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Die Jazzrausch Bigband zelebriert "Euphoria"

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Bild: Bergson Music


Techno und Big-Band-Sound vertragen sich vorzüglich: Das beweist die Jazzrausch Bigband seit über zehn Jahren immer wieder aus Neue. Auf ihrem aktuellen Album "Euphoria" jagen die 15 Musiker:innen konsequent dem Gefühl nach, das der Platte den Titel gibt und das auf der Tanzfläche schon immer am besten funktionierte.

Man entschuldige diesen etwas kalauernden Einstieg, aber der muss einfach sein: "Euphoria" von der Jazzrausch Bigband enttäuscht im Vergleich zur finalen Staffel der Serien gleichen Namens nicht. Hätten wir das also gleich am Anfang geklärt.

Kommen wir jetzt zur Musik: Das Projekt aus München ist seit 2014 am Start und war seitdem in allen Herren Ländern unterwegs: Selbst in Shanghai und New York hielt es das Publikum nicht lange auf den Sitzen. Wobei es die Jazzrausch Bigband eher vorzieht, wenn gar nicht erst gesessen wird.

Das beginnt schon in ihren ersten Jahren: Von Roman Sladek und seinen Komiliton:innen an der Hochschule für Musik und Theater in München gegründet, zog es die Band eher in die Clubs der Stadt als in die Konzerthäuser oder gesetzten Jazz-Clubs. So wurden sie die Hausband der Konzertreihe "Jazzrausch" im Club Rausch & Töchter – und legten den Grundstein für ihren Bandnamen. Als der Club schließen musste, wechselte man kollektiv in den Technoclub Harry Klein und wurde dort als Resident Band zur Attraktion.

Die Jazzrausch Bigband suchte dabei schon immer die Nähe zu anderen Stilen: Ihre Kompositionen und Arrangements zitieren oder covern oft instrumentalen Techno, Film- und Serienmusik, verneigen sich vor Soul und Hip-Hop und mischen den Jazz-Roots gerne den Groove von Swing und Basie bei. Heute sind sie nicht nur ein ausgiebig tourende Liveband mit über 120 Shows im Jahr, sondern auch die Hausband des renommierten Bergson Kunstkraftwerks, wo sie zum Beispiel Anfang des Jahres einfach mal Goethes "Faust" vertonten. Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb daraufhin anerkennend: "Man kommt ja schon lange kaum mehr hinterher, bei dem Tempo, in dem die Jazzrausch Bigband neue Projekte aus der Hüfte schießt. Ob nun mit dem von ihr quasi erfundenen Großformat-Techno-Jazz oder anderen Genre-überschreitenden Experimenten. In den bald zwölf Jahren ihres Bestehens sind mehr als ein Dutzend Alben entstanden und noch viel mehr Programme."

Und damit sind wir endlich beim neuen Album "Euphoria", das seinem Namen alle Ehre macht. Mit weiteren Künstler:innen aus dem Bergson geht es gleich schwungvoll und euphorisch los: "When The Lights Are Low" zieht das Tempo langsam an, als wolle es die Leute auf die Tanzfläche locken, bevor dann Leadsängerin Patricia Römer glänzen darf, die mit ihrer Stimme viele Stücke des Albums prägt. Weitere Highlights sind das atmosphärische, Afterhour-geeignete "My Brain Goes", das lässig-druckvolle "Slap That Bass" mit seinem coolen Spoken-Word-Part von Römer und das free-jazzige Finale "Whispers Of Unknown", dass die Jazz-Roots mit viel Spielfreude highlightet und noch mal unterstreicht, dass diese Band nicht umsonst das Wort "Jazzrausch" im Namen trägt.

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