Mark Medlock zieht es zurück in die Sonne
Veröffentlicht:
Bild: Edel
Er war eine der schillerndsten Charaktere aus der "Deutschland sucht den Superstar"-Ära der Nullerjahre – und im Gegensatz zu so manchem Kandidaten konnte Mark Medlock auch noch singen. Nach eher ruhigen Jahren will der Soulsänger nun "Back Into The Sun" – so heißt sein Comeback-Album, das Mitte August erscheint.
Es ist eine faszinierende Zeitreise, wenn man sich die frühen Auftritte von Mark Medlock noch einmal anschaut. Der deutsche Soulsänger mit amerikanischen Wurzeln wurde zuerst durch die vierte Staffel der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar", kurz DSDS, bekannt. Von Januar bis Juli 2007 charmierte sich der schlagfertige, stylische Mark Medlock durch die Show – und punktete nicht nur mit seinem Grinsen, seinen Frisuren, seiner Mützenwahl, sondern auch und vor allem mit seiner Stimme. Dieter Bohlen sagte damals über die erste Begegnung: "Als ich ihn sah, dachte ich: Mensch, wenn der jetzt auch noch singen könnte."
Konnte er. Mark Medlock hat ein weiches Soul-Timbre, das sich damals allerdings erst etwas schamhaft rauskämpfen musste. Bei seinem ersten Singen vor der Jury haderte Medlock mit dem Lampenfieber und einer plötzlichen Schüchternheit. Erst, als er ein herzhaftes "Fuck" rausließ, löste sich der Knoten, und als Bohlen ihm schließlich sagte, dass er weiter sei, sprang Medlock schon wie ein aufgeregter Junge in die Luft – was viele TV-Zuschauer:innen amüsierte.
Das Nerven-Flattern kam später hin und wieder zurück, aber nach und nach glitt Mark Medlock in seine Rolle als charismatischer Soul-Sänger. Seine Performance von "I’m Easy", das durch Faith No More bekannt wurde, im Original als "Easy" allerdings von den Commodores stammt, sein tolles "Stand By Me" von Ben E. King, seine Interpretation des Louis-Armstrong-Classics "What A Wonderful World" und natürlich sein von Bohlen geschriebener Finaltrack "Now Or Never" ließen ihm die Herzen zufliegen und waren ein gelungener Kickstart für eine der wenigen Karrieren, die auch für die Zeit nach DSDS anhielt. Das lag auch an Medlocks offener Art: Er sprach von Anfang an sehr offen über sein Leben, seine Erfahrungen, seine Homosexualität, sein Liebesleben. Das machte ihn nahbar und interessant – und sicher auch zu einem Vorbild für junge queere Männer.
Über die Jahre veröffentlichte Mark Medlock acht Alben, darunter das gefeierte Debüt "Mr. Lonely" (2007), das beschwingte "Cloud Dancer" (2008), das prägende, sonnige "Club Tropicana" (2009), aber auch die eher melancholischen, überwiegend deutschsprachigen, spirituell geprägten Alben "Im Nebel" (2014) und "Zwischenwelten" (2017), die noch einmal eine andere Seite von Mark Medlock zeigten.
War es in den Jahren danach eher ruhig um den Soulsänger, ist Mark Medlock nun bereit für ein Comeback im großen Stil, das an seine erfolgreichster "Era" anschließen soll. Am 14. August erscheint das mit Produzent Christian Geller entstandene Album "Back Into The Sun", das einerseits ein neues Kapitel aufschlägt, andererseits Medlocks Hits mit neuen Versionen wieder ins Bewusstsein ruft.
Songs wie seine Sommerhits "Mamacita", "Copacabana" oder "Summer Love", treffen auf seine samtig-schönen Ballade wie "Seven Days" oder "Forever". Dazu gibt es neue Tracks wie "Back into the Sun", "Heartbeat in Havanna" und "Dancing through the Summer Rain", die spürbar vom Latin-Hype der letzten Jahre inspiriert sind.
Die erste Single, der neue Track "Back Into The Sun", zeigt schon mal, wie gut ihm das steht. Zu einem Instrumental, das geradezu "Sommerhit!" schreit, singt Medlock mit sehnsüchtiger Stimme über seine neue Lebensphase: "I'm turning back into the sun (back into the sun) / Like flowers in the breaking morn′ (in the breaking morn′) / I wanna fly, the tide is high / Let's have some fun (oh, oh)." Oder: "A new life has begun (life has begun) / I′m dancing all night long (dance all night long) / And every beat goes on and on and on."
Es sind Zeilen wie diese, die zeigen, dass Mark Medlock bereit ist, wieder in die Sonne und in das Scheinwerferlicht zu treten.
Mehr entdecken

Die Jazzrausch Bigband zelebriert "Euphoria"

Madonna beichtet wieder: das neue Album "Confessions 2"

An die Padel, Promis!

The Last Dinner Party mischen nicht nur die britische Indieszene auf

Tiffany Aris ist eine Newcomerin, deren Stimme man nicht mehr vergisst

Felix Räubers Konzerte sind ein Traum

Evanescence spielen sich mit "Who Will You Follow" für ihr neues Album warm

Cirque du Soleil lässt "ALIZÉ" in Berlin erblühen

Parookaville Festival 2026 lädt Armin van Buuren, Charlotte de Witte, Felix Jaehn u.v.a. in die City of Dreams