Madonna beichtet wieder: das neue Album "Confessions 2"
Veröffentlicht:
Bild: Rafael Pavarotti
Sieben Jahre nach ihrem letzten Album entdeckt Pop-Superstar Madonna erneut ihre Liebe zur Dance Music. "Confessions 2" ist die Fortsetzung des 2005er-Album "Confessions on a Dance Floor". Ihr Kreativpartner damals wie heute: House-Musiker, Produzent und Mitglied der Band Zoot Woman Stuart Price.
Wer Madonna heute noch nicht kennt, hat wohl nie Popmusik gehört. Die 1958 als Madonna Louise Ciccone in Bay City Michigan geborene Sängerin ist schon seit den 80ern eine Ikone, wie es sie selbst im Pop selten gibt. Mit Hits wie "Like A Virgin", "Material Girl", "Like A Prayer", "La Isla Bonita", "Music", "Frozen" oder dem Dance-Track "Hung up" schrieb sie Musikgeschichte und verkaufte Millionen Tonträger. Aber Madonna war schon immer mehr als ihre Musik: Sie ist Stilikone, Provokateurin und eine der stärksten und eigenwilligsten Künstlerinnen der Jetztzeit. Das Madonna 67 Jahre alt ist, mag man bis heute nicht so recht glauben.
Das mit dem Provozieren hat Madonna bis heute nicht verlernt: Als Einstimmung auf ihr neues Album "Confessions 2" veröffentlichte Madonna vor gut vier Wochen einen musikalischen Kurzfilm, der für Schnappatmung und Schlagzeilen sorgte. In den gut 14 Minuten hört man ausgewählte Songs der Platte und sieht eine ganze Armada an Prominenten in diversen Nebenrollen. Zum Beispiel die schillernde Musikerin und Produzentin Arca, Schauspieler Benedict Cumberbatch, "Game of Thrones"-Star Gwendoline Christie, Electro-Queen und DJ Honey Dijon, Schauspielerin Julia Garner, It-Girl und Schauspielerin Odessa A'zion, Popstarkollegin Sabrina Carpenter und Madonnas Tochter Lourdes Leon, um nur ein paar zu nennen.
Allein das war all die Schlagzeilen wert. Aber dann sah man in diesem Kurzfilm auch noch allerlei verrückte, sehr laszive Dinge. In einer Sequenz zum Beispiel schreitet Madonna durch ein nebliges Feld, auf dem zahlreiche Tänzerinnen in erotischen Posen drapiert sind, aus deren Unterleibern Laserstrahlen schießen. Später räkelt sich Madonna auf einem Tisch, entert umschwirrt von einer Art Science-Fiction-Paparazzi-Gruppe einen hotten Nachtclub, reibt sich auf der Tanzfläche an muskulösen Körpern, bittet Sabrina Carpenter zur Performance der Single "Bring Your Love" an ihre Seite, verlässt den Dancefloor, um in einer Klokabine mit einem jungen Mann rumzumachen, während Gwendolin Christie von nebenan vergnügt rüber späht.
Dass der Film so einschlug, lag aber auch und vor allem an der extrem guten Musik: "Confessions 2" ist nämlich eine Art Fortsetzung des 2005 veröffentlichten Albums "Confessions on a Dance Floor". Die Platte war Madonnas Liebeserklärung zur Dance Music. Als kreativen Sparringspartner hatte sie dafür den Produzenten und Musiker Stuart Price (Zoot Woman) an Bord geholt, mit dem sie einen euphorischen Dance-Sound fand, den sie mit introspektiven Texten über die ganz großen Themen wie Liebe, Religion und der Preis ihres Ruhms auf interessante Weise konterkarierte. Damit stellte sie sich sehr bewusst in die Tradition von Disco & Co., die ja auch oft die Tränen, das Liebesleid und die Selbstzweifel wegtanzen wollten.
Das funktioniert auf "Confessions 2" wieder ganz vorzüglich – was sicher auch daran liegt, dass Stuart Price erneut an Bord ist. Das Album beginnt dabei mit "I Feel So Free" und diesen Worten von Madonna: "Thanks for coming / Sometimes I like to just hide in the shadows / Create a new persona / A different identity / I can be whoever I wanna be / Create a new persona / Honestly, I wish I could be / like other people / And just not care / But out here / On the dance floor / I feel so free." Das gibt schon ganz gut die Richtung für die weiteren 16 Liedern vor. Highlights darunter sind vor allem "Bring Your Love" mit Sabrina Carpenter, das hypnotische "Love Sensation", der sehr moderne Dance-Take "Bizarre" mit EDM-Star Martin Garrix und der Song "My Sins Are My Saviour" mit Stromae.
In einem ihrer seltenen Interviews sagte Madonna kürzlich dem britischen Moderator Graham Norton, dass sie das Tanzen in den Mittelpunkt der Platte habe stellen wollen, weil: "So fing alles an bei mir. Ich war eine Tänzerin. Tanzen ist in meiner DNA. Durch das Tanzen entstehen Communitys – und manchmal Beziehungen." Der schönste Moment war aber Madonnas hier noch einmal ausgesprochene Liebeserklärung an Dance Music: "Die Leute denken, Tanzmusik sei oberflächlich, aber da liegen sie völlig falsch. Die Tanzfläche ist nicht nur ein Ort, sondern eine Schwelle: ein ritueller Raum, in dem Bewegung die Sprache ersetzt." Das werden alle unterschreiben, die auch nur einen guten Abend im Club hatten.
Mehr entdecken

An die Padel, Promis!

The Last Dinner Party mischen nicht nur die britische Indieszene auf

Tiffany Aris ist eine Newcomerin, deren Stimme man nicht mehr vergisst

Felix Räubers Konzerte sind ein Traum

Evanescence spielen sich mit "Who Will You Follow" für ihr neues Album warm

Cirque du Soleil lässt "ALIZÉ" in Berlin erblühen

Parookaville Festival 2026 lädt Armin van Buuren, Charlotte de Witte, Felix Jaehn u.v.a. in die City of Dreams

Helene Fischer zieht es mit ihrer neuen Single wieder in die Nacht

Die immersive Ausstellung "Polar Experience" in Oberhausen lädt zur Reise ins Eis