"Breakin‘ Mozart" bringt Urban Dance und Klassik zusammen
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Bild: Lorenzo Duaso
Die Schweinfurter Breakdance-Instanz DDC hat sich seit ihrer Gründung Ende der 90er zu einem international bekannten Showact entwickelt. Gerade ist die DDC wieder mit ihrer bereits 2024 gefeierten "Breakin‘ Circus"-Show auf Tour, da kündigen sie eine weitere Tour ihres ebenso gefeierten "Breakin‘ Mozart"-Programms für Anfang 2026 an.
2013 konzipiert die DDC zum ersten Mal mit dem Echo-Preisträger Christoph Hagel die Show "Breakin’ Mozart – Klassik meets Breakdance". Eine Idee, die auf den ersten Blick waghalsig erscheint, im Grunde aber im Sinne des Wiener Komponisten- und Pianisten-Wunderkindes gewesen wäre. Der von 1756 bis 1791 lebende Wolfgang Amadeus Mozart hatte nämlich immer im Sinn, dass es keine Schande sei, mit seiner Musik ein großes, junges Publikum zu erreichen. Viele Musikhistoriker:innen sehen in Stücken wie "Die Hochzeit des Figaro", "Don Giovanni" oder "Così fan tutte" gar den Beginn von dem, was wir heute Popmusik nennen. Das hat auch damit zu tun, dass Mozarts Vater Leopold ihn einst in einem Brief ermahnte: "Vergiss das sogenannte Populare nicht."
Die DDC und der Dirigent, Pianist, Regisseur, Komponist und Echo-Preisträger Christoph Hagel gehen aber noch einen Schritt weiter mit ihrem mitreißenden "Breakin’ Mozart". Der Titel bedeutet natürlich nicht, dass sie Mozarts Kompositionen brechen oder dekonstruieren wollen. Hier geht es um die Verbindung von Mozart und Breakdance – ein Culture-Clash, der sich auch in der Rahmenhandlung der Show spiegelt. Die Macher:innen lassen den jungen Mozart nämlich in die Jetztzeit reisen, wo er einer Gruppe junger Männer und Frauen begegnet, die in für ihn recht merkwürdiger Kleidung wilde Sprünge und Tanzschritte vollführen. Aber Mozart erkennt schnell: In der Zukunft geht es um dasselbe wie schon in seinen Opern – also geht er "all in" und macht mit den jungen Leuten Musik.
Auf der Bühne sieht und hört man dabei Hagel am Piano, Mozart in orchestralen Versionen oder modernen Hip-Hop-Remixen, man erlebt einen funky Mozart ebenso wie einen Rocky Amadeus – und man sieht die europaweit geschätzten Tanz- und Komikkünste der DDC.
Nach der Uraufführung von "Breakin‘ Mozart" beim Mozartfest Würzburg im Jahr 2013, war die Show in den Folgejahren erst an rund 200 Abenden am Berliner Wintergarten Varieté zu sehen. Seit 2015 ist man immer wieder auf Tour und gastierte schon in Frankreich, Griechenland, Spanien, Österreich, Luxemburg und der Schweiz. Die nächste Tourrutsche durch Deutschland beginnt bereits am 7. Januar in Paderborn.
Wer die Shows der DDC kennt, weiß natürlich, dass diese Truppe für Qualität steht. Im "Breakin‘ Mozart" Startjahr bekamen sie den "Golden Colibri" für "Swinging Breakdance" (was hier verbunden wurde, muss man wohl nicht groß erklären). Später expandierte die DDC, übernahm Agentur-Aufgaben, gründete eine Tanzschule, gab Workshops und entwickelte weitere Entertainment-Shows.
Im Januar 2024 gestaltete DDC Entertainment außerdem die Eröffnungsshow der Handball EM in Düsseldorf und führte auch Regie bei diesem Spektakel. Vor über 53.000 Zuschauer:innen im Stadion und einem großen TV-Publikum brachte man 120 Tänzer:innen aus vier regionalen Tanzschulen sowie sieben Profibreakdancer und Artisten der DDC auf die Bühnen, bevor Culcha Candela am Ende den EM-Song "Celebration" performten – begleitet von 120 Tänzer:innen. Teile der DDC-Crew spielen auch immer wieder eine wichtige Rolle bei TV- oder Live-Shows, die eine besondere tänzerische und artistische Note in ihre Show bringen wollen: Erst in diesem Jahr holte Will Smith bei seinem Deutschland-Konzert im Juli die DDC an Bord.
Viele Fans der DDC halten "Breakin‘ Mozart" für eine ihrer besten Ideen und Shows. Christoph Hagel sagte 2014 in einem Interview über die Show: "Es steckt wirklich viel Theatralisches drin, auch viel Lustiges. Und ich denke, dass es auf diese Art sehr mozartisch ist. Und das hat viel mit der Art der DDC zu tun." Im gleichen Gespräch gab er auch die beste Antwort auf die Klassik-Puristen, die bei der Idee Mozart mit Breakdance zu kombinieren anfangs noch die Nase rümpften. Ihnen gab Hagel mit auf den Weg: "Da können diese Puristen doch sagen, was sie wollen. Wir tun was dafür, auch Mozart wieder unter die jungen Leute zu bringen. Wenn man das nicht tut, wird man bald keine Puristen mehr sehen." Recht hat er – was auch der Erfolg von "Breakin‘ Mozart" beweisen dürfte.
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