar 2024 "wie ein Blitz aus heiterem Himmel". Lange versuchte er, sein Schicksal mit "Lügen und Ausreden" geheim zu halten. Ein Auftritt im "ZDF-Fernsehgarten" im Mai 2026 änderte alles.
Ohne seinen markanten Schnauzbart, sichtlich schmaler und mit einem Bandana auf dem Kopf, löste er eine Welle an Spekulationen im Netz aus. "Ich konnte nicht mehr", gestand Lafer später im Podcast "Rolling Pin Talks". Nach Rücksprache mit seiner Familie war klar: Er musste mit der Wahrheit an die Öffentlichkeit. Für ihn war dieser Schritt ein wahrer "Befreiungsschlag".
Der schwere Kampf gegen die Krankheit
Nachdem alternative Methoden und eine Stammzellentherapie nicht den gewünschten Erfolg brachten, begann er im Januar 2026 eine kräftezehrende Chemotherapie. Die Prognose war niederschmetternd. "Ich habe Metastasen im ganzen Körper, da ist alles schwarz", erklärte er offen dem "Merkur". Eine vollständige Heilung sei fast unmöglich, doch der Krebs lasse sich "eindämmen".
Die Behandlung verlangte ihm alles ab. "Jede Chemo läuft fast 24 Stunden. Das haut dich komplett weg", beschrieb er die Prozedur. Zu den Nebenwirkungen gehörten Haarausfall, offene Finger, starker Gewichtsverlust und der für einen Koch wohl schlimmste Schlag: "Anfangs verlor ich meine Kernkompetenz - den Geschmack." Zeitweise konnte er nur pürierte Nahrung mit einem Strohhalm zu sich nehmen. Doch die Therapie zeigte Wirkung: "Die Knoten werden weniger", gab er eine positive Entwicklung bekannt.
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Die Familie als Fels in der Brandung
In dieser dunkelsten Zeit waren seine Familie und Freunde die größte Stütze. Seine Frau Silvia, die selbst eine Herzoperation hinter sich hat, wich ihm in der Klinik nicht von der Seite. "Ich versorge ihn dann mit Gummibärchen und Coca-Cola light", erzählte sie der "Bild am Sonntag". Mitleid sei fehl am Platz. Ihre Zuversicht war unerschütterlich: "Ich glaube fest, mein Johann besiegt den Krebs." Ein Arzt habe ihnen Hoffnung gemacht mit den Worten: "An dieser Krankheit wirst du nicht sterben."
Auch die Anteilnahme aus seinem beruflichen und privaten Umfeld war überwältigend.
Günther Jauch, Johannes B. Kerner, Marcel Reif, Joko Winterscheidt - sie alle haben von Anfang an geschrieben und gesagt: 'Johann, wenn du etwas brauchst, wir helfen dir.'
Sogar Menschen, von denen er 30 Jahre nichts gehört hatte, meldeten sich. "Das zeigt mir, dass ich noch präsent bin", so Lafer gerührt.
Ein neuer Blick auf das Leben
Die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit hat Johann Lafers Perspektive von Grund auf verändert. Er sei "langsamer, wacher und demütiger" geworden. Fehler der Vergangenheit, wie die verpasste Geburt seines Sohnes wegen eines Frühstücks mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, bereut er zutiefst. "Das würde ich heute nicht mehr machen", sagte er im Podcast "My Way".
Ich habe heute noch ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Frau, meiner Familie. [...] Ich nehme nichts mehr als selbstverständlich hin.
Seine Angst vor dem Tod habe er verloren. "Wir sind Gast auf Erden", lautet seine neue Lebensphilosophie. Diese Erkenntnis treibt ihn an. Aufgeben war nie eine Option: "Ich habe A gesagt, also sage ich auch B. Ich ziehe das jetzt durch." Neben dem großen Traum, das Basislager des Mount Everest zu besuchen, hat er einen bescheidenen Wunsch für sein Vermächtnis: Die Menschen sollen ihn für sein Wiener Schnitzel in Erinnerung behalten. "Das würde mich glücklich machen."
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