Electric Callboy machen "Tanzneid" zu einem Wort, das bald die ganze Welt versteht
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Bild: Sony
Electric Callboy haben Metal, Hardcore und Trance vermählt, ihr eigenes Genre "Tekkno" mit dem Nummer-1-Album gleichen Namens in die Musikgeschichte geschrieben und schüren mit ihrem neuen Album den "Tanzneid". Dabei wird eines deutlich: Die Band um Sänger Nico Sallach und Shouter-Keyboarder Kevin Ratajcak will von Castrop-Rauxel auf die internationalen Bühnen.
Electric Callboy kann man schlecht mit schnöden Worten erklären. Man muss sie hören. Und vor allem: Man muss sie sehen. Die Band, die klingt, als hätte man Scooter mit Slayer, Marusha, Iron Maiden und Deichkind gekreuzt, ist eine besonders schillernde Erscheinung in der deutschen Musiklandschaft. Wilde Klamotten, Vokuhilas, schnelle Brillen (schon bevor die so hießen), Glitzer im Haar und im Schritt: Das sind Electric Callboy. Und nicht nur sie: Auch ihre Fans werfen sich gerne entsprechend in Schale, wenn Nico Sallach und seine Bandkollegen zum Konzert bitten.
Electric Callboy sind dabei schon lange keine rein deutsches Phänomen mehr: Ihr Sound, ihre Energie, ihr Humor und ihre Livequalitäten funktionieren inzwischen auch auf internationalen Rock- und Metalfestivals und auf eigenen Welttourneen. Auch die kommende Tour zum neuen Album "Tanzneid" beginnt in einer Arena in Dublin, durchreist UK und Europa, führt durch Japan und endet schließlich in Australien. Dass die USA nicht auf dem Reiseplan stehen, liegt nur daran, dass sie dort schon im Frühjahr waren und Eindruck machten. Das Metal-Magazin Kerrang! schrieb zum Beispiel, die Band habe Boston "im Sturm genommen" und stellten ihren internationalen Erfolg in eine Ahnenreihe mit Rammstein und Kraftwerk. Es käme ja immerhin selten vor, dass eine Band aus Deutschland, auch in den Staaten große Konzertlocations vollmache. Vielleicht wird das Wort "Tanzneid" also bald – ähnlich wie "Schadenfreude", "Zeitgeist", "Doppelgänger" und "Wanderlust" – zur universellen Vokabel.
Die neuen Songs machen nun noch ein wenig deutlicher, dass man eine Band mit internationalem Anspruch ist. Dabei half sicher auch der immense Erfolg der Single "RATATATA" mit den Japanerinnern von BABYMETAL aus dem letzten Jahr. Oder die Single "Let The Good Times Roll", für die Electric Calloboy die Punkhelden The Offspring ins Studio und ins Musikvideo holten. Die Band erklärte dazu: "Sie gehören zu den Bands, die uns von Anfang an geprägt haben. Ihre Musik war schon lange bevor es Electric Callboy überhaupt gab Teil unseres Lebens, daher fühlt es sich ehrlich gesagt surreal an, The-Offspring-Frontmann Dexter Holland bei diesem Song dabei zu haben. 'Let The Good Times Roll' verkörpert alles, was wir an lauter, unterhaltsamer und energiegeladener Musik lieben, und dass wir das mit einer unserer größten Inspirationsquellen teilen dürfen, macht diesen Moment für uns zu etwas ganz Besonderem." Das würden die Fans beider Bands sich so unterschreiben.
"Tanzneid" hat nun zehn Songs und vier Remixe aufzubieten, die weiterhin international funktionieren könnten. Allen voran, neben den bereits genannten Songs, die aktuelle Single "The Way You Are", die als Boygroup-Schmonzette beginnt und dann zum Metal-Gemetzel wird. Auch das famose Musikvideo geht diesen Weg. Das Absurde dabei? Electric Callboy machen als Boyband eine ebenso gute Figur wie als Screamo-Act. Aber, wenn wir mal ehrlich sind, war genau das ja schon immer der Schlüssel ihres Erfolgs.
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