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Cirque du Soleil lässt "ALIZÉ" in Berlin erblühen

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Bild: Live Nation Theater


Cirque du Soleil steht seit jeher für Shows, in denen Tanz, Akrobatik, Bildkomposition und technische Entwicklungen die buntesten Blüten treiben. Nun gibt es zum ersten Mal eine feste Residency in Berlin. Im Theater am Potsdamer Platz läuft seit November "ALIZÉ" – ein Abend, der ganz auf "Acromagic" setzt.

Cirque du Soleil wurde Mitte der 80er vom kanadischen Straßenkünstler Guy Laliberté gegründet. Er trampte schon als Teenager durch seine Heimat, durch Amerika und später auch durch Europa. Sein Geld verdiente er mit dem, was die Engländer "busking" nennen: spontane Konzerte oder kleine Akrobatikeinlagen auf öffentlichen Plätzen. Damals entdeckte Guy Laliberté nicht nur die Freude am Performen – er lernte auch, wie man Menschen für sich begeistern kann. Wie man sie unvermittelt und kurz aus ihrem Alltag holen kann, in eine bunte oder melodische Welt, die er ihnen mit kleinen und großen Tricks ausgemalt hat. Zurück in der Heimat schloss sich Laliberté einer Truppe von Akrobat:innen, Künstler:innen und Musiker:innen namens Les Échassiers de Baie-Saint-Paul an, die von Gilles Ste-Croix zusammengebracht worden war. 1984 stellten sie eine Show auf die Beine, die sie so überzeugend fanden, dass Guy Laliberté entschied, damit wie ein kleiner Zirkus durch das Land zu reisen.

Seine Wandertruppe war eine sehr eigene Interpretation der Zirkuskunst: Sie kam ohne (gequälte) dressierte Tier aus, war nicht klamaukig und fröhlich, sondern dramatisch, visuell aufwendig gestaltet und im Grundton eher nachdenklich. Die Vorstellungen zeichneten sich durch extravagante Kostüme, magische Beleuchtung und originelle Musik aus. Laliberté nannte diese neue Wandertruppe "Cirque du Soleil", denn, wie er selbst sagte: "Die Sonne symbolisiert Jugend, Energie und Kraft."

Man entschuldige diesen Diskurs, aber die Anfänge sind noch einmal relevant zu erzählen, denn im Grunde ist diese DNS des Cirque du Soleil bis heute in allen Shows zu spüren. Die Technik mag moderner sein, das Licht bunter, die Bühnenbilder beeindruckender, die Budgets größer – aber das, was die ersten Auftritte auszeichnete, macht die Shows bis heute so erfolgreich.

Ein aktuelles Beispiel dieser These kann man seit 2025 in Berlin überprüfen: Dort erblüht seit der Weltpremiere am 20. November im Theater am Potsdamer Platz die extra für Berlin erschaffende Show "ALIZÉ". Das zweistündige Spektakel kommt dabei ganz ohne Text aus. Aber den vermisst auch keiner, denn die Szenen und Kulissen, die akrobatischen Einlagen, die Projektionen und die Musik erzählen diese Geschichte über Verwandlung, Widerstandskraft und die Fantasie der Teenagerin Alizé auch ohne Worte sehr eindringlich. Die Macher:innen setzen dabei auf etwas, das sie "Acromagic" getauft haben. So nennen sie "jenen magischen Moment, in dem das Unmögliche direkt vor Ihren Augen Wirklichkeit wird. Es ist die perfekte Verbindung zweier Kunstformen, die es bisher so nicht gab: die athletische Präzision der Zirkuskunst und die mystische Faszination der großen Illusionisten." Das funktioniert natürlich nur so überzeugend, weil die 40 Artistinnen und Artisten aus etwa 20 Ländern auf der Höhe ihrer Kunst performen.

Dazu gibt es: eine Windhose auf der Bühne; Gegenstände und Menschen, die plötzlich verschwinden; Seiltänzer, die über das Publikum fliegen und kleine Puppen, die sich als Menschen verkleidet haben.

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