The Last Dinner Party mischen nicht nur die britische Indieszene auf
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Bild: Rachell Smith
Die fünf noch recht jungen Musikerinnen von The Last Dinner Party haben karrieretechnisch einen Raketenstart hingelegt: Ihre Debütsingle "Nothing Matters" aus dem Jahr 2023 ist bis heute einer ihrer erfolgreichsten Songs. Auch ihre aktuelle Single "Big Dog" beweist wieder einmal, dass sie nicht umsonst inzwischen in ihrer Heimat große Clubs oder gar Arenen füllen.
Wer wollte, konnte schon 2023 sehen, dass diese Band etwas besonders ist. The Last Dinner Party spielten in diesem Jahr auf dem Reeperbahn Festival, das seinen Fokus vor allem auf Newcomer-Acts aus Deutschland, Europa und UK hat. Abigail Morris (Vocals), Lizzie Mayland (Vocals, Gitarre), Emily Roberts (Leadgitarre, Mandoline, Flöte), Georgia Davies (Bass) und Aurora Nishevci (Keyboards, Vocals) waren für das Uebel & Gefährlich im Bunker am Heiligengeistfeld gebucht. Schon weit vor Beginn der Show gab es einen Einlassstopp. In der Schlange zum Eingang tummelten sich bis dahin vor allem junge Frauen – einige von ihnen in knallroten, fast barocken Abendkleidern.
Diese Fans wussten natürlich schon: Der Name ist bei The Last Dinner Party Programm. Sie mögen es, wenn sich das Publikum schick macht, als würde man zur letzten Dinner Party vor der Apokalypse gehen. Auch die Musikerinnen rauschten in barocken Outfits über die Bühne, allen voran Sängerin Abigeil Morris.
Obwohl das Debütalbum "Prelude To Ecstasy" erst im Folgejahr kam, war das Publikum erstaunlich textsicher. Vor allem bei den ersten Singles "Sinner" und "Nothing Matters". Bei letzterer sang der vollgepackte Club die Zeilen: "And you can hold me like he held her / And I will fuck you like nothing matters / And you can hold me like he held her / And I will fuck you like nothing matters."
Fast forward in die Jetztzeit: In der britischen Indieszene sind The Last Dinner Party schon längst die nächsten Superstars – oder müssen sich gar gegen misogyne Vorwürfe wehren, sie seien eine "Industry Plant" und ihr Erfolg nicht hart erspielt, sondern erkauft. Was schlichtweg nicht stimmt: Zwar wurden The Last Dinner Party früh von den richtigen Business-Leuten entdeckt (und von etablierten Künstlerinnen wie Florence + The Machine gefördert), aber ihre Konzerte und vor allem die Begeisterung ihrer Fans ist echt. Mal abgesehen von den emotionalen und mit Literaturzitaten gespickten Lyrics und dem guten Songwriting.
Seit dem Release ihres zweiten Albums "From The Pyre", der nicht gerade kleinen Tour danach und der Bestätigung als Support-Act für Olivia Rodrigos kommende Welttournee sind The Last Dinner Party so langsam kein Indie-Ding oder gar Geheimtipp mehr. Und sie haben immer neue Ideen und Songs parat: So veröffentlichten sie kürzlich die Single "Big Dog" – wieder einmal ein wuchtiger Art-Pop-Song, der viele an PJ Harvey oder Nick Cave & The Bad Seeds erinnern dürfte.
Der Clou dabei: Vor dem Lied kommt das Gedicht "Come All You Beasts", das Bassistin Georgia Davies so erklärt: "Come All You Beasts wurde geschrieben, um die folkloristischen und erzählerischen Elemente von From The Pyre in 'Big Dog' einzuführen. Die Themen des Songs wurden mit Bibelversen verwoben, wobei normative Botschaften über die Sicherheit von Frauen bewusst unterlaufen werden. Wir waren schon immer von Poesie und Performance in all ihren Formen inspiriert, daher fühlte sich Spoken Word mit improvisierter Begleitung wie eine natürliche Erweiterung unserer Kunst an."
Die fünf Musikerinnen mögen gerade mal Mitte zwanzig sein – aber musikalisch und lyrisch sind sie allesamt ziemlich sicher das, was man eine alte Seele nennt.
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